Einfache Sprache wird immer mehr zum Trend der Zukunft. Sie ist nicht anti-intellektuell, sondern zeigt die gegenseitige Wertschätzung in der Kommunikation. Durch ihre Offenheit und Flexibilität ermöglicht Einfache Sprache Empowerment und Teilhabe. Mit ihr sorgst Du für flache Hierarchien und Partizipation. Wir haben hier die wichtigsten Fakten und Tipps über einfache Sprache für Dich:

Was ist Einfache Sprache?

Einfache Sprache ist ein Konzept der sprachsensiblen Kommunikation. Eine allgemein anerkannte Definition davon gibt es allerdings nicht. Im Mittelpunkt des Konzepts stehen die Kommunizierenden / Rezipierenden, ihre sprachlichen, fachlichen und persönlichen Kompetenzen sowie ein empathischer sensibler Umgang damit.
Einfache Sprache hat also das Ziel, die möglichen Stolpersteine in der Kommunikation zu identifizieren und zu vermeiden. Wichtig ist, dass der Inhalt dabei gleich bleibt. Nur die Art und Weise der Kommunikation wird angepasst und optimiert.

Wann benutze ich Einfache Sprache?

Die Zielgruppe der Einfachen Sprachen ist sehr vielfältig. Dazu gehören die „Nicht-Fachleute“, denen Fachinhalte verständlich und ansprechend vermittelt werden sollen. Große Bedeutung hat Einfache Sprache in der Zusammenarbeit mit Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte, Menschen mit Lern- oder Leseschwierigkeiten sowie in den Bereichen Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und Deutsch als Fremdsprache (DaF). Auch im Bereich Tourismus kann einfache Sprache positive Wirkung haben.

Was ist der Unterschied zwischen Leichter und Einfacher Sprache?

Die Konzepte Leichte Sprache und Einfache Sprache haben zwar die gleiche Funktion – die Komplexität der Kommunikation zu reduzieren, unterscheiden sich allerdings in ihren Hintergründen und in der Umsetzung. Leichte Sprache ist im Rahmen der UN-Behindertenrechtskonvention entstanden und orientiert sich an Menschen mit seelischen und geistigen Behinderungen. Sie hat sehr feste starre Regeln und beinhaltet auch die semantische Reduktion und Vereinfachung der Inhalte. Bei der Einfachen Sprache hingegen bleibt der Inhalt gleich und die Ästhetik spielt genauso wichtige Rolle wie die Funktionalität. Einfache Sprache hat keine festen Regeln, sondern nur flexible Empfehlungen und Tipps.

  • Benutze geläufige Wörter, z.B. den Termin absagen statt den Termin streichen
  • Benutze Verbalstil, vermeide Genitiv und Nominalisierung, z.B. die Kinder betreuen statt die Betreuung der Kinder
  • Benutze konkrete genaue Wörter und vermeide abstrakte Ausdrücke
  • Vermeide zusammengesetzte Wörter 
  • Bilde kurze Sätze, vermeide lange Nebensätze
  • Benutze Aktivformen statt Passiv 
  • Vermeide Füllwörter und Worthülsen wie z.B. halt, quasi, gewissermaßen etc.

Versetze Dich in Deine:n Gesprächspartner:in hinein und versuche ihre:seine Erfahrungen, Vorwissen und Interessen zu berücksichtigen und wider zu spiegeln. Einfache Sprache hat viel mit Empathie zu tun.

Wo findest du mehr zum Thema?

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