GoVolunteer: Heute besprechen wir Fußball und Integration. Sie sind seit mehr als 30 Jahren aktiv im Profifußball tätig, als Spieler und Funktionär. Hat sich der Umgang mit Spielern anderer Herkunft in der Zeit verändert? Offensiv gefragt: Hat der deutsche Fußball ein Problem mit Fremdenfeindlichkeit? Und was tun Sie, um dem entgegenzuwirken?

Michael Preetz: Ich habe nicht das Gefühl, dass sich diesbezüglich etwas während der Jahre verändert hat. Gerade im Fußball ist es schon lange völlig normal und gelernt, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft oder Hautfarbe miteinander leben. Und ebenso früher wie heute gibt es leider vereinzelte Fehlgeleitete, die damit ein Problem haben. Wir dokumentieren jeden Tag auf dem Platz, aber auch darüber hinaus, dass alle gleich sind. Ich denke aber nicht, dass der deutsche Fußball ein generelles Problem mit Fremdenfeindlichkeit hat. Das Fußballumfeld ist wie andere Bereiche auch Spiegelbild der Gesellschaft.

GoVolunteer: Haben Sie selber schon einmal Erfahrung mit Integrationsprojekten oder ehrenamtlicher Arbeit gemacht? Wenn ja, welche und warum? (Z.B. als Kind im Zeltlager, in einer Jugendgruppe oder als Ehrenamtler im Sport?)

Michael Preetz: Wir haben bei Hertha BSC zum Beispiel das seit 2010 von der Bundesliga-Stiftung geförderte Integrationsprojekt ‘MitternachtsSport’. Das Projekt bieten u.a. Jugendlichen in Berlin an Wochenenden kostenlose Fußballkurse mit sozialpädagogischer Betreuung an. Außerdem vermittelt es den Teilnehmern die Werte Respekt, Toleranz und Fairplay. Ebenso das Projekt „Willkommen im Fußball“. In dem Berliner Willkommensbündnis kooperieren Hertha BSC, Champions ohne Grenzen e.V. und der SC Siemensstadt. Bestandteil der Berliner Kooperation ist ein wöchentliches öffentliches Training für junge Geflüchtete sowie das Projekt ‚Fußball plus’, das u.a. Beratungsangebote bereitstellt. Bei diesem Projekt war ich persönlich vor Ort und habe erlebt, welche Bedeutung das für die Flüchtlinge hat.

GoVolunteer: Wie engagiert sich die Hertha in Berlin für Geflüchtete? Und legen Sie Ihren Spielern nah, sich auch außerhalb des Vereins für die Stadt zu engagieren?

Michael Preetz: Wie gerade beschrieben gibt es unterschiedliche Maßnahmen und Projekte bei Hertha BSC hinsichtlich der Integration und Unterstützung von Flüchtlingen. Das bekommen die Spieler auch mit. Unter anderem durch unsere Initiative „Hertha hilft“, in die unsere Spieler auch einbezogen sind. Darüber hinaus gibt es den ein oder anderen, der sich schon in verschiedenen sozialen Projekten engagiert.

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