Dass man beim Einkauf und Konsum von Lebensmittel auf Nachhaltigkeit achtet bzw. achten kann, ist inzwischen den meisten bewusst: Plastikfrei, regional und im idealfall auch saisonal. Aber warum solltest Du denn nun auch beim Kauf von Schmuck auf Nachhaltigkeit achten? Die Accessoires, mit denen wir uns tagtäglich schmücken, tragen bei unbedachten Kauf mehr zu einer ökologischen Krise bei als man im ersten Moment denkt. Wir zeigen auf, was die Probleme von konventionellem Schmuck sind und worauf Du beim Kauf von nachhaltigem Schmuck achten solltest.

Was Schmuck mit Kinderarbeit und einem kaputte Ökosystem zu tun hat

Wie auch bei Kleidung oder Nahrung gilt die erste Frage der Herkunft: Weißt Du, wo Dein Schmuck herkommt? Also, wo das Material gewonnen wurde und wie es hergestellt wurde? Ein Großteil unter uns weiß das einfach nicht, weil die Herkunft der Ware, anders als beispielsweise bei Bio-Äpfeln, nicht deklariert wird und damit nicht nachvollziehbar ist.

Ob echter Schmuck oder Modeschmuck, die Materialien stammen meistens aus dem weltweiten, konventionellen Edelmetallabbau. So arbeiten etwa 50.000 Kinder in Südamerika in Goldminen und in Afrika sogar weitaus mehr. Dort werden kleine, enge Schächte mit tiefen Tunneln gegraben, in die vor allem Kinder gut rein kommen. Neben der üblichen Einsturzgefahr hantieren die Menschen dort mit giftigen Quecksilber und trennen Goldstaub von der Erde.

Auch an Prostitution denkt man bei Schmuck nicht wirklich. Aber das ist auch ein Problem in den konventionellen Goldgräber-Camps: Als “Ausgleich” für die wochenlange harte Arbeit mitten im Nirgendwo, werden Frauen und manchmal auch Kinder dort für diese Zwecke platziert.

Abgesehen von den sozialen Abgründen, gibt es auch ökologische Folgen der Schmuckproduktion. Denn der Bau der Grabungsschächte zerstört jegliches Ökosystem drum herum. Ein Beispiel: Etwa 100 Tonnen Quecksilber, die bei der Gewinnung von Gold anfallen, gelangen pro Jahr in den Amazonas. All dies nehmen wir unwissend in Kauf, für ein Produkt, mit dem wir uns schmücken.

Nachhaltiger Schmuck ist die Lösung für viele Probleme

Doch das heißt nicht, dass wir gänzlich auf Schmuck verzichten müssen. Denn auch in dieser Branche gibt es eine Entwicklung hin zu einer nachhaltigen Produktion. So haben viele Shops, die faire Mode anbieten, jetzt auch fairen Schmuck in ihr Angebot aufgenommen. Natürlich bezeichnet das Wort fair nicht immer die Herkunft, sondern auch oft “nur” die Herstellungsweise – hier gilt es ein wenig genauer hinzugucken. Aber es lohnt sich. 

Online-Shops wie zum Beispiel  Le Shop Vegan und Jyoti – Fair Works oder das Atelier vom Goldschmied Jan Spille legen zu ihren Schmuckkollektionen eine nachhaltige und transparente Wertschöpfungskette dar und stärken damit das Bewusstsein für fairen Schmuck. 

Doch was sind die Voraussetzungen, damit Schmuck als “fair” bezeichnet werden kann? Fairtrade Deutschland hat unter anderem folgende Bedingungen festgelegt: 

  • keine Kinderarbeit
  • gleichberechtigte Arbeit zwischen Männern und Frauen
  • wenig bis keine Chemikalien-Nutzung bei der Gewinnung der Rohstoffe
  • Schutzausrüstung (Helm, Staubmaske usw.)
  • garantierte Mindestpreis für Fairtrade-Gold

Das hat natürlich seinen Preis: So kostet ein faires Schmuckstück 10 bis 20 Prozent mehr als eins aus dem konventionellen Edelmetallabbau.

Wo Du recycelten und gebrauchten Schmuck kaufen kannst

Allerdings muss es ja auch nicht immer ein neues Produkt sein. Es gibt auch die Möglichkeit Schmuck aus recycelten Material herzustellen. Viele junge Unternehmen können mit ihren smarten Methoden alte Materialien in neuwertige Ohrringe und Co verwandeln. Zwar besteht weiterhin die Problematik, dass die Herkunft des Ursprungs-Materials nicht ganz klar ist, aber zumindest wurde für recycelte Schmuckstücke keine neuen Rohstoffe aus der Erde abgebaut. Und was auch immer geht: Second-Hand und Flohmärkte.

Nachhaltiger Schmuck als Engagement für eine bessere Welt

Wenn Du anstatt auf konventionellen auf nachhaltigen Schmuck setzt, ist das ein Engagement für eine bessere Welt. So verbesserst Du soziale Standards in anderen Ländern, schützt ganze Regionen vor Naturzerstörung und trägst dazu bei, dass weniger Müll produziert wird. Das reicht Dir nicht? Dann finde jetzt ein Engagement-Projekt, das zu Dir passt:

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