Um Essen und Ernährung dreht sich die Welt. Auch beim Klimaschutz. Essen ist emotional und intim, weil es in direkter Verbindung zu unserem Körper steht. Wenn es um den Klimawandel geht, wollen wir aber rationale Handlungswege und Fakten hören. Sind Emotionen und Rationalität vereinbar wenn es um unsere Lebensmittel und das Klima geht?

Essen und das Klima

Unsere Ernährung hat Auswirkungen auf unsere Gesundheit, aber auch auf die unseres Planeten.

Wusstest Du, dass wir nur einen Bruchteil der Getreide und Kartoffelsorten essen, die es eigentlich gibt? Monokulturen schaden den Böden und führen sogar zu Ernte-Verlust.

Wir wollen billiges Fleisch. Die industrielle Tierhaltung erhöht die Emission von Treibhausgasen.

Für unseren Zuckerkonsum leiden in Brasilien Böden und Gewässer.

Billige Lebensmittel und große Ernteerträge werden durch den Einsatz von Pestiziden möglich gemacht. Diese sickern in die Böden, landen im Grundwasser und gelangen so schließlich zurück auf unsere Teller.

Die Art wie wir uns ernähren stößt einen Kreislauf an: Wie es unserem Planeten geht, bestimmt wiederum wie es uns geht.

Fühlen und Essen

Als Mensch, der die Umwelt respektieren will, stellt man sich nun also Fragen über Fragen. Wie kann ich vermeiden, dass mein Essverhalten dem Klima schadet? Laut einer im Spiegel zitierten Studie kann ein in Deutschland lebender Veganer tatsächlich die Co2 Bilanz senken: und zwar um 2 kg pro Person im Jahr! Da hab ich also meine Lösung. Wäre essen doch bloß rational!

Ist es aber nicht. Für die meisten von uns ist Essen nicht einfach nur Essen. Essen und Ernährung haben eine zentrale Rolle für unsere Identität. Mit gewissen Speisen verbinden wir bestimmte Menschen, Geschichten, Kulturen, Erinnerungen, Gefühle (‚Schokolade macht glücklich‘).

Diese Attitüde hört man im wahren Leben nämlich wohl eher selten:

Selbst wenn wir über den menschengemachten Klimawandel aufgeklärt sind: zu Weihnachten gehören einfach Gänsebraten und Raclette! Die Verbindung zu unserem Essen ist also komplex und geht weit über das nackte Überleben hinaus.

Das macht es gar nicht so einfach, eine Ernährungsweise zu finden, die uns kein schlechtes Gewissen macht und uns gleichzeitig nicht einschränkt.

Essen lernen

Den eigenen Gefühlen nachgeben, klingt nicht nach einer zufriedenstellenden Lösung. Aber sie ganz außer Acht zu lassen, kann man trotzdem nicht. In diesem Artikel erklärt Bee Wilson: Wir essen das, was uns schmeckt. Uns schmeckt das, was wir essen, weil uns gesagt wird wie wir uns dem Essen gegenüber fühlen. Wenn Du, zum Beispiel, früher mit Süßigkeiten für gutes Verhalten belohnt wurdest und mit Gemüse bestraft, dann assoziierst Du ein Lebensmittel mit Belohnung und das andere mit Strafe. So lernst Du was Dir besser schmeckt und daraus entstehen Gewohnheiten. So fühlen und essen wir. Diese Sichtweise scheint zunächst negativ, zeigt uns eigentlich, dass wir lernen können, uns gesund und klimagerecht zu ernähren.

Essen und Engagement

Eines ist klar: der Beziehungsstatus zwischen Essen und uns, Essen und Klima und uns und dem Klima ist kompliziert. Vielleicht gibt es nicht die eine rationale Lösung bei den Lebensmitteln und den Klimafragen, aber wir können uns Fragen stellen und uns reflektieren. Und das müssen wir nicht alleine.

So wie Essen verbindet, verbindet auch ein soziales Engagement. Dabei lernst Du Gleichgesinnte kennen. Du sammelst mehr Wissen, nach dem Du handeln und das Du weitergeben kannst.

Auf die Suche nach Antworten für eine klimafreundliche Ernährung begebt Du und Deine Mitstreiter Euch zusammen. Gemeinsam stellt Ihr Euch neue Fragen: Damit vegane Ernährung klimatechnisch wirklich Sinn macht, muss ich doch zusätzlich lokal und saisonal essen? Wie blickt man durch den Bio-Siegel-Wald? Was ist mit dem Welthunger und wie passt das mit Lebensmittelverschwendung zusammen?

Es gibt noch viele Baustellen, die helfende Hände brauchen. Wo Du jetzt aktiv werden kannst? Hier drei Beispiele:

Über die Autorin

Elena konnte ihre Schwäche für Bücher und Sprachen in einem Bachelor und Masterstudium ausleben. Bei GoVolunteer schlägt sie als Praktikantin ein neues Kapitel auf, um Neues zu entdecken und zu lernen.