Ohne Plastik leben, mehr selbst kochen, weniger Tierprodukte konsumieren. Müll zu vermeiden – die Umwelt respektieren – hört sich erstmal nach verzichten und unbequem an. Luisa von ShoutOutLoud sieht das anders. Im Frankfurter Verein engagiert sie sich gegen Lebensmittelverschwendung und Plastikmüll. Wir haben ihr vier Fragen zu ihrem Engagement gestellt und sie zeigt uns: Müll vermeiden macht Spaß!

Wer oder was ist ShoutOutLoud?

ShoutOutLoud ist ein gemeinnütziger Verein aus Frankfurt am Main, bestehend aus 37 Mitgliedern – unser Thema ist Nachhaltigkeit. Ja, das Wort hat man langsam etwas über, aber bei uns wird diese oft genutzte Hülse in vier Programmen mit Leben gefüllt: Der Hauptfokus ist unser Engagement gegen Lebensmittelverschwendung: „Kein Essen für die Tonne“. Wir retten wöchentlich Lebensmittel, die nicht mehr weiterverkauft werden können, und bereiten daraus leckeres Streetfood zu, das wir mit unserem Foodtruck in Frankfurt gegen Spende verteilen.
Außerdem engagieren wir uns gegen Plastikmüll, klären also darüber auf, wie man Plastik vermeiden kann und veranstalten Zero-Waste-Workshops. Des Weiteren veranstalten wir Kleidertausch-Partys, klären über die Folgen von Fast-Fashion auf und zeigen Wege, wie man in puncto Kleidung nachhaltiger leben kann. Und als vierten Punkt veranstalten wir Events zum interkulturellen Austausch – zum Beispiel unsere monatlichen Kochclub-Abende „Integration geht durch den Magen“, in denen wir gemeinsam mit Geflüchteten und anderen internationalen Gästen kochen. Oft auch mit geretteten Lebensmitteln – wo sich der Kreis wieder schließt. Essen ist einfach ein essentieller Teil unserer Arbeit :-)

Euer Slogan lautet „Willing to change the world step by step.“ Wie sieht diese Welt aus, die ShoutOutLoud mitgestaltet hat?

Ich würde sagen, es ist eine Welt, in der man die Ressourcen wertschätzt, die man hat – sei es das Brot vom Bäcker, das Gemüse im Kühlfach oder die Klamotten im Schrank. Eine Welt, in der man kreative Lösungen findet, selbst wenn das Brot schon zwei Tage alt ist (Brotchips – easy und mega lecker!), das Gemüse etwas schrumpelig (Curry und Smoothies gehen immer!) und man das Shirt im Schrank langsam langweilig findet (einfärben oder zu einer Kleidertauschparty mitbringen!).Uns geht es darum, Menschen zu zeigen, dass jeder einen kleinen Teil dazu beitragen kann – dass es also nie zu spät ist, sich zu engagieren, und dass man auch nicht auf alle Annehmlichkeiten verzichten muss, um etwas zu bewegen. Bloß nicht bieder und spaßbefreit werden – jeder kleine Schritt bringt etwas!

Warum engagierst Du Dich bei ShoutOutLoud?

Weil es mich echt schockiert hat, wie viele Lebensmittel täglich weggeworfen werden. In Deutschland landet etwa eine LKW-Ladung Lebensmittel im Müll – pro Minute! Und einen Großteil davon könnte man ohne Probleme noch genießen. Die Politik hat das Thema noch nicht wirklich angepackt – also müssen wir was tun. Und generell finde ich ehrenamtliches Engagement wichtig – für unsere Gesellschaft, um mal aus der eigenen Bubble rauszukommen, und etwas zu machen, das Sinn stiftet und nebenbei ziemlich viel Spaß macht.

Wie kann man sich bei ShoutOutLoud aktiv einbringen?

Bei uns kann man viele verschiedene Aufgaben übernehmen und auch selbst variabel gestalten, wieviel Zeit man dafür in der Woche oder im Monat aufbringen möchte – wenn man zum Beispiel studiert und in den Prüfungsphasen gerade keine Zeit hat, ist das kein Problem. Die meisten Mitglieder bei uns sind voll berufstätig und investieren mal mehr und mal weniger Zeit. Man kann bei uns Lebensmittel retten, kochen, Events organisieren, im Foodtruck Essen ausgeben, PR-Arbeit machen, Vorträge halten, Workshops geben. Und es ist eigentlich egal, ob man schon viel Vorwissen hat oder erst einmal nur Interesse an einem der Themen. Wir freuen uns über neue Gesichter – meldet Euch einfach per Mail. Und ich kann euch sagen – Ihr werdet ab sofort immer einen gut gefüllten Kühlschrank haben!
Das Interview wurde von Elena Girardi geführt.
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