Das Thema Integration ist mit vielen Vorurteilen behaftet. Das erschwert Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund die Integration in unsere Gesellschaft. Sie werden im Alltag häufig mit Vorurteilen und Fragen konfrontiert :

Passen Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund in unsere Kultur? Bekommen Asylbewerber:innen mehr Sozialleistungen? Kann sich Deutschland Migration und Integration überhaupt leisten?

Wir haben die häufigsten Fragen und Vorurteile gesammelt und geben Dir in diesem Artikel einen Überblick über die Fakten.

Was bedeutet Integration und wann ist sie gelungen?

Ein Ziel von Integration ist, dass sich alle Einwohner:innen Deutschlands als eine Gemeinschaft fühlen, in der jede:r die gleichen Chancen hat. Dabei sollte es egal sein, ob jemand zugewandert, geflüchtet oder in Deutschland geboren ist. Das erfordert Offenheit von Allen, denn Integration kann nur stattfinden, wenn Neuankömmlinge aktiv in unseren Alltag mit einbezogen werden.

Warum sind Vorurteile so schädlich?

Vorurteile erzeugen Schubladen in unseren Köpfen, in die wir neue Menschen bei der ersten Begegnung stecken. Oft wissen wir sogar, dass an diesen Vorteilen nichts dran ist, aber sie haben sich so eingeprägt, dass wir im ersten Moment überrascht sind, wenn jemand ihnen nicht entspricht. Das Gegenüber merkt so etwas trotzdem und fühlt sich dadurch weniger willkommen.

Es gibt aber leider auch genug Menschen, die sich entscheiden diesen Vorurteilen zu glauben und an ihnen festzuhalten. Diese Leute könnten darüber entscheiden, wer die nächste Wohnung oder den neuen Job bekommt. In dem Moment werden verinnerlichte Vorurteile zu einem großen Problem, denn sie sorgen dafür, dass die Chancen nicht mehr für alle gleich sind. Und das ist nötig, damit wir uns alle als eine Gemeinschaft fühlen können.

Integration: Vorurteile vs. Realität

Es ist also wichtig, dass wir Vorurteile aus dem Weg räumen, indem wir erklären, was hinter ihnen steckt. Deshalb haben wir die häufigsten Vorurteile gesammelt und erklären Dir, wie die Realität aussieht.

Das muss sie auch nicht! Manche Menschen fühlen sich von fremden Kulturen gefährdet. Das Gesetz steht aber über allen Kulturen. Damit muss niemand Angst haben, die eigene Kultur nicht frei ausleben zu können.

Außerdem ist unsere Kultur bereits ein bunter Mix aus allen Kulturen, die sich in der Geschichte Deutschlands zusammengefunden haben. Warum also nicht auch heute noch offen für neue Einflüsse sein?

Es ist nicht bewiesen, dass Zugewanderte krimineller sind als in Deutschland geborene Menschen. Zudem hängt Kriminalität meist nicht mit Herkunft und Religion zusammen, sondern mit der individuellen Lebensrealität. Und für die sind wir alle mitverantwortlich.

Dieser Eindruck kann entstehen, da man in Führungspositionen oft weniger Zugewanderte sieht. Das liegt aber in erster Linie daran, dass ihre Studienabschlüsse in Deutschland oft nicht anerkannt werden und sie bei der Jobsuche auf Diskriminierung stoßen. Zudem können sie sich auf deutsch – einer neu erlernten Sprache – manchmal weniger gut ausdrücken, als jemand der deutschsprachig aufgewachsen ist.

Dagegen gibt es mindestens zwei schwerwiegende Argumente: . Erstens ist das Asylrecht im Grundgesetz verankert und der Schutz von politisch Verfolgten Menschen darf nicht gegen Geld abgewogen werden. Sollte man das trotzdem unbedingt tun wollen, greift Punkt zwei: Setzt man das Geld, das im Zusammenhang mit Flucht und Migration ausgegeben wird, ins Verhältnis zu anderen staatlichen Ausgaben, dann sieht man die Sache plötzlich aus einer anderen Perspektive. Ein Beispiel: Im “Rekordjahr” 2016 wurden 21,7 Milliarden Euro für den Bereich Flucht und Migration ausgegeben.  Zum Vergleich: Durch Steuervermeidung verliert der Staat Schätzungsweise 100 Milliarden Euro – jedes Jahr!

Asylbewerber:innen bekommen nur so viel, wie das Asylbewerberleistungsgesetz vorsieht. Das ist weniger als Hartz IV! Zudem haben sie weniger Anspruch auf medizinische Versorgung und unter manchen Umständen wird das Geld sogar noch gekürzt. Erst, wenn sich die Bewerber:innen eine ganze Weile in Deutschland aufhalten oder wenn offiziell Asyl gewährt ist, haben sie Anspruch auf Hartz IV oder Leistungen in ähnlicher Höhe.

(Quelle: Proasyl)

3 Projekte für Dein Engagement für gelungene Integration

Wegen all diesen Vorurteilen ist es besonders wichtig, dass sich viele Menschen im Bereich Integration engagieren. Wir haben deshalb drei Projekte zusammengestellt, bei denen Du helfen kannst. Engagiere dich jetzt!

Ende April startet das Begegnungslabor bei Über den Tellerrand e.V.! In einer Gruppe von Menschen mit und ohne Fluchterfahrung beschäftigst Du Dich mit den Begriffen “Integration und Migration”. Während des Labors experimentiert Ihr mit Werkzeugen und Methoden, mit denen Ihr die Gesellschaft aktiv mitgestalten könnt. Werde Teil der Gruppe!

Auch im Netz werden Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund mit Hass konfrontiert. Ichbinhier e.V ist eine über Facebook organisierte Gruppe, die überall im Netz mit Hasskommentare mit Aufklärung kontert. Werde ein Teil der Gruppe und engagiere dich gegen Hass im Netz!

Gerade in der Bildung werden Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund oft benachteiligt, da sie zum Beispiel weniger Unterstützung bei den Hausaufgaben erhalten. Du kannst Ihnen die Unterstützung geben, die sie brauchen. Engagiere Dich für gleiche Chancen beim IB Berlin-Brandenburg!

Es ist also wichtig Menschen aus anderen Kulturen nicht in erster Linie als “fremd” anzusehen – sucht doch lieber Gemeinsamkeiten als Unterschiede! Denn nur, wenn wir nicht im voraus über Andere urteilen, können alle die gleichen Chancen haben. So können, sich alle ohne Angst in unsere Gesellschaft einbringen.

Wenn Du wissen möchtest, was Du noch gegen Rassismus und Vorurteile tun kannst, schau bei unseren 8 Tipps um Dich gegen Rassismus zu engagieren vorbei!

Du möchtest noch mehr tun und Dich für Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund einsetzen? Das richtige Projekte war noch nicht für Dich dabei? Dann schau bei unseren Projekten im Bereich “Flucht und Migration” vorbei!

Finde jetzt Dein Engagement!