Naturschutz und Klimaschutz gehen Hand in Hand. Sie bedingen sich gegenseitig und profitieren voneinander. Das ist allerdings nicht immer so. Zwischen Naturschützer:innen und Klimaschützer:innen besteht nicht immer nur Eintracht, sondern es kommt auch zu Konflikten. Doch wann und warum kollidieren Klimaschutz und Naturschutz? Hier erfährst Du, was die Begriffe noch mal genau bedeuten, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Bewegungen bestehen und warum es zu Konflikten kommt.

Was bedeuten Klimaschutz und Naturschutz?

Umweltschutz, Naturschutz und Klimaschutz werden oft als Synonyme verwendet und nicht immer ganz trennscharf behandelt. Du bist Dir auch nicht mehr so ganz sicher, was jetzt nochmal was bedeutet? Kein Problem, wir haben die Antwort:

Was bedeutet Klimaschutz?

Der Klimaschutz wirkt der globalen Erwärmung und deren Folgen wie unter anderem extremen Wetterereignissen und dem ansteigenden Meeresspiegel entgegen. Hierbei geht es primär darum, die Auswirkungen des menschlichen Handelns auf die Natur und das Klima einzudämmen. Das bedeutet die Reinhaltung der Böden, des Wassers und der Luft. Ein zentraler Punkt des Klimaschutzes ist es, die CO2-Emissionen zu reduzieren.

Die bekannteste Klimaschutzbewegung ist momentan wohl Fridays for Future, die jeden Freitag für das Klima auf die Straße geht und für eine klimafreundliche Politik demonstriert. Du hast Lust, Dich bei Fridays For Future zu engagieren? Dann melde Dich jetzt an!

Du interessierst Dich für den Klimaschutz? Dann finde heraus, wie klimaschonend vegane Ernährung ist oder wie Du nachhaltig reisen kannst.

Was bedeutet Naturschutz?

Der Naturschutz sorgt für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Der Fokus liegt dabei vor allem auf dem Schutz von Lebensräumen, damit so viele Pflanzen- und Tierarten wie möglich erhalten bleiben. Hierfür werden beispielsweise Naturschutzgebiete ernannt, wo bestimmte Ökosysteme wiederhergestellt und gepflegt werden.

Für den Naturschutz setzt sich eine Vielzahl von Organisationen ein. In Deutschland gehören der BUND und der NABU zu den bekanntesten und größten Naturschutzorganisationen. Viele tolle Projekte der beiden findest Du auf GoNature.de.

Du interessierst Dich für den Naturschutz? Wir haben spannende Buchtipps für Kinder oder Erwachsene zum Thema. Du bist noch nicht ganz überzeugt? Hier > findest Du 5 Gründe, warum Naturschutz glücklich macht.

Klimaschutz vs. Naturschutz

Klimaschutz und Naturschutz haben eigentlich sehr ähnliche Ziele. Sie setzen sich beide für eine gesunde Umwelt ein und möchten dem Artensterben entgegenwirken. Das große Ziel im Klimaschutz ist es, die CO2-Emissionen herunterzufahren. Dafür sollen erneuerbare Energien her und die Kohle- und Atomkraft abgelöst werden. Das wird im Naturschutz genauso gesehen. Beide Bewegungen sind für sauberen Strom und für das Ende von Kohle- und Atomkraft. Dennoch gibt es immer wieder Konflikte. Doch warum ist das so?

Energiewende heißt das Stichwort, dem Klimaschützer:innen so viel Bedeutung geben. Bis 2050 sollen rund 80 Prozent des deutschen Bedarfs von Strom aus Wind, Sonne oder Biomasse gedeckt werden. Das klingt erst mal ganz gut, oder? Das Problem ist allerdings, dass die Natur leider immer wieder den Preis für saubere Luft und weniger CO2-Ausstoß zahlt, weshalb es zu Konflikten kommt.

Wie schaden Biogasanlagen, Solarfelder, Wasserkraftwerke und Windräder der Natur?

Um Biogas herzustellen, wird Biomasse benötigt, die durch große Maismonokulturen gewonnen wird. Diese verdrängen wilde Blühflächen und andere Lebensräume. Auch allgemein sind Monokulturen eher schlecht für die Natur und die Artenvielfalt.

Auch der Bau von großen Photovoltaikanlagen für Solarenergie braucht viel Platz und freie Fläche. Wo vorher vielleicht noch ein kleiner Teich mit vielen Amphibien, ein kleiner Wald mit Tieren und wilden Pflanzen oder eine freie Blühfläche war, stehen jetzt bereinigte Wiesen und Solarplatten. Wilde Pflanzen werden abgemäht und die Tiere aus ihrem natürlichen Lebensraum verdrängt.

Die Verdrängung von Lebensraum ist allerdings nicht das einzige Problem der neuen Kraftwerke. Bei Wasserkraftwerken besteht eine Kollisionsgefahr der Fische mit den Turbinen, die die Tiere nur selten überleben.

Das größte Problem für die Natur sind allerdings Windenergieanlagen. Sie haben den größten Einfluss auf die Natur und bringen gleich mehrere Gefahren mit sich:

Windräder brauchen – wie andere Ökostromanlagen auch – viel Platz. Dieser wird durch die Vernichtung von wilden Blühflächen und Wäldern geschaffen. Dadurch werden nicht nur Pflanzenarten gefährdet, sondern auch Lebensraum für viele kleine und größere Tiere am Boden zerstört.

Ein Windrad ist groß und macht Lärm, dass weiß jede:r der schon mal in der Nähe stand. Es liegt also nahe, dass die Tiere, die in der Nähe auf dem Boden leben, verschreckt werden. Außerdem gibt es Hinweise, dass die permanente Geräuschemission der sich drehenden Rotoren einen Einfluss auf die akustische Kommunikation von Vögeln oder Fledermäusen hat und die Tiere irritiert.

Ähnlich wie im Wasser verhält es sich in der Luft. So wie Fische mit Turbinen im Wasser kollidieren, so kollidieren auch Vögel oder Fledermäuse mit den Rotorblättern von Windrädern. Zahlreiche Tiere werden dadurch erfasst, durch die Luft geschleudert und getötet.

Am bekanntesten ist hier der Konflikt zwischen Windräder und Rotmilanen. Vielleicht hast auch Du schon von dem Problem gehört? Die Greifvogelart ist besonders anfällig dafür, in die Windräder zu geraten. Mehr Infos dazu findest Du beispielsweise hier >.

Das Thema Windkraft vs. Natur, das gleichzeitig auch Klimaschützer:innen vs. Naturschützer:innen bedeutet, wurde auch im Krimi “Wer Wind erntet, sät Sturm” (2015) von Radio Bremen behandelt. Dieser ist jedoch fiktional und überspitzt und bildet somit nicht in allen Punkten die Realität ab.

Wie können die Konflikte gelöst werden?

Es scheint also, als wären die erneuerbaren Energien schlecht für unsere Natur, dabei sind sie für das Klima doch so wichtig. Erwärmt sich die Erde weiter, kann dies ebenfalls massive Folgen für die Natur und die Artenvielfalt haben. Es braucht also Lösungen, die Klimaschutz und Artenschutz auch an dieser Stelle vereinen.

Eine einheitliche Lösung gibt es aktuell zwar noch nicht, doch es gibt bereits vielversprechende Ansätze, um erneuerbare Energien für den Klimaschutz mit Naturschutz zu vereinen und die Gefahren für Pflanzen und Tiere zu minimieren.

Viele der Anlagen werden momentan von Firmen aufgestellt, deren Ziel es ist, möglichst profitable Standorte zu finden. Diese Standorte sind allerdings nicht immer die besten für die Natur. Die Einbindung von Naturschutzorganisationen und Fachleuten könnte helfen, einen guten Kompromiss zu finden und die Standorte und Verteilung der Anlagen möglichst naturfreundlich auszuwählen.

Bei Solaranlagen besteht beispielsweise die Möglichkeit, die einzelnen Platten auf Hausdächern in Siedlungen zu verteilen und so auf groß angelegte Felder zu verzichten. Für Windräder oder Wasserkraftwerke ist dies allerdings keine Option.

Gerade im Konflikt der Kollision zwischen Windrädern und Flugtieren wird nach Lösungen gesucht, um das Sterben zu verhindern. Hier wird an Techniken für Windräder gearbeitet, die die Tiere rechtzeitig erkennen sollen. Kommt ein Vogel der Anlage zu nahe, könnte diese kurzzeitig abgeschaltet werden.

Je weniger Energie wir Menschen verbrauchen, desto weniger Strom wird benötigt und umso weniger Kraftwerke müssen gebaut werden. Dadurch wird auch weniger Fläche und Lebensraum beeinträchtigt, was der Artenvielfalt zugutekommt. Du kannst Dich jetzt engagieren und auf Deinen CO2-Fußabdruck achten, oder um einen CO2-Rechner zu entwickeln! Melde Dich jetzt im Projekt an!

Ein anderer Konflikt innerhalb des Naturschutzes geht um den Grünen Kolonialismus. Du möchtest mehr darüber erfahren? Dann schau doch mal hier > vorbei!

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