Grüner Kolonialismus gefährdet den Kampf gegen die Klimaerwärmung. Um diese aufzuhalten brauchen wir nachhaltige und klimagerechte Veränderungen. Eine von der Politik verfolgte Maßnahme ist die Energiewende, denn rund 40 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen gehen auf das Konto der Energiewirtschaft. Energiewende bedeutet z.B. mehr Sonnenenergie durch Solarzellen, mehr Wasserkraftwerke, mehr E-Autos und mehr Biokraftstoff.

Doch sind diese Maßnahmen wirklich so nachhaltig wie sie dargestellt werden? Wie steht es mit der Klimagerechtigkeit und was ist Grüner Kolonialismus? Das erfährst Du hier!

Rohstoffbeschaffung – eine nachhaltige Angelegenheit?

Für die Lithium-Batterien in Elektroautos, E-Rollern und Co. sind die Rohstoffe Lithium und Kobalt unerlässlich. 2016 wurden etwa 10.000 Tonnen reines Lithium und 20.000 Tonnen Kobalt für E-Autos verwendet. Forscher*innen schätzen den Verbrauch im Jahr 2050 bei 1,1 Millionen Tonnen Lithium und 800.000 Tonnen Kobalt im Jahr.

Ein Ressourcenabbau diesen Ausmaßes hat starke Auswirkungen auf die Umwelt. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), bezeichnet die Versauerung von Grubenwässern als das größte Umweltproblem der Bergbauindustrie.

Viele der Ressourcen stammen aus dem Globalen Süden und liegen in Salzseen in Chile, Argentinien und Bolivien. Durch den Abbau wird viel Wasser verbraucht, was in ohnehin trockenen Regionen massive Auswirkungen hat. Das restliche Wasser wird kontaminiert und kann nicht mehr für die Landwirtschaft genutzt werden. Tiere und Pflanzen sind dadurch vom Aussterben bedroht. Für die indigenen Bewohner:innen in der Region hat das verheerende Auswirkungen, denn ihre Lebensgrundlage – das Land auf dem sie wohnen und das sie ernährt – ist in Gefahr. Zugang zu den Technologien haben die Indigenen nicht, denn diese werden für den Globalen Norden hergestellt.

Grüner Kolonialismus: Menschenrechtsverletzungen im Namen des Klimaschutzes

Eine Studie zeigt, dass fast alle Rohstoffe, die für grüne Technologien benötigt werden, konfliktbehaftet sind. Zu den menschenrechtsverletzenden Praktiken gehört Green Grabbing, eine Form des Grünen Kolonialismus. Das ist eine spezielle Form der Landnahme wo indigene Gruppen vertrieben werden und ihr Land durch ausländische Staaten oder Unternehmen enteignet wird. Das Ziel ist die Ressourcennutzung im Namen des Umwelt- und Klimaschutzes.

Auf dem Land werden dann z.B. weitflächig Monokulturen für die Biodieselproduktion angebaut. Dazu kommt, dass die Proteste der indigenen Bewohner:innen des Landes oftmals kriminalisiert und brutal von Polizei und Sicherheitskräften niedergeschlagen werden. Von Klimagerechtigkeit keine Spur. Was zu sehen ist: Rassismus, Gewalt und Einschüchterung – Symptome des Grünen Kolonialismus.

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Wie lösen wir das Problem mit Grünem Kolonialismus?

Bei vielen scheinbar klimafreundlichen Produkten muss genau hingeschaut werden. Oftmals handelt es sich um industriell-kapitalistische Interessen, die unter dem Vorwand ökologischer Motive durchgesetzt werden. Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur, dass Endprodukte möglichst wenig CO2 ausstoßen, sondern auch, dass die Produktionsketten nachhaltig sein sollten – nachhaltigkeit in Bezug auf Ressourcen, Menschenrechte und das Klima, nicht auf einen Teilaspekt davon. Indigene Bewohner:innen müssen konsolidiert werden, wenn die Rohstoffe ihres Landes gebraucht werden, das ist nach internationalem Recht vorgeschrieben. Grüner Kolonialismus führt zu einem Fortbestehen ungerechter globaler Machtverhältnisse, auf deren Grundlage der Kampf gegen den Klimawandel zum Scheitern verurteilt ist. Ein Schritt in die richtige Richtung ist das Lieferkettengesetz der Bundesregierung, durch das menschenrechtsverletzende Produktionsverfahren nicht mehr zulässig sind.

Survival International setzt sich für einen klimagerechten, dekolonialisierten Naturschutz und den Schutz von indigenen Gruppen ein.

So kannst Du das internationale Netzwerk unterstützen:

  • Informiere Dich  über Klimagerechtigkeit, dekolonialen Klimaschutz und Rassismus!
  • Kläre Dein Umfeld über das Thema auf und schaffe ein Bewusstsein!
  • Unterschreibe ihre Petitionen!
  • Schreibe Politiker:innen per Mail,was Deine Forderungen sind
  • Mache mit bei Fundraising-Aktionen!

Weitere Infos zu Aktivismus bei Survival International findest Du hier.

Lust auf noch mehr Engagement?

Du willst Dich für das Klima einsetzen, aber willst lieber vor Deiner eigenen Haustüre anfangen? Dann engagiere Dich doch bei einer der vielen Ortsgruppen von Fridays for Future! Demonstrationen sind nicht so Dein Ding? Dann hilft doch beim Zero Waste Berlin Festival! War nichts für Dich dabei? Keine Sorge auf GoVolunteer.com findest Du viele tolle Projekte in verschiedenen Bereichen.

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