Es ist keine Übertreibung, sondern traurige Wahrheit: Menschen, die einer sexuellen Minderheit angehören, werden immer häufiger wegen ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Identität angegriffen. Auch in der toleranten Hauptstadt Berlin kommt dieses Problem immer wieder vor.

Zahlen, die das Problem zeigen

Gewalt gegen sexuelle Minderheiten hat viele Formen. Gewaltige Angriffe auf der Straße oder im Nahverkehr, sowie Hassrede im Internet und sogar Belästigung in dem eigenen Wohngebäude sind nur einige der Beispiele.

Im Jahr 2017 wurden allein in Berlin 139 Straftaten gegen LGBTIQ* (abgekürzt für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans, Intersexuelle und Queer) gemeldet. Im Jahr 2018 wurden 351 Straftaten deutschlandweit gemeldet, die von den Behörden als “Sexuelle Orientierung/Hasskriminalität” eingeordnet wurden. Das sind ca. 10 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 91 von diesen Straftaten waren Gewalttaten. 

Tatsächlich entspricht diese Nummer noch nicht einmal der vollen Wahrheit.

Laut einer Einschätzung der Berliner Polizei, werden in 80-90 Prozent der Fälle keine Anzeige gemacht. Diese Dunkelziffer zeigt eine traurige Welt der LGBTIQ* Community. 

Warum werden Menschen der LGBTIQ* Community diskriminiert oder angegriffen?

Oft sind Menschen nicht informiert und haben Angst vor Personen, die scheinbar anders sind. Helfen können Informationen und Kontakt zu den Communities. So lernen wir gegenseitig Verständnis und entwickeln gegenseitige Toleranz für die Lebensweise anderer.

Und was kannst Du gegen Hasskriminalität machen? Wir haben 3 soziale Projekte in Deutschland ausgesucht, bei denen Du Dich gegen sexuelle Diskriminierung und für die LGBTIQ* Community engagieren kannst. 

1. ENOUGH is ENOUGH! OPEN YOUR MOUTH!

Die Berliner Initiative “ENOUGH is ENOUGH! OPEN YOUR MOUTH!” von Aktionsbündnis gegen Homophobie e.V. ist ein Aktions- und Nachrichtennetzwerk. Die Initiative berichtet über aktuelle Nachrichten zu allen Themen der LGBTIQ* Community. Außerdem ist sie im Netz gegen homo- und transfeindliche Hassrede aktiv.

Da Gewalt gegen die LGBTIQ* Community nicht nur physische, sondern auch psychische Formen hat, ist dieser Aktivismus extrem wichtig. 

2. SCHLAU

Das SCHLAU Projekt gibt es in Dortmund, Duisburg, Frankfurt und Wiesbaden. Das Bildungs- und Anti- Diskriminierungsprojekt bekämpft das Problem schon bei den Wurzeln, nämlich in Schulklassen.

Die Teams ermöglichen den Jugendlichen, mit jungen lesbischen, schwulen, bi, trans*, inter* und queeren Menschen ins Gespräch zu kommen. Mit pädagogischen Methoden und Konzepten werden Vorurteile und Klischees abgebaut.

Das Motto lautet: “Damit nicht mehr über uns geredet wird, sondern mit uns!”

3. Nachbarschaftsprojekt für ältere LGBTIQ*

Das Projekt von der Münchener Regenbogenstiftung richtet sich für ältere Frauen und Männer in der LGBT-Community. Das Ziel ist, dass sie möglichst lange selbstbestimmt und lebensnah in der eigenen Wohnung oder einer anderen Wohnform bleiben können.

Das Projekt hilft auch dabei, die älteren LGBTIQ* vor Diskriminierung und Ausgrenzung zu schützen.

Kein passendes Projekt gefunden? Auf GoVolunteer findest Du noch mehr soziale Projekte!

Julia Autorinbox

Über die Autorin

Julia ist Praktikantin im Communications Team bei GoVolunteer und schreibt über gesellschaftliche Herausforderungen auf unserem Blog. Die gebürtige Finnin hat in Göttingen Politikwissenschaft studiert und liebt gute Filme und leckeres Essen.