Wer entscheidet über Deine Zukunft als junge Person? Momentan: Wohlhabende und ältere Menschen, denn die gehen mehr wählen als alle anderen Bevölkerungsgruppen. Ist das fair? Nein! Kannst Du etwas daran ändern? Ja! 

Du kannst jetzt Menschen aus Deinem Umfeld dazu motivieren, wählen zu gehen, um ihre Zukunft mitzubestimmen und ihre Interessen durchzusetzen.

Gemeinsam mit Brand New Bundestag gehen wir erst mal der Sache auf den Grund, warum Menschen sich für das Nichtwählen entscheiden. Gemeinsam geben wir Dir dann Argumentationsmuster und weitere Möglichkeiten mit auf den Weg, mit denen Du bestimmt die ein oder andere Person überzeugen kannst doch wählen zu gehen.

Wählen ist eine der einfachsten und wichtigsten Formen der politischen Partizipation. Leider ist über die Jahre ein Abwärtstrend der Wahlbeteiligung festzustellen. Die höchste Wahlbeteiligung lag 1972 bei 91,1%! Bei der letzten Bundestagswahl wurde eine Wahlbeteiligung von 76,2% festgestellt – die drittniedrigste in der Geschichte der Bundesrepublik. 

Ältere Menschen gehen überdurchschnittlich oft wählen – 49% der Stimmabgabe erfolgte von den 30 – 59 Jährigen und 36% von über 60 Jährigen. Die Wahlbeteiligung junger Menschen im Alter von 18 – 29 lag bei lediglich 15%

Ein noch größerer Unterschied liegt zwischen der finanziellen und Bildungsoberschicht und sozialen Randgruppen. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung ist die Wahlbeteiligung der Oberschicht fast 40% höher. Warum ist das so und was kannst Du daran ändern?

Wählen ist eine wichtige Form der politischen Partizipation

Unter politischer Partizipation versteht man Aktivitäten, die politische Entscheidungen beeinflussen oder mitbestimmen. Die politische Partizipation der Bürger:innen gilt als Voraussetzung, Bestandteil und wesentliches Merkmal einer Demokratie. Es gibt verschiedene Formen von politischer Partizipation – zum Beispiel die Mitgliedschaft in Parteien und Organisationen, Bürgerinitiativen, Petitionen und Demonstrationen. Auch Wählen ist eine Form der politischen Partizipation und eine der einfachsten noch dazu. Wenn Du beim Wählen Deine Stimme abgibst, kannst Du aktiv die Politik beeinflussen und für Deine Interessen und die der Bürger:innen einstehen. Wahlen sind die Grundvoraussetzung für unsere Demokratie.

Warum entscheiden sich Menschen für das Nichtwählen?

Für einige Menschen kommt die Option in Frage, bei der Wahl kein Kreuz zu setzen. Vor allem Menschen, die zu sozialen Randgruppen gehören –  wie z.B. migrantisierte Menschen, Menschen aus der LGBTQIA+-Community, Sozialhilfeempfänger:innen, Menschen ohne Wohnung, Menschen mit Behinderung, Menschen mit Suchterkrankung oder Menschen ohne Arbeit – entscheiden sich bewusst für das Nichtwählen. Die Entscheidung ist auf mehrere Gründe zurückzuführen: 

  1. Kein Vertrauen in die Politik: Soziale Randgruppen haben oft das Gefühl, dass Politiker:innen ihre Versprechen nicht einhalten und sich ohnehin nichts für sie und an ihrer Situation ändern wird.
  2. Von der Politik im Stich gelassen: Die Politik könnte etwas für sie tun, setzt es aber nicht um. Eine Wahl würde in den Augen der Menschen nichts an dieser Tatsache verändern.
  3. Die Politik wird als Teil einer “korrupten” Lobby für die „Mächtigen und Reichen” angesehen. Ob da vielleicht sogar etwas dran ist, erfährst Du hier.
  4. Die Kommunikation zwischen Politik und der eigenen, oft marginalisierten und stigmatisierten Gruppe wird als unzureichend empfunden.
  5. Nicht wählen aus Protest oder Desinteresse: Dieser Punkt betrifft nicht nur soziale Randgruppen. In unserer heutigen Gesellschaft herrscht nach wie vor das Phänomen, dass Menschen aus Protest oder einfachem Desinteresse nicht wählen gehen.

Warum ist wählen wichtig?

Nichtwählen gefährdet unsere Demokratie. Denn fehlende Stimmen können die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag beeinflussen. Werden Nichtwähler:innen hinzugezählt könnte das Wahlergebnis ganz anders aussehen. Nichtwähler:innen machen die Parteien stärker, die sie vielleicht auf gar keinen Fall wählen würden. 

Nur die Parteien, die es in den Bundestag schaffen, verteilen am Ende die Sitze. Bei der Verteilung der Sitze kommt es darauf an, wie viel Prozent der Stimmen die Partei bekommen hat. Keine Sitze bleiben leer. Vor allem Parteien wie die AfD könnten von Nichtwähler:innen profitieren, da diese ihnen die Möglichkeit bieten im Bundestag mehr Sitze zu füllen. Denn um mehr Sitze im Bundestag zu bekommen, sind zahlenmäßig weniger Wähler:innenstimmen nötig, weil die der „Sonstigen“, Stimmen für Kleinstparteien die unter die Fünf-Prozent-Hürde fallen, rausgerechnet werden. Warum es strategisch nicht sinnvoll ist Kleinparteien zu wählen, erfährst du hier. Wie du am besten strategisch wählst, erfährst du hier.

So kannst Du Menschen motivieren wählen zu gehen

Wichtig ist ein politischer Diskurs auf Augenhöhe. Wenn Dein Gegenüber sich in einer Position der Rechtfertigung wiederfindet, wird es auch für Dich schwieriger. Deine Punkte werden so wahrscheinlich nicht angenommen und reflektiert. 

Besser: Frage nach, wieso sich Dein Gegenüber an erster Stelle für das Nichtwählen entscheidet. Wir haben Dir ein paar Argumentationspunkte zusammengestellt, wie Du auf klassische Argumente von Nichtwähler:innen reagieren kannst:

  1. Wählen ist ein Recht und Privileg: In vielen anderen Ländern sind Wahlen nicht selbstverständlich! Schaffe Klarheit darüber, dass wir als Bürger:innen das Privileg haben unsere Vertreter:innen wählen zu können.
  2. Jede Stimme zählt: Oft geht eine Wahl sehr eng aus. Da kommt es dann auf jede einzelne Stimme an. Wer nicht wählen geht, gibt anderen die Möglichkeit über die eigene Repräsentation zu entscheiden.
  3. Wählen beeinflusst aktiv die Politik: Mit dem vergeben der Stimme haben wir Einfluss auf die Politik. Diese wiederum hat Einfluss auf wichtige Themen und Fragen des Alltags. Die Politik entscheidet heute über viele Themen von morgen, die besonders junge Menschen und soziale Randgruppen in Zukunft betreffen werden.
  4. Wählen schützt die Demokratie vor Extremismus: Eine Demokratie kann nur dauerhaft bestehen, wenn sich Bürger:innen an ihr beteiligen. Wählen ist die einfachste Form der politischen Partizipation. Wer nicht wählt, erleichtert es (rechts-)extremistischen Strömungen, einen größeren Einfluss auf die Politik zu bekommen.

Politische Partizipation mit Brand New Bundestag

Brand New Bundestag ist eine Plattform, um politisches Engagement zu fördern, Freiwillige zu mobilisieren, Bündnisse einzugehen und die Finanzierung von Kandidat:innen zu sichern. Sie sind genossenschaftlich organisiert, politisch unabhängig und alleinig der Mission verpflichtet, Politik zukunftsfähig und progressiv zu machen. Sie kämpfen für eine Gesellschaft, in der Menschen gemeinsam und mutig ihre Zukunft gestalten können. Alle Menschen sollen dabei miteinbezogen werden. Das Recht auf Chancengleichheit und individuelle Teilhabe ist ein besonders wichtiger Fokus ihrer Arbeit. Du hast Lust bekommen mitzumachen? So kannst Du Dich bei Brand New Bundestag engagieren:

Unterstütze die Kandidat:innen!

Deine Unterstützung und Energie wird bei der Unterstützung der Kandidat:innen gefragt! Egal, ob Du vor Ort im Wahlkampf aktiv bist, an Türen klopfst und Flyer verteilst, oder die Kampagne aus der Ferne unterstützt. Das Wichtigste ist, dass Du für progressive Politik brennst und Lust hast, dieses Feuer in den Wahlkampf der Kandidat:innen zu bringen! Die Kandidat:innen erreichst Du ganz einfach über die Website oder auf Social Media. Die von Brand New Bundestag unterstützen Kandidat:innen findest Du hier.

Werde Social Media Held:in!

Je mehr Menschen sich engagieren, desto größer wird die Reichweite und der Einfluss auf die Politik. Du würdest gerne Brand New Bundestag aktiv unterstützen, aber Du hast nicht so viel Zeit für ein ehrenamtliches Engagement? Kein Problem! Werde Social Media Held:in und hilf dabei die Reichweite zu vergrößern. Like, kommentiere und teile Beiträge und mache ordentlich Werbung für die Kampagnen, indem Du all den Menschen in Deinem Umfeld davon erzählst.

Werde Fördermitglied!

Die Arbeit von Brand New Bundestag wird vor allem ehrenamtlich gestemmt. Um die Kandidat:innen zu unterstützen und die Arbeit der Volunteers zu koordinieren, wird Deine Spende gebraucht! Durch das finanzielle Tragen vieler Menschen kann Brand New Bundestag eine unabhängige und lebendige Bewegung bleiben. Auch wenn Du nicht die Möglichkeit hast viel zu spenden – jede Spende ist entscheidend und der kleinste Beitrag hilft.

Engagiere Dich jetzt bei Brand New Bundestag

Du möchtest Dich politisch engagieren und hast außer Deinem Gang zur Wahltrommel noch mehr Lust auf politische Partizipation? Kein Problem! Hier sind 4 weitere tolle Projekte, die auf Dein Engagement warten:

Steps for Peace – Institut für Peacebuilding GmbH ist ein gemeinnütziges Institut, das gesellschaftliche und politische Transformationsprozesse durch zivile Akteur:innen im Inland und Ausland unterstützt. Unter Transformationsprozesse versteht man den Prozess der Veränderung, vom aktuellen Zustand hin zu einem angestrebten Ziel-Zustand in der nahen Zukunft. Im Jahr 2021 finden die Bundestagswahl, die Wahlen zum Abgeordnetenhaus von Berlin und zu den Bezirksverordnetenversammlungen für Berlin statt. Dafür hat Steps for Peace ein mobiles Wahllokal als praxisorientiertes Angebot der Demokratiebildung entwickelt. Wie kannst Du helfen? Du kannst Dich bei dem Projekt entweder als Wahl-Mulitplikator:in oder als Wahlhelfer:in engagieren. Hier> geht’s zum Projekt!

Der Deutscher Bundesjugendring e.V. ist eine Initiative für politische Bildung und bietet Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren die Möglichkeit, sich selbstbestimmt und selbstbewusst politisch ausdrücken. In Gesprächen mit Entscheidungsträger:innen aus Politik und Gesellschaft bringt die Initiative auf den Tisch, was der jungen Generation wichtig ist. Sie repräsentieren so die Vielfalt jugendlicher Belange und Forderungen gegenüber Parlament, Regierung und Öffentlichkeit. Die  selbstbestimmte Meinungsbildung der Kinder und Jugendlichen, die Auseinandersetzung mit dem politischen System und Beantwortung ihrer Fragen sind Herzstück der Initiative U18. Mit Deinem Engagement kannst Du die inhaltliche Mitarbeit im Magazin unterstützen. Wie das geht erfährst du hier>.

Koblenz Spricht ist eine junge, freiwillige Initiative in Kooperation mit Deine Stadt Spricht e.V.  Ziel ist eine Plattform für offene Diskussionskultur und Austausch zu schaffen – sachlich, kontrovers und miteinander statt übereinander. Hierfür werden Diskussionsveranstaltungen organisiert, die Raum für gesellschaftlichen und politischen Austausch geben. Die Veranstaltungen finden jeden zweiten Monat an einem Sonntagnachmittag statt. Deine Hilfe wird benötigt in der Organisation und Planung, für Werbung und Social Media und für die Kommunikation und Moderation. Hier> geht’s lang!

München spricht ist eine Initiative in Kooperation mit Deine Stadt Spricht e.V. Es ist eine ehrenamtliche Initiative für mehr Dialog und Meinungsbildung. An einem Sonntag im Monat wird in wechselnden Locations mit Expert:innen und dem Publikum über wichtige Themen gesprochen – z.B. Klimawandel, Europa, Extremismus oder kulturelle Teilhabe. Dies geschieht parteiunabhängig, fair und auf Augenhöhe! Du kannst beim gemeinsamen Ausarbeiten von Themen, beim Recherchieren und der Kontaktaufnahme mit Expert:innen, beim finden passender Locations und beim Moderieren der Veranstaltungen helfen. Hier> geht’s lang!

Lust auf noch mehr Projekte?

Du hast Lust Dich noch mehr zu engagieren? Auf GoVolunteer.com findest du eine Vielzahl Projekten in verschiedenen Bereichen, bei denen Du Dich engagieren kannst. Schau gerne vorbei!

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