Seit mehreren Monaten versuchen Geflüchtete die polnische Grenze von Belarus aus zu überqueren. Die polnische Regierung fordert eine Zurückweisung der Menschen und wendet dabei auch Gewalt an. Diese illegalen und gewaltsamen Zurückdrängungen der Grenzpolizei werden Pushbacks genannt.
Gegen diese Pushbacks protestierten in Polen zuletzt tausende Menschen unter dem Leitsatz “Stoppt die Folter an der Grenze”. Sie kritisieren, dass die Zurückdrängungen Menschenrechte verletzen. Geflüchtete würden notgedrungen aus humanitären Krisen fliehen und könnten an der Grenze erfrieren, so die Protestierenden.
Wir zeigen Dir in diesem Artikel, wie Du geflüchtete Menschen unterstützen kannst.

1. Engagiere Dich bei örtlichen Hilfsorganisationen

Beinahe täglich ertrinken Menschen, die über das Mittelmeer in ein sicheres Land flüchten wollen. Gerade in diesem Zusammenhang ist Frontex, die europäische Agentur für Grenz- und Küstenwache, in Kritik geraten. Sie habe illegale Pushbacks von Flüchtlingsbooten an der Ägäis gefördert und damit hilfsbedürftigen Menschen die Rettung verwehrt.

Wie sich zeigt, ist die Rettung von Menschen in Seenot somit eine bedeutsame Aufgabe. MISSION LIFELINE rettet Menschen auf diesen gefährlichen Fluchtrouten vor dem Ertrinken.

Du möchtest für Schutzsuchende im Bereich Seeüberquerung aktiv werden?
Dann unterstütze die Hilfsorganisation bei ihrer Arbeit auf dem Rettungsschiff!
Für die Instandhaltung des Schiffs werden Menschen benötigt, die beim Streichen helfen und Vorbereitungen für den nächsten Einsatz treffen.

Wenn Du Dich in der Akquise von Organisationen und Fördermitteln (Fundraising) engagieren möchtest, kannst Du dies bei Mare Liberum e.V. tun. Der Verein beobachtet und dokumentiert auf einem eigenen Schiff Geschehnisse in der Ägäis und macht auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam.

Du möchtest dabei helfen, Einsätze in Camps und an anderen Orten zu organisieren, um Menschen in Notsituationen mit humanitärer Hilfeleistung zu unterstützen? Hermine e.V. sucht nach Helfer:innen, die in enger Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen Hilfseinsätze vorbereiten und koordinieren.

2. Unterstütze geflüchtete Menschen in Deutschland

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums lebten im Dezember 2020 rund 1,4 Millionen Schutzsuchende in Deutschland. Geflüchtete brauchen auch nach ihrer Ankunft in Deutschland Unterstützung, beispielsweise bei der Suche nach einem Arbeitsplatz oder einer Wohnung.

Du bist sprachlich begabt, beherrscht mehrere Sprachen und möchtest Dich damit gerne einbringen?
Dann kannst Du dabei helfen, Sprachbarrieren zu überwinden. Dafür kannst Du Geflüchtete zu ihren Terminen, beispielsweise zum Amt oder medizinischen Terminen, begleiten. Als Sprachvermittler:in bei TranslAid oder in der Rechtsberatung der Refugee Law Clinic unterstützt Du Menschen bei ihrem Integrationsprozess.

Auch als Mentor:in kannst Du Geflüchtete dabei unterstützen, Hindernisse ihres Alltags zu überwinden. Das Mentor:innenprogramm von Xenion vermittelt dabei Mentor:innenschaften zwischen Ehrenamtlichen und Geflüchteten. Einmal pro Woche nimmst Du Dir Zeit für Deine:n Mentee und kannst unter anderem unterstützend bei der Wohnungssuche, beim Deutschlernen oder bei der Orientierung in der neuen Stadt dabei sein. Als Mentor:in ist es ebenso wichtig, dem geflüchteten Menschen beim Aufbau eines sozialen Netzwerkes zu helfen, das es ihm oder ihr ermöglicht in dem neuen Land Anschluss zu finden.

3. Setze Dich für geflüchtete Kinder und Jugendliche ein

Die Flucht aus dem eigenen Heimatland ist für alle Betroffenen schwierig und schmerzhaft. Einmal mehr ergeben sich jedoch Gefahren für geflüchtete Kinder und Jugendliche, die sich ohne ihre Eltern oder Menschen mit Vormundschaft, auf die Flucht begeben. Die Zahl minderjähriger Schutzbedüftiger, die in Deutschland nach ihrer Flucht Ende 2020 in die Betreuung von Jugendämtern gerieten, lag bei 21.300.

Jugendämter sind der erste Ankunfs- und Unterkunftsort, traumatisierte Kinder und Jugendliche sind dann vor allem auf die nötige Unterstützung angewiesen, um das Erlebte zu verarbeiten, sich im neuen Land einzufinden und neue Kontakte zu knüpfen.

Du möchtest Dich für geflüchtete Minderjährige stark machen und ihnen eine Stütze bieten?
Dann engagiere Dich als ehrenamtlicher Vormund. AKINDA schult, vermittelt und begleitet ehrenamtliche Vormünder, die sich um die Kinder und Jugendlichen kümmern.

4. Spende für Menschen auf der Flucht

Setze Dich für Geflüchtete vor Ort als Helfer:in beim Sortieren und Packen von Sach- und Kleiderspenden ein. Wir packen’s an e.V. hilft in Notunterkünften und bringt geflüchteten Menschen Hilfsgüter aus gesammelten Spenden. Dafür arbeiten sie eng mit Partnerorganisationen zusammen.

Du kannst auch selbst für Menschen auf der Flucht spenden und sie bei ihrem Neuanfang unterstützen. Die UNO-Flüchtlingshilfe sammelt Spenden, die sie für Lebensmittel, Getränke, eine Unterkunft und medizinische Versorgung, einsetzt. So kannst Du ganz einfach von Zuhause einen Teil dazu beitragen.

Mit Deiner Spende für PRO Asyl kannst Du Dich für die Rechte Geflüchteter einsetzen. Die Organisation beobachtet Asylverfahren und tritt lautstark für den Schutz Geflüchteter ein.

5. Zeige Solidarität mit Schutzsuchenden

In der Diskussion über die aktuellen Geschehnisse geht es fokussierend um Grenzen und Grenzkontrollen. Die Bedürfnisse der hilfesuchenden Menschen rücken in den Hintergrund. Gerade an der EU-Außengrenze entsteht ein Machtspiel zwischen Alexander Lukaschenko, dem Präsidenten von Belarus, und den Regierungen der weiteren EU-Ländern. „Ab heute darf niemand die Grenze von keiner Seite überqueren, weder vom Süden noch vom Westen“ – so Lukaschenko. Geflüchtete werden zum Spielball der Politik und an dieser Stelle wird es gesellschaftlich noch wichtiger Solidarität zu vermitteln.

Setze Dich für eine Gesellschaft und Politik ein, die sich weltweit für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit stark macht. Es ist grundlegend immer wieder darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig es ist sich für Menschen auf der Flucht einzusetzen. Unterschreibe die Petition “#withrefugees” der UNO-Flüchtlingshilfe und setze ein Zeichen der Solidarität.

6. Informiere Dich zum Thema Flucht und Migration

Die Gründe und Ursachen dafür, warum Menschen aus ihrer Heimat fliehen, können unterschiedlich sein. Meistens sind es Krieg oder Gewalt im eigenen Land, die die Menschen dazu zwingt, ihr Heimatland zu verlassen. Du kannst den geflüchteten Menschen helfen, indem Du Dich über das Thema informierst, ihnen zuhörst und auch andere Menschen in Deiner Umgebung sensibilisierst.

Follow Me Reports hat Shafi getroffen und seine Geschichte aufgezeichnet. Er ist mit 18 Jahren aus Afghanistan geflohen, um Sicherheit zu finden. Schau Dir das Youtube-Video an und erfahre mehr über Shafis Geschichte.

Du möchtest lieber einen Podcast hören? Dann hör doch bei Tahsins Geschichte über seine Flucht nach Deutschland rein. Es gibt ihn bei Google Podcasts und auf Spotify.
Auch im Podcast der UNO-Flüchtlingshilfe wird Raum für die Geschichten Geflüchteter geschaffen. In Gesprächen mit Wissenschaftler:innen, werden die Geschichten ergänzend in globale, historische und ökonomische Kontexte eingeordnet.

Darüber hinaus gibt es viele ehrenamtliche Helfer:innen, die ihre inspirierenden Geschichten bei ihrem Einsatz für Menschen auf der Flucht mit uns teilen. Jalal ist als Lehrer aktiv und gibt zweisprachigen Matheunterricht, um geflüchtete Schüler:innen zu unterstützen. Ebenso berührend ist die Volunteer Story von Nils. Nils engagiert sich für Geflüchtete mit digitalen Workshops.

Quelle Bild: Projekt Hermine

Du möchtest Dich für geflüchtete Menschen engagieren?

Auf GoVolunteer.com findest Du eine Vielzahl Projekten in verschiedenen Bereichen, bei denen Du Dich engagieren kannst. Schau gerne vorbei!

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