Verhütung wird immer noch zu häufig als Frauen*sache angesehen. Dies kann einerseits daran liegen, dass fast alle Verhütungsmethoden auf die Frau* ausgelegt sind und somit die Frau* sich notgedrungen stark mit der Thematik auseinandersetzen muss. Aber auch die Tabuisierung rund um das Thema Sex erschwert das Sprechen über das passende Verhütungsmittel. Dennoch sind mindestens zwei Menschen beim Sex beteiligt, dementsprechend sollten sich alle Gedanken darum machen, wie verhütet wird. Dies wäre zumindest der Idealfall, in der Realität sieht dies jedoch anders aus.

Was ist eigentlich Verhütung?

Doch was bedeutet Verhütung? Viele denken bei diesem Wort erstmal an die Vermeidung, schwanger zu werden. Aber ein wichtiger Aspekt rückt viel zu oft in den Hintergrund: die Gesundheit. Diese kann nur geschützt werden, wenn man Safer Sex praktiziert. Demnach ist die Verhütung sowohl beim One-Night-Stand, als auch in einer Beziehung enorm wichtig. Zu Bedenken ist auch, dass nicht nur beim Geschlechtsverkehr Krankheiten übertragen werden, sondern auch beim Oralverkehr. Hierbei schützen Kondome und sollten auch verwendet werden, gerade dann, wenn man den oder die Sexualpartner*in nicht gut kennt. 

Die Palette an Verhütungsmitteln ist groß – so groß, dass eine gute Aufklärung wichtig ist. Denn welche Verhütungsmethode für wen die Richtige ist – diese Entscheidung kann nur individuell getroffen werden. Wichtig ist zu wissen, dass nicht alle Verhütungsmittel vor STI (sexually transmitted infections) schützen. Daher sollte man immer auf ein Kondom oder Femidom bestehen, wenn sich die Sexualpartner nicht zu 100 Prozent sicher sind, dass sie gesund sind. 

Um sich davor zu schützen, schwanger zu werden, können auch andere Verhütungsmittel eingesetzt werden. Dabei ist zu beachten, dass zwischen hormonellen (bspw. Pille und Hormonring) und nicht-hormonellen (bspw. Kupferkette und Diaphragma) Verhütungsmethoden unterschieden wird. Da diese nur die Frau* betreffen, muss sie* für sich selbst herausfinden, welche Methode für sie* am besten ist und welche sie* am wenigsten beeinträchtigt. 

Verhütungspannen können immer passieren, wichtig dabei ist die Ruhe zu bewahren. Um sich vor einer Schwangerschaft zu schützen, kann in der Apotheke die Pille danach rezeptfrei gekauft werden (Achtung: ist kein Verhütungsmittel, sondern soll nur bei Verhütungspannen eingenommen werden!). Um sexuell übertragbare Krankheiten auszuschließen, sollte man sich auf mögliche Krankheiten testen lassen. 

Verhütung ist schließlich für alle sexuell aktiven Menschen ein wichtiges Thema. Wer möchte, kann sich hierzu auch in Beratungsstellen wie denen von pro familia genauer beraten lassen. 

pro familia in action: Durch Aufklärungs-Aktionen an die Öffentlichkeit 

Leider ist eine gute Sexualaufklärung im Schulunterricht eine Seltenheit. Daher plant pia Berlin, das junge Netzwerk des pro familia Landesverbandes Berlin, Events mit unterschiedlichen Themen. Der erste geplante Workshop dreht sich rund um das Thema Verhütung und soll Jugendliche aller Geschlechter und sexuellen Orientierungen im Alter von 14-21 Jahren ansprechen. Das Ziel: Die Kommunikation über Verhütung zu vereinfachen und Berührungsängste abzubauen. Außerdem sind Diskussions- und Fragerunden in Planung, die sich sowohl an Jugendliche als auch Erwachsene richten. 

pro familia in action, kurz pia, ist ein ehrenamtliches Jugendnetzwerk, das sich bundesweit für sexuelle und reproduktive Rechte und Gesundheit einsetzt. Unterstützung ist durch die Verbindung zu lokalen pro familia Verbänden und Beratungsstellen vorhanden. Hierbei spielen deren Themen (wie z.B. Feminismus, reproduktive Rechte, und LGBTIQ* Anliegen) eine besondere Rolle, da diese der breiten Öffentlichkeit zeitgemäß und aktionsorientiert durch pia zugänglich gemacht werden sollen. Mitmachen kann jede*r junge Person, denn pia freut sich über alle Neuzugänge. 

Mehr Infos zu pia sind hier zu finden. Wer Interesse hat, sich dem bundesweiten, jungen pia-Netzwerk anzuschließen, einfach eine Nachricht an pia@profamilia.de schreiben. Werde Teil von pia! Folgt pia auf Instagram, Facebook oder Twitter!

#piainberlin 

 

Ein Gastartikel von Patricia Voß
pia – pro familia in action Berlin