Täglich bedienen Medien Sexismus, und wir sind uns sicher: Oft ist das kein Zufall, diese Schlagzeilen schreiben Menschen mit System, nicht selten steckt eine Verkaufsstrategie oder Clickbaiting hinter den nackten Frauen oder sexistischen Headlines. Wir – Gender Equality Media e.V. – setzen uns für eine diverse und diskriminierungsfreie Berichterstattung ein, die frei von Sexismus und Rassismus ist.

Mit unserer Kampagne #UnfollowPatriarchy decken wir in eigenen Recherchen und Analysen medialen Sexismus auf, weisen die verantwortlichen Journalist*innen persönlich und öffentlich darauf hin und fordern sie auf, die Schlagzeilen zu ändern. Schluss mit Begriffen wie “Sex-Skandal” (meistens ist hier übrigens eine Vergewaltigung gemeint), Familiendrama (eigentlich Femizid oder Frauenmord) oder Ehrenmord (wie Familiendrama bloß inklusive Rassismus).

Sprache ist Macht

In Zeiten kursierender Falschinformationen, viral gehender Hass-Postings und erstarkenden rechten politischen Kräften wird der Einfluss von Medien sichtbarer denn je. Sprache hat die Macht Emotionen und Werte zu vermitteln. Sie kann Menschen unterbewusst bestimmte Wertvorstellungen und Weltanschauungen kommunizieren, sowohl positive als auch negative.

Bei unseren täglichen Medienscreenings fällt immer wieder auf, dass alle möglichen Medien regelmäßig Gewalt gegen Frauen in ihrer Berichterstattung verharmlosen – ob systematisch oder unbewusst sei dahingestellt.

Bildet Banden

Natürlich können wir den Sexismus nicht allein aus den Medien verbannen – das geht nur mit denen, die täglich Medien produzieren: Journalist*innen, die wie wir einen Kulturwandel anstreben. Deswegen werden wir uns 2020 auch viel stärker mit ihnen vernetzen und zusammenarbeiten.

Gemeinsam werden wir an unserem Projekt Recoding:Media arbeiten, wir wollen Leitlinien für eine diskriminierungsfreie Berichterstattung etablieren und vor allem an den Nachwuchs weitergeben – #staytuned!

Auch mit anderen Gruppen, die kein Bock mehr auf Sexismus haben, arbeiten wir zusammen. So haben wir im Sommer gemeinsam mit Reconquista Internet eine Neuauflage des Projekts #Wortgewalt gestartet, ein Projekt wo wir aufschlüsseln, was Medien eigentlich wirklich meinen, wenn sie rassistisch-sexistische Clickbait-Begriffe nutzen.

Aber auch aus der Kunst und Adbusting-Szene gibt es Support – Anfang des Jahres haben Künstler*innen einfach mal in ganz Berlin ein paar Plakate ausgetauscht und mit unserem Hashtag #UnfollowPatriarchy versehen. Dass es dabei die BILD getroffen hat, machte uns eher semi-traurig.

Bei dem Ganzen geht es uns aber nicht um Zensur. Im Gegenteil, wir wollen, dass die strukturellen Benachteiligungen von Frauen und queeren Menschen genauso thematisiert werden, wie Gewalt gegen Frauen. Wir wollen die Welt nicht mehr aus den Augen von Sexist*innen sehen. Wir wollen eine vielfältige Berichterstattung, die alle Menschen mitdenkt und niemanden diskriminiert und herabwürdigt.

Wenn du das genauso siehst und ein intersektional-feministisches Verständnis hast, gern im Team arbeitest und ein bisschen Zeit mitbringst, dann meld dich bei uns. Wir können immer Social Media und Gestaltungs-Pros gebrauchen. Auch wenn du eine starke Meinung hast, freuen wir uns über Blogbeiträge.

Und weil feministischer Aktivismus nicht nur manchmal Nerven, sondern auch Geld kostet, brauchen wir dringend Menschen, die sich mit Fundraising auskennen und Lust auf Förderanträge oder Crowdfunding haben. Sicher ist, dass du in ein tolles Team kommst, wo Feminsmus und Karaoke hoch im Kurs steht.

Jetzt aktiv werden bei Gender Equality Media

Ein Gastbeitrag von Britta Häfemeier
Vorstand bei Gender Equality Media e.V.

Dieser Artikel ist Teil des Themenmonats zu Feminismus und Gleichberechtigung, der gemeinsam mit der Initiative Wer braucht Feminismus gestaltet wurde. Möchtest Du und Deine Organisation mit uns gemeinsam auf eines unserer Engagement-Themen aufmerksam machen? Melde Dich bei uns: info@govolunteer.com