SOCIAL ENTREPRENEURSHIP KOLUMNE

Malte hat GoVolunteer gegründet. In seiner Kolumne “Social Entrepreneurship” teilt er Erfahrungen beim Aufbau eines sozialen Startups. Mit dabei sind Tipps und Guidelines für angehende Gründer. Im folgenden Beitrag beschreibt er, worauf es ihm bei einem authentischen Marketing-Ansatz ankommt.

Marketing kommt aus dem Herzen

Marketing habe ich nie mit Überreden oder Manipulieren in Verbindung gebracht. Auch der Begriff Überzeugen erscheint mir nicht zielführend, da er oft als Synonym dafür verwendet wird, Menschen dazu zu bringen, etwas zu tun, das sie nicht aus sich selbst heraus wollen. Als Gründer eines sozialen Startups bemühe mich nicht darum, andere Menschen zu beeindrucken oder zu beeinflussen: Statt Selbstbestätigung soll Wirkung im Zentrum stehen. Ich möchte Menschen inspirieren und mich gemeinsam mit ihnen auf eine Reise begeben, die uns alle vorwärts bringt. Meiner Erfahrung nach kommt authentisches Marketing  aus dem eigenen Engagement, aus dem Herzen. Dies ist der Weg, der mir dabei geholfen hat, über die Jahre nicht nur viele Nutzer für unsere Produkte und Dienstleistungen, sondern auch engagierte Mitstreiter zu finden, die sich von meiner Vision einer partizipativen und sozialen Gesellschaft inspirieren ließen. Einige gehören inzwischen zu meinen engsten Mitarbeitern, viele sind zu verlässlichen Partnern und überzeugten Kunden geworden. Sie alle sind heute Botschafter für die Arbeit von GoVolunteer und das aus voller, eigener Überzeugung.

Marketing setzt eine gemeinsame Vision voraus

Ein authentischer Marketing-Ansatz benötigt „Buy-In“ aller Mitarbeiter und Partner. Er setzt deshalb zunächst innerhalb der eigenen Organisation an. So integriere ich die Potenziale und Wünsche meines Teams, meiner Kooperationspartner und meiner Nutzer, um einen starken Auftritt nach außen zu erreichen. Ich möchte ihnen zeigen, dass wir als Organisation und Gemeinschaft die Ziele, die ihnen persönlich wichtig sind (zumindest einige davon), gemeinsam verwirklichen können. Dazu ist es wichtig, im Team und im erweiterten Netzwerk Ownership für eine gemeinsam erarbeitete Vision zu erzeugen. Jeder Einzelne soll die Chance haben, auf eigene Ziele und Prioritäten hinzuarbeiten und nicht nur vorgegebene Aufgaben zu erfüllen. Deshalb führen wir im Team regelmäßig die folgende Übung durch: Wir schreiben auf, was uns im Leben wichtig ist und was wir erreichen möchten. Dann gleichen wir das mit unserer Arbeit bei GoVolunteer ab und überlegen, an welchen Zielen wir gemeinsam arbeiten und wie wir uns gegenseitig unterstützen können.

Eigenverantwortung schafft Buy-In und Kreativität

Wann immer ich Unterstützung brauchte, war für mich die erfolgreiche Strategie, anderen zu verdeutlichen, dass ein gemeinsames Unterfangen in ihrem eigenen Interesse liegt. Ich bin stolz darauf, dass wir seit mehreren Jahren ein wachsendes Team von Freiwilligen dazu motivieren können, ihre Zeit und ihre kreative Kraft dafür einzusetzen, dass GoVolunteer wächst und gedeiht. Engagement von Menschen einzufordern, ohne einen relevanten monetären Ausgleich zu bieten, ist keine leichte Aufgabe. Mit einer inspirierenden Vision und einer klaren Mission haben wir viele Unterstützer für unser Anliegen gewonnen: Integration und eine sozial engagierte Gesellschaft für so viele Menschen wie möglich zur Realität werden zu lassen. Als Grundlage für unsere Zusammenarbeit wählte ich die Werte und Überzeugungen, die mir selbst am wichtigsten sind: Ehrlichkeit und Offenheit. Ich setze einen Schwerpunkt auf Eigenverantwortung und stelle meine Mitstreiter so vor die Herausforderung und Chance, selbst kreativ zu werden und aktiv etwas zu unternehmen. Dieses Rezept hat unsere Organisation trotz begrenzter finanzieller Ressourcen sehr weit gebracht.

Inspiration ist der Schlüssel

Authentisches Marketing braucht also zunächst eine starke Vision und eine klar definierte Mission. Alle Beteiligten müssen das große Ganze verstehen können. Die Schaffung von “Buy-In” bei Kunden und Führungskräften war für mich bereits in meiner Arbeit als Berater eine Kernkompetenz. Heute finde ich mich als CEO von GoVolunteer fast täglich in Situationen wieder, in denen ich Partner, Förderer und Mitarbeiter dazu inspiriere, gemeinsam neue Ziele in Angriff zu nehmen.

Über den Autor

Malte Bedürftig ist Gründer und CEO von GoVolunteer. Er verfügt über 10 Jahre Berufserfahrung als Berater. Während seiner Beratungstätigkeit konzentrierte er sich auf Projekte im öffentlichen und sozialen Sektor und entwickelte besondere Expertise in den Bereichen Strategie und digitale Technologien.

2015 gründete Malte das soziale Startup GoVolunteer mit dem Ziel, jedem Menschen die Chance zu geben, unser gesellschaftliches Zusammenleben durch ein persönliches Engagement mitzugestalten. Heute leitet Malte GoVolunteer und unterstützt als freiberuflicher Experte und Coach Unternehmen, öffentliche Institutionen und Non-Profit-Organisationen in den Bereichen Strategie, soziale Verantwortung und Organisationsentwicklung.