ENGAGIERTE NEWCOMER von GoVolunteer hilft Menschen, die neu in Deutschland sind, durch ehrenamtliche Arbeit Teil unserer Gesellschaft zu werden. Durch ENGAGIERTE NEWCOMER fanden seit April 2018 bereits über 100 Menschen ein soziales Engagement. Dabei werden die Teilnehmer*innen von unseren Volunteer Coaches vorbereitet, vermittelt und während ihres 3-monatigen Engagements persönlich betreut.

Engagierte Newcomer Nour

Einer unser Volunteer Coaches ist Nour. Nour ist 26 Jahre alt und vor 3 Jahren von Syrien nach Deutschland geflohen. Seit April studiert er “Soziale Arbeit” an der Alice-Salomon-Schule in Berlin.

Wir wollten mehr über Nour und seine Arbeit als Volunteer Coach erfahren und haben ihn zum Interview eingeladen.

GoV: Wie bist du auf ENGAGIERTE NEWCOMER aufmerksam geworden?

Nour: Eigentlich war Berlin von der Größe her nicht so ein großer Unterschied, weil ich aus Aleppo komme und die Stadt auch groß und interkulturell ist. Bei meiner Ankunft wurde ich sehr unterstützt,was meinen Wunsch im sozialen Bereich zu arbeiten noch einmal verstärkt hat. Ich habe damals sehr viele Förderungen durch Sozialarbeiter*innen bekommen, weshalb ich die Hilfe sehr zu schätzen weiß und mir dadurch wichtig geworden ist, selbst hilfsbedürftigen Menschen zu helfen.

GoV: Wie funktioniert ENGAGIERTE NEWCOMER eigentlich?

Nour: Zunächst müssen sich die Menschen erstmal online bei uns anmelden. Danach laden wir sie oder ihn zu einem Erstgespräch ein, um mehr Informationen zu sammeln. Wir schlagen dem oder der Newcomer*in 3 Organisationen vor und der oder die Newcomer*in kann sich eine davon aussuchen. Dann gehen wir gemeinsam zu einem Kennenlerngespräch mit der Organisation. Wenn das Gespräch gut läuft, dann fängt der oder die Newcomer*in mit der Arbeit bei der Organisation an. Wir bleiben ständig in Kontakt, indem wir regelmäßige Check-ins per Mail machen. Zu unserem Programm gehört auch ein verpflichtender Vorbereitungskurs. Dort diskutieren wir auch die Unterschiede zwischen ehrenamtlicher Arbeit in Deutschland und den Heimatländern der Teilnehmer*innen. Am Ende des Programms gibt es einen Reflexionskurs, nach dem man ein Zertifikat bekommt. Dieses Zertifikat hilft auch bei der Job-Bewerbung und macht sich sehr gut im Lebenslauf.

GoV: Was sind deine Aufgaben als Volunteer Coach bei ENGAGIERTE NEWCOMER?

Nour: Ich nehme Kontakt zu unseren Partnerorganisationen auf und begleite die Teilnehmer*innen zu den Kennenlerngesprächen. Außerdem kümmere ich mich um Mails und weitere kleinere Aufgaben. Jeden Mittwoch Nachmittag haben wir eine Sprechstunde, in der Teilnehmer*innen bei Schwierigkeiten zu uns kommen können und wir gemeinsam versuchen, Probleme anzupacken. Auch Workshops gehören zu dem Programm, die für die Newcomer sehr hilfreich sein können. Zusammen mit Kolleg*innen habe ich einen Workshop zum Thema “Arbeiten in Deutschland” durchgeführt. Es gibt auch immer Events, bei denen ich Verantwortung übernehme, wie zum Beispiel bei dem Aktionstag in Neukölln, bei dem wir ENGAGIERTE NEWCOMER vorgestellt haben.

GoV: Wie empfindest du das Verhältnis zu den Newcomer*innen?

Nour: Da ich selbst Fluchterfahrungen gemacht habe, kann ich mich sehr gut in die Menschen bei ENGAGIERTE NEWCOMER reinversetzen, da die meisten Newcomer*innen ähnliche oder die selben Erfahrungen wie ich gemacht haben und ich ihre Situation gut nachempfinden kann. Oftmals ist man zu fremden Mensch erstmal nicht so offen und traut sich vielleicht nicht von seinen Schwierigkeiten und Problemen zu erzählen, aber weil ich selbst die Erfahrungen gesammelt habe, kann ich da vielleicht mehr geben und mehr Empathie empfinden.

Willst Du auch tolle Menschen kennenlernen, deine Deutschkenntnisse verbessern und aktiv etwas zu der Gesellschaft beitragen? Dann bewirb dich jetzt unter engagierte-newcomer.de. Wir freuen uns auf Dich!

Das Interview wurde von Karina Hein durchgeführt.

Karina Hein Autorenbox

Über die Autorin

Karina ist Praktikantin im Communications Team bei GoVolunteer. Normalerweise studiert sie im wunderschönen, kleinen Marburg Sozialwissenschaften und will später Journalistin werden. Sie interessiert sich für gesellschaftliche Themen, Kultur und Nachhaltigkeit.