Während der Corona-Quarantäne haben viele von uns ihren grünen Daumen entdeckt. Auf Instagram nehmen uns alte Schulfreund*innen beim Kauf ihrer ersten Zimmerpflanze mit oder lassen uns ihre wuchernden WG-Zimmer bewundern. Urban Jungle – Endlich mal ein umweltfreundlicher Trend, oder? Leider ist die Sache nicht ganz so einfach, denn manchmal sind diese grünen Pflanzen nicht so gut für unsere Umwelt, wie manch einer denkt.

Wie das gemeint ist?! Wir zeigen Dir,  wie Du Deinen Pflanzenkauf nachhaltig gestalten kannst. 

Am Ende gibt es übrigens gute Neuigkeiten: Denn im Fall von Zimmerpflanzen ist die ökologischste Variante ausnahmsweise gleichzeitig auch die günstigste!

Im Video zeigt Dir Puls-Reporter Stefan Meinberg, wie er sich auf die Suche nach einer umweltfreundlichen Zimmerpflanze macht.

1. Tipp: Einheimische und regionale Pflanzen sind besser!

Wie bei vielen Produkten gilt auch bei Pflanzen: Vorsicht bei exotischen Arten! Beliebte grüne Schönheiten wie die Monstera oder Drachenbäume werden häufig als Jungpflanzen nach Europa verschifft. Neben des energieintensiven Transports werden die Pflanzen in ihren Herkunftsländern zum Leid von Arbeiter*innen und Umwelt oft mit vielen Pestiziden behandelt. Einige dieser Mittel sind in Deutschland sogar illegal! Der Angabe über das Herkunftsland auf dem Pflanzenpass kann man leider oft nicht trauen – steht auf dem Label zum Beispiel der Herkunftsort Niederlande, so kommt der exotische Steckling oft  aus entfernten Ländern über die Niederlande zu uns.

2. Tipp: Achte beim Pflanzenkauf auf Biolabels von Demeter, Bioland und Naturland!

Glücklicherweise erfreuen sich Bio-Produkte in deutschen Küchen immer größerer Beliebtheit  – in unsere Urban Jungles schaffen sie es jedoch nur selten. Nur 1,7 % aller Zierpflanzen in Deutschland sind “Bio”, unter anderem weil die Nachfrage dafür so gering ist. Das Problem mit den gängigen Pflanzen? Wie auch beim Thema Herkunft ist es die intensive Nutzung von Pestiziden. 

3. Tipp: Hände weg von Torf! Selbst in “torfreduzierter” Erde ist oft noch bis zu 50% Torf enthalten

Doch auch Bio-Pflanzen enthalten in ihrer Erde meistens noch Torf. Torf besteht aus unvollständig zersetzten und konservierten Pflanzenresten und ist daher zwar super für Pflanzen, aber leider sehr schädlich für die Umwelt und das Klima. Er wird in Mooren, vor allem in Russland, aber auch in Deutschland, abgebaut, wodurch wichtige Lebensräume für Flora und Fauna verloren gehen. Außerdem speichern Moore viel CO2 und sind damit unabdingbar im Kampf gegen den Klimawandel! Hier kannst Du mehr über die Schäden durch den Abbau und die Verwendung von Torf erfahren. 

4. Tipp: Kaufe einen Topf aus Keramik oder Terracotta, der langlebig ist.

Töpfe können vor allem durch ihr Material oder ihre Qualität der Umwelt zur Last fallen. Billige Töpfe, die leicht kaputt gehen, Plastiktöpfe oder solche aus Metall, die sich schnell aufheizen, sind nicht zu empfehlen. Sei auch vorausschauend in Sachen Stil: Wird Dir das Muster oder die Farbe auch in zwei Jahren noch Gefallen?

5. Tipp: Secondhand, Ableger ziehen und Tauschen statt neu kaufen.

Wow – welch ernüchternde Nachrichten. Bedeuten die ganzen Probleme das Ende des (bezahlbaren) urbanen Dschungel-Abenteuers? Ganz im Gegenteil! Denn unser letzter Tipp kostet Dich wenig bis gar nichts und ist dabei noch mit viel Spaß verbunden. 

Ultimativer 5. Tipp: Nutze, was es schon gibt, statt neu zu kaufen! Es gibt schier endlos viele Möglichkeiten, wie Du Deine Wohnung mit wenig Geld in ein grünes Paradies verwandeln kannst. 

Das 1. Stichwort lautet: Second Hand. Schau einfach mal bei Ebay Kleinanzeigen oder in Facebook-Gruppen. Dort findest Du oft eine große Auswahl exotischer und einheimischer Pflanzen für kleines Geld.

Stichwort Nummer 2: Ableger ziehen. Wie auch in der Wildnis ist praktisch jede Pflanze in der Lage, sich selbst zu vermehren. Informier Dich ganz einfach im Internet darüber, wie Du von Deiner Pflanze einen Ableger nimmst. Diesen kannst Du dann entweder selbst großziehen oder Du tauschst sie gegen die Pflanze Deiner Begierde auf Pflanzentauschbörsen! 

Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck an unserer neuen Plattform GoNature, mit der Du bald Dein Umweltengagement finden kannst. Folge GoNature schon jetzt auf Instagram, um sofort dabei zu sein.