Geflüchtete Menschen müssen sich nicht nur mit Diskriminierung und Ausgrenzung herumschlagen: Durch Sprachbarrieren und das Zusammentreffen verschiedener Kulturen wird auch das alltägliche Leben unnötig erschwert. Das Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum (NUSZ) auf dem Gelände der ufaFabrik Berlin ist ein selbstverwaltetes Kultur- und Lebensprojekt und beschäftigt sich genau mit solchen Problemen. Wir haben uns mit Alexandra, Sami und Halim getroffen. Alexandra wurde durch ihr Engagement nicht nur im vergangenen Jahr von uns mit dem Volunteer Award für “Exceptional Commitment” ausgezeichnet, sondern hat im Dezember 2020 auch ihr Buch mit vielen Geschichten vom Zusammenleben in Deutschland veröffentlicht.

Alexandra unterstützt Geflüchtete
Alexandra unterstützt Geflüchtete

Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist gerade in Zeiten wie diesen wichtig

„Mein Name ist Alexandra Horn, ich bin Ehrenamtliche im Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum (NUSZ). Ich habe vorher schon ehrenamtlich gearbeitet und bin soziale Aufgabe, soziales Leben und Achtung vor anderen von zu Hause gewöhnt. Ich kenne das nicht anders. Ja, das hat sich 2015 im April so ereignet, da standen plötzlich die ersten jungen Ärzt:innen aus Aleppo vor der Tür und man hat sie ein bisschen begleitet zu den Behörden. Man hat ihnen die Formulare ausgefüllt. Hat sich Geschichten angehört. Bilder von zu Hause gesehen. Die Kämpfe im Fernseher verfolgt. Dann war mir ganz klar, es wird nicht überlegt, das macht man einfach weiter. Ein paar Monate später kamen viele viele andere, wir haben uns kennengelernt, es war dann sehr viel leichter.“

„Niemand ist abhängig oder hält einfach die Hand auf, ich darf gar nicht sagen, wie oft ich eingeladen werde. Ich koche schon gar nicht mehr so oft. Jede:r lädt den anderen ein und möchte zeigen, du gehörst auch zu uns und wir möchten dir etwas abgeben. Und das ist schön, wenn man sowas wie eine Ersatzfamilie hat. Ich hab ja auch eigene Familie. Aber es ist sehr schön, wenn das auf solchen fruchtbaren, freundschaftlichen Boden fällt. Harmonisches Miteinander geht nur mit Vertrauen. Dadurch konnten viele gemeinsame Lösungen gefunden werden und die Erfolge können sich sehen lassen. Was wir machen ist nicht nur Händchen halten, es ist viel Handfestes dabei rausgekommen.”

Alexandra unterstützt Geflüchtete
Alexandra unterstützt Geflüchtete

Freiwillig einen Teil von sich geben

„Was ich ihnen mitgeben möchte? Das habe ich glaub schon. Einen Teil von mir selbst. Ja keine Fremdheit. Nichts Negatives. Die Verbindung zum Menschen ist neben seiner eigenen Bildung sowieso das Wichtigste. Wie nah es ist, entwickelt sich. Die Nähe oder die Entfernung verändert sich. Es geht nicht mit jedem, da muss man sehen, wie das Gegenüber es auch zulässt. Das kann man nicht besprechen, es ist eher fließend. Man spürt, wie der andere einem auch entgegenkommt. Und das genießt man auch, man freut sich immer, wenn einem Menschen zugetan sind. Ich brauche das genauso wie die anderen, die sagen „Hoffentlich ist auch jemand freundlich zu mir und sagt nichts Herablassendes!” Das gebe ich auch wirklich anderen Ehrenamtlichen mit auf den Weg – möglichst frei zu sein. Man muss es nicht tun, man darf es tun! Wenn man das kann, dann fühlt man sich glaub ich gut am Abend. Es gelingt einem dann auch viel.“

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