Die Bilder von rechtsextremen Symbolen vor dem deutschen Parlament bei der Corona-Demo am 29. August 2020 waren erschreckend! Der Rechtsextremismus in Deutschland wird stärker. Unsere Alarmglocken läuten! Und das sollten Deine auch.

Es müsse klar sein, wer mit Rechtsextremen demonstriere, der müsse sich das Gedankengut auch zurechnen lassen. – Christine Lambrecht, SPD 

Die rechstextreme Szene in Deutschland drängt in die Mitte der Gesellschaft. Doch was kannst Du, kann jede*r Einzelne tun, um sich aktiv gegen die rechte Bewegung zu stellen? Denn eines sollten wir aus der Geschichte alle gelernt haben: Wegschauen ist nicht!

Wir haben acht Tipps für Dich, wie Du Dich jetzt gegen “Rechts” engagieren kannst.

1. Informiere Dich über Rechtsextremismus!

Sei informiert darüber, was gerade innerhalb der Gesellschaft passiert. Versuche Dir mithilfe mehrerer seriöser Quellen eine eigene Meinung über die Situationen und Umstände zu bilden. Sammele fundierte Argumente mit belegten Fakten. Bei der Initiative “Aufstehen gegen Rassismus” findest Du dazu viele hilfreiche Informationsquellen.

Bist Du erstmal informiert, kannst Du handeln und nicht nur rechte Denkweisen enttarnen, sondern auch gegen Verschwörungstheorien argumentieren und aktiv gegen Rechtsextremismus Aufklärung betreiben. 

Zum Einstieg haben wir diese Literatur & Filmempfehlungen für Dich:

2. Folge relevanten Instagram-Kanälen

Es gibt heutzutage so viele unterschiedliche Möglichkeiten, sich zu informieren und weiterzubilden. Es muss nicht immer gleich ein dickes Buch sein – Social Media kann Dir so viel bieten!

  • @volksverpetzer gibt Dir Faktenchecks gegen Propaganda & Verschwörungslügen
  • @democ.de beobachten: ehrenamtliche Berichterstattung über Rechtsextremismus in Deutschland
  • @der_neukoellner kämpft als politischer Influencer für ein antifaschistisches und antirassistisches Deutschland
  • @gesichtzeigen informiert und gibt Dir Anregung zum Aktiv-werden!
  • @unteilbar steht für Solidarität statt Ausgrenzung #SoGehtSolidarisch
  • @aufstehen_gegen_rassismus für politischen Content
  • @amadeuantoniofoundation berät Dich über Projekte gegen Rechtsextremismus, Rassismus & Antisemitismus

3. Sensibilisiere Deine Mitmenschen für Rechtsextremismus

Nicht jede*r weiß über aktuelle Situationen und Rechtsextremismus Bescheid – kläre Deine Mitmenschen auf! Teile dein Wissen, gib Literaturempfehlungen oder poste in Deinem Social Media, was Du gelernt hast. Bildung und Aufklärung ist der erste Schritt gegen rechtes Gedankengut.

Aktiv-Werden ist ganz einfach! Dafür musst Du auch kein*e Influencer*in sein. Setze ein Zeichen gegen Rechtsextremismus, indem Du Deine Follower aufmerksam machst. Scheue Dich nicht davor, Dich zu positionieren. Denk daran, Du bist nicht allein – nutze z.B. folgende Hashtags: 

#IchBinHier #keinplatzfürnazis #fcknzs #deutschlandistbunt #abstandhaltengegenrechts #wirsindmehr #aufstehengegenrassismus #ReconquistaInternet #unteilbar #lovespeech

4. Zeige Haltung gegen Rechtsextremismus!

Es ist nicht immer leicht, eine aktive Stellung zu beziehen. Jeder kennt es, viele neigen gerne dazu kritische Diskussionen oder sogar Auseinandersetzungen zu vermeiden. Vor allem kann es unangenehm sein, wenn Bekannte, Freund*innen oder sogar Familienmitglieder Äußerungen loslassen, die rassistisch oder rechts einzuordnen sind.

Dennoch ist es elementar, diesen Situationen nicht aus dem Wege zu gehen und die Augen und Ohren nicht davor zu verschließen. Mach den Mund auf! Beziehe ruhig und sachlich Stellung gegen Rechts und versuche Deine Mitmenschen aufzuklären. Lege ihnen nahe, dass rechte Politik schlecht für alle ist und dass fremdenfeindliche und rassistische Äußerungen keinen Platz in unserer Gesellschaft haben!

Wir haben Dir ein paar hilfreiche Gesprächsstrategien zusammengetragen, die Dir helfen, gegen Rechts zu argumentieren:

→ Stelle Fragen, um die Position der anderen Person zu hinterfragen.

  • Rege einen Perspektivwechsel an und fordere Empathie ein.
    Fragen wie  “Wie würdest Du Dich wohl fühlen?” oder “Wie würdest Du reagieren, wenn Du in dieser Situation wärst” können sehr hilfreich sein.
  • Fordere Daten und Fakten ein “Kannst Du mir eine Quelle nennen?”
  • Frage nach konkreten Beispielen und bring Beispiele aus Deiner eigenen Erfahrung ein: “Da habe ich ganz andere Erfahrungen gemacht…”
  • Damit klar wird, dass das Verhalten oder die Äußerung der Person rechts einzuordnen ist, spitze das Gesagte zu und zeige die Konsequenzen auf!
  • Bringe positive Werte und Visionen in das Gespräch ein – ein Beispiel:
    Auf eine islamfeindliche Aussage bezogen auf frauenverachtendes Verhalten könntest Du wie folgt antworten: “Die Unterdrückung der Frau hängt nicht von Religionen, sondern von veralteten Traditionen und Auslegungen der Glaubensrichtung/ verschiedenen Kulturen ab. Deshalb müssen wir alle gemeinsam etwas für die Rechte der Frau weltweit tun und Betroffene unterstützen. Es gibt viele Initiativen, die sich dafür einsetzten.”
  • „Aufstehen gegen Rassismus“ bietet Dir konkrete Beispiele, mit denen Du gegen Rechtsextremismus argumentieren lernst!
  • Bildkorrektur veröffentlicht Zeichnungen, die Dir klare Argumente gegen Ängste zum Thema Flüchtlingsaufnahme geben. Zeige sie!

5. Engagiere Dich auf Social Media

Wie im direkten Gespräch auch, können gezieltes Nachfragen, Widerlegen von Falschaussagen und eigene Positionierungen geeignete Reaktionen auf Hass-Posts oder diskriminierende Kommentare sein. 

  • Das No Hate Speech Movement bietet auch vorgefertigte Memes an, mit denen man humorvoll und trotzdem eindeutig auf Verschwörungstheorien oder Vorurteile reagieren kann. 
  • Hassmelden.de ist die zentrale Meldestelle für Hatespeech, bei der Du Kommentare melden kannst.
  • IchbinHier organisiert LoveStorms und setzt sich für eine bessere Diskussionskultur in sozialen Netzwerken ein.

6. Spende Geld

Es gibt viele Institutionen und Initiativen, die sich für Demokratie, Menschenrechte und Gleichberechtigung einsetzen, die Du in Form einer Spende unterstützen kannst.

  • Die Amadeu-Antonio-Stiftung ist die Adresse, um für Demokratie und Vielfalt finanzielle Hilfe zu leisten
  • Kein Bock auf Nazis? Spende gemeinsam mit “Die Toten Hosen, Die Ärzte & Casper” für mehr Bildung gegen Rechtsextremismus
  • “Gegen Vergessen”  engagiert sich für die Auseinandersetzung mit nationalsozialistischen Verbrechen sowie dem Unrecht des SED-Regimes 
  • EXIT-Deutschland ist ein Aussteigerprogramm für Nazis
  • Auf hasshilft.de spenden sogar Rechte Hetzer*innen unabsichtlich 1€ pro Hass-Kommentar an den guten Zweck!

7. Geh auf die Straße!

Auf Demos in ganz Deutschland machen verschiedenen Bündnisse regelmäßig auf das Problem Rechtsextremismus aufmerksam. Das ist wichtig, denn so wird auch die Politik zum handeln gezwungen.

  • Wir sind unteilbar – Das Bündnis ruft regelmäßig zu bundesweiten Großdemonstrationen für eine offene und solidarische Gesellschaft auf.
  • Das bundesweite Bündnis Aufstehen gegen Rassismus (AgR) organisiert Protestaktionen gegen Rechtsextreme und rechtspopulistische Gruppierungen in ganz Deutschland

8. Engagiere Dich in Projekten!

Überzeugte Rassist*innen oder Nazis werden ihre Meinung sicher nicht von heute auf morgen  ändern. Deshalb ist es wichtig, dass sie dauerhaft und jeden Tag Gegenwind spüren. Also bleib dran und werde selbst aktiv gegen Rechtsextremismus – ob im Alltag, im Netz oder bei Gruppen und Aktionen!

Weitere Projekte, bei denen Du dich für eine offene und tolerante Gesellschaft engagieren kannst, findest du auf GoVolunteer.com!

Finde jetzt Dein Engagement!