Mein erster Kontakt mit PROVIEH war auf einem Stadtfest in Kiel. An einem Infostand habe ich im Vorbeigehen die Flyer entdeckt und mich dann bei den Infostandbetreuer*innen über Nutztierschutz informiert. So wie ich lernen viele andere Menschen unseren Verein PROVIEH kennen und für manche ist es die erste Begegnung mit dem Thema Nutztierschutz.

Lese hier, was Nutztierhaltung mit dem Klima zu tun hat.

Aufmerksamkeit für Nutztierschutz: Engagement bei PROVIEH

Immer mehr Engagierte möchten uns unterstützen und sich angesichts der Missstände in der Agrarindustrie aktiv für Nutztiere einsetzen. In den PROVIEH-Regionalgruppen organisieren sie dann unter anderem ebensolche Infostände und tragen mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit  dazu bei, Menschen auf den Nutztierschutz aufmerksam zu machen. Die Tage an den Infoständen unterscheiden sich dabei sehr. Kommt manchmal ein interessierter Besucher nach dem anderen an den Stand, gibt es andere Tage, an denen man das Gefühl hat, kaum Interesse oder Verständnis für den Nutztierschutz wecken zu können.

Bringt so ein Infostand überhaupt was?

Ich habe mir auch schon die Frage gestellt: Macht es eigentlich einen Unterschied, ob ich hinter meinem Infostand stehe und nur eine Handvoll Menschen an einem ganzen Tag für das Thema Nutztierschutz begeistern kann? Reicht es aus, den Leuten Flyer und Magazine in die Hand zu drücken? Müsste ich nicht viel eher richtig aktiv werden, Missstände dokumentieren, politisch aktiv werden? Auch einige Ehrenamts-Interessierte stellen mir diese Fragen.

Der persönliche Kontakt ist wichtig

Am Infostand kommen wir mit Menschen ins Gespräch, die einen unterschiedlichen Wissensstand und unterschiedliche Meinungen haben. Der direkte Austausch ermöglicht es, Konflikte zu diskutieren und Verständnis für verschiedene Sichtweisen zu schaffen. Man erkennt, dass man in einigen Dingen gleicher Meinung ist und Problemlösungen erarbeiten kann. Dies gibt uns die Möglichkeit, Besuchern fundiertes Wissen an die Hand zu geben und ihnen damit zu zeigen, dass ihr eigenes Konsumverhalten zählt. Dabei ist der persönliche Kontakt entscheidend.

Wissen im Schneeball-Format

Jeder einzelne Mensch, den wir für den Nutztierschutz gewinnen können, dient als Multiplikator. Jemand, der erkannt hat, dass Veränderungen notwendig sind, damit sich im Leben eines Nutztieres etwas ändert, trägt diesen Gedanken weiter, redet mit Freunden und Bekannten darüber, reicht das mitgenommene Material weiter und stößt damit ein Schneeballsystem an. Wir erreichen also nicht nur den einen Infostandbesucher, sondern informieren indirekt noch andere Menschen mit. Natürlich wird nicht jeder Infostandbesucher nach einem Gespräch zum Vegetarier, Veganer oder bewussten Fleischesser, aber wir regen zur Diskussion und zur Reflexion an, sich mit dem eigenen Ernährungsverhalten auseinanderzusetzen.

Bewusstsein schaffen: in der Summe liegt die Kraft

Jeder Teil der Öffentlichkeitsarbeit und sei er noch so klein, schafft ein Bewusstsein dafür, dass Nutztierschutz zählt. Und dabei spielt die Summe der Aktionen eine Rolle. Je häufiger man mit einer öffentlichen Aktion, mit einem Infostand, mit einem Artikel in der Zeitung oder einem Beitrag in den Medien konfrontiert wird, desto relevanter wird das Thema im gesellschaftlichen Diskurs. Indem wir in vielen unterschiedlichen Städten auf vielen unterschiedlichen Veranstaltungen vertreten sind, schaffen wir eine breite Reichweite für das Thema Nutztierschutz. Es wird  dadurch Teil der öffentlichen Kommunikation und gewinnt an Relevanz.

Druck auf die Politik üben: zeigen was (Dir) wichtig ist

Jede öffentliche Aktion, besonders wenn sie es in die Medien schafft, erhöht auch den Druck auf die Politik, denn sie zeichnet ein Bild der gesellschaftlichen Meinung und zeigt, was der Bevölkerung wichtig ist. Die Berichterstattung über das Artensterben hat beispielsweise das Volksbegehren Artenvielfalt in Bayern  auf den Plan gerufen und ist zu einem großen Erfolg geworden, der auch politische Bewandtnis hat.

Engagiere Dich jetzt bei PROVIEH!
Nutztierschutz

Über die Autorin

Svenja Taube ist auf einem alten Bauernhof groß geworden und hat ihre Liebe zu Tieren bereits als Kleinkind entdeckt. Der Schutz von Nutztieren liegt ihr besonders am Herzen. Inzwischen arbeitet Svenja beim Tierschutzverband PROVIEH und betreut dort die ehrenamtlich Aktiven, die deutschlandweit Infostände und Aktionen durchführen. Der Artikel „Öffentlichkeitsarbeit für Nutztierschutz: Engagement bei PROVIEH“ erscheint als Teil des Artikels „Mit Öffentlichkeitsarbeit Nutztiere und Klima schützen“ in leicht abgewandelter Form auch im nächsten PROVIEH-Magazin „respektiere leben“.