Der CO2-Ausstoß von Flugzeugen und dem zunehmenden Flugverkehr ist verheerend für das Klima. Die CO2-Kompensation ermöglicht es, den eigenen CO2-Verbrauch auszugleichen. Ist die CO2-Kompensation eine Lösung für den Klimawandel? Das erfährst Du in diesem Blogartikel, der in Kooperation mit dem Landesverband Berlin des BUND und der Freiwilligenhauptstadt Berlin entstanden ist.

Darum ist zu viel CO2 schlecht für das Klima

Der Klimawandel gefährdet alle Lebewesen auf der Erde und zerstört ganze Ökosysteme. Dafür ist der Mensch verantwortlich, denn durch die zunehmende Industrialisierung über die Jahrzehnte, gab es einen enormen Anstieg an CO2-Emissionen. CO2 ist eines von mehreren Treibhausgasen, welches sich in der Atmosphäre ansammelt. Der dabei entstehende Treibhauseffekt ist erstmal positiv und die Grundlage für das Leben auf der Erde.

Ohne Treibhauseffekt würden minus 16 Grad auf der Erde herrschen. Der Treibhauseffekt sorgt dafür, dass wir Temperaturen haben in denen sich Leben entwickeln konnte. Doch durch zusätzliche Treibhausgase bleibt die Temperatur auf der Erde nicht mehr konstant. Je mehr zusätzliche Treibhausgase wir ausstoßen, desto stärker erhitzt sich die Erde. Durch die zunehmend höher werdende Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre werden Sonnenstrahlen zurück auf die Erde reflektiert. Das Treibhausgas CO2 gelangt durch die Verbrennung von fossilen Rohstoffen – z.B. Öl, Erdgas oder Kohle – die wir zur Erzeugung von Strom, zum Heizen oder zur Fortbewegung verwenden in die Atmosphäre. So kommt es zur immer stärker werdenden Erhitzung der Erde.

Was heißt CO2 kompensieren?

Bei der CO2-Kompensation geht es einfach gesagt um den Ausgleich von verursachten CO2-Emissionen. Besonders häufig wird die Kompensation von CO2 zur Urlaubszeit zum Thema. Hier kann beispielsweise der CO2-Ausstoß eines Flugs berechnet und durch eine Projektspende ausgeglichen werden (Beispiel hier> und hier>). Die Emissionen, die Du verursachst, spart der Anbieter mithilfe Deiner Spende durch seine Projekte wieder ein. Oft sind das Projekte im Globalen Süden, in denen z.B. energieeffiziente Öfen produziert und verkauft werden, damit wird zum Kochen weniger Holz benötigt und die Entwaldung reduziert . Ein anderes Beispiel sind Solaranlagen die gebaut werden, damit die Menschen ihren Strom nicht mehr durch Dieselaggregate erzeugen müssen. Damit sich die Menschen und Familien vor Ort die neuen Öfen oder Solarzellen leisten können, werden diese durch Deine Spende an den Kompensationsanbieter subventioniert und können so zu einem günstigeren Preis angeboten werden.

Leider wird bei Anbietern für die CO2-Kompensation oft “geschummelt”. Falls Du Dich bei Deinem nächsten Urlaub für die CO2-Kompensation entscheidest, solltest Du dies unbedingt über seriöse Anbieter machen, die die Kompensation und die Berechnung deiner CO2-Emissionen transparent gestalten. Wie Du seriöse Anbieter erkennst, erfährst Du hier>.

Stiftung Warentest hat mehrere Anbieter getestet. Am besten hat der Anbieter “Atmosfair” abgeschnitten. Darauffolgend der Anbieter Klima-Kollekte.

Neben Flügen sind auch alltägliche CO2-Emissionen kompensierbar. Du kannst zum Beispiel Deine Auto- und Bahnnutzung oder auch Deinen gesamten geschätzten Energieverbrauch kompensieren.

Kann man mit der CO2-Kompensation klimafreundlich fliegen?

Das grundsätzliche Problem ist, dass die meisten Menschen in Deutschland nicht klimafreundlich leben – sie stoßen zu viele Treibhausgase aus. Das bedeutet, dass die eigenen Emissionen dringend reduzieren werden müssen. Oft wird mit einem einzigen Flug das ganze Jahresbudget eines Durchschnittsmenschen innerhalb weniger Stunden ausgestoßen.

Du solltest Dir deshalb genau überlegen, ob ein Flug unbedingt nötig ist. Kannst Du vielleicht mit der Bahn fahren, ggf. im Schlafwagen über Nacht? Oder “lohnt” sich ein weiter Flug, wenn Du nur wenige Wochen bleibst? Vielleicht kannst Du versuchen für längere Zeit, z.B. für ein Praktikum im Ausland zu bleiben?

Auch wenn Du den Flug kompensierst (und das solltest Du in jedem Fall tun) ändert sich nichts an dem grundlegenden Problem, dass viele Menschen im Globalen Norden mit dem aktuellen Lebensstil zu viele Treibhausgase ausstoßen.

Deine eigene Entscheidung hat also großen Einfluß. Noch größeren Einfluss hätte es jedoch, wenn Regierungen Subventionen für den Flugverkehr oder andere auf fossilen Energieträgern basierende Technologien streichen. So zahlen Fluggesellschaften in Deutschland zum Beispiel keine Steuern auf Kerosin. Auch müssen sie – anders als z.B. mittlerweile Kraftwerke – keine CO2-Zertifikate über den Emissionshandel erwerben. Als Ergebnis sind klimaschädliche Flüge unschlagbar günstig, günstiger als klimafreundliches Bahnfahren. Verrückt, oder?

Wenn Du mithelfen willst das zu ändern dann schaue hier> vorbei.

Co2 sparen statt kompensieren!

Die Treibhausgasemissionen von Flugreisen oder Autofahrten zu kompensieren ist eine gute Idee, aber kann nicht als Lösung für den Klimawandel gesehen werden. Wichtig ist, dass jede:r einzelne von uns die eigenen Treibhausgasemissionen reduziert.

Noch wichtiger ist jedoch, dass die Politik Gesetze so anpasst, dass der Verkehr, die Landwirtschaft, die Wirtschaft – das Leben in all seinen Bereichen klimafreundlich, bzw. sogar ganz ohne Treibhausgasemissionen möglich ist. CO2-Emissionen landen trotz der  “Wiedergutmachung” durch Kompensation in der Atmosphäre. Die Kompensation ist also nicht mit der CO2-Vermeidung gleichzustellen.

Am besten fürs Klima ist immer noch die Vermeidung von CO2-Emissionen.

CO2 kann in fast jeder Lebenslage gespart werden! Wir zeigen Dir, wie Du idealerweise CO2 sparst.

Suche Dein Transportmittel möglichst umweltfreundlich aus. Du kannst beispielsweise anstelle eines Autos mit dem Rad zur Arbeit oder Schule fahren und somit Deinen täglichen CO2-Ausstoß minimieren.

Wo und wo Du Dich für Fahrrad-Projekte engagieren kannst, erfährst Du hier>.

Menschen im Globalen Norden konsumieren zu viel und das verursacht unnötig viele CO2-Emissionen. Am besten ist, wenn Du nach der Abfallhierarchie “Reduce, Reuse, Repair, Recycle.” handelst:

Reduce: Versuche Deinen Konsum zu reduzieren. Überlege Dir vorher, ob Du wirklich brauchst, was Du kaufen möchtest.

Reuse: Wenn Du etwas brauchst, dann recherchiere, ob Du auf einem (Online-) Flohmarkt (z.B. Vinted, Ebay-Kleinanzeigen), oder bei einer Kleidertauschparty etwas Gebrauchtes findest.

Repair: Ist etwas kaputt gegangen, dann versuche es zu reparieren. Deine Jeans kannst Du nähen, Deinen Toaster zur Reparatur bringen. Hierzu gibt es bestimmt auch in Deiner Gegend ein Repaircafe, das Dir hilft.

Recycle: Erst zum Schluss versuchen wir das Produkt wieder in seine Ausgangsstoffe zu zerlegen und dann (professionell) zu recyceln.

Reise möglichst umweltfreundlich und bedenke Deinen CO2 Verbrauch beim Buchen des Transportmittels. Für kurze Strecken kannst Du beispielsweise auf das Flugzeug verzichten und mit dem Zug fahren. Innerhalb Europas kannst Du beispielsweise den Interrail als Alternative benutzen und vielleicht sogar mehr Städte besuchen als mit dem Flugzeug! Weitere Tipps, wie Du Deinen Urlaub nachhaltig gestalten kannst, findest Du hier>.

Indem du achtsam mit Deinem Energieverbrauch zu Hause umgehst kannst Du jährlich eine Menge CO2 sparen! Wie Du energieeffizient heizt erfährst du hier>.

Die Verbraucherzentrale bietet zum Teil kostenlose Beratungsmöglichkeiten für energieeffizente Gebäudesanierungen oder Neubauten an. Alle Beratungsangebote findest Du hier>.

Du hast einen alten Kühlschrank? Die Chancen stehen gut, dass es sich um einen extremen Stromfresser handelt. Achte beim Kauf von Produkten auf deren Energieeffizienzlabel und Energieklassen. Hier> findest Du Produktlisten und Kauftipps.

Diese Organisationen brauchen Deine Unterstützung im Kampf gegen den Klimawandel:

Changing Cities

Greenpeace

Fridays For Future

BUND Jugend Berlin

Hier> zeigen wir Dir weitere 5 Projekte mit ausgezeichnetem Engagement für den Klima- und Naturschutz! 

Lust auf noch mehr Projekte?

Du hast Lust Dich noch mehr zu engagieren und für unsere Gesellschaft einzusetzen? Du suchst ein Projekt in Deiner Stadt? Auf GoVolunteer.com findest Du viele weitere Projekte rund ums Thema Ehrenamt!

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