„Ich bin schön!“ Wie oft hast du diesen Satz heute schon gesagt? Es ist nur ein kleiner Satz, welcher uns viel zu selten über die Lippen geht. Ein kleiner Satz mit großer Wirkung. Stattdessen schauen wir uns viel zu oft im Spiegel an und bemängeln uns selbst. „Ich bin hässlich“, „meine Oberschenkel zu dick“, „meine Brüste zu klein“, „meine Körperbehaarung zu dicht“. Wer kennt diese selbstkritischen Gedanken nicht, welche uns bei unserem eigenen Anblick dominieren? Wir müssen reden! Sofort! Denn es wird Zeit unsere eigenen Makel zu akzeptieren und lieben zu lernen.

Body Positivity nennt sich eine Bewegung, welche an die Vielfalt der verschiedenen Körper appelliert: Denn jeder Körper ist einzigartig!

Body Positivity ist eine Gegenbewegung zu dem ständigen Drang sich selbst optimieren zu müssen und einem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen. Denn nur die wenigstens von uns sehen aus wie im Modekatalog. Natürlich bedeutet das nicht sich sofort lieben zu müssen. Denn hinter Body Positivity verbirgt sich ein langer Prozess. Es geht darum eine gesunde Beziehung zu sich und seinem Körper aufzubauen. Mit all seinen vermeintlichen Makeln!

Body Positivity findet zunächst einmal in unserem eigenen Kopf statt. Doch auch in der Gesellschaft muss sich viel verändern.

Es geht darum die Diversität und körperliche Vielfalt sichtbar zu machen. Es sollte keine Körpernormen geben. Keine Schönheitsideale. Schönheit liegt stets im Auge des Betrachters. Gegenseitige Wertschätzung steht an erster Stelle. So kannst du dir gerne einmal selbst die Frage stellen, welches Bild eines für dich vermeintlich perfekten Körpers existiert. Denn dieses gilt es zu hinterfragen und ein für alle mal aus deinem Kopf zu verbannen. Wir sollten niemals den anderen gefallen wollen – sondern nur uns selbst!

Dabei sind natürlich nicht nur Frauen von der gesellschaftlichen Vorstellung eines schönen Körpers betroffen, sondern alle Geschlechter. Männer sollen stark sein, einen durchtrainierten Körper haben und besser einen Six- als Fourpack? Frauen hingegen schlank sein, gesund und fit, aber bloß nicht zu durchtrainiert? Und was ist eigentlich mit all den Geschlechtern dazwischen? Alles Schwachsinn!

Überall vergleichen und bewerten wir.

In unserer heutigen Zeit gibt es mehr Möglichkeiten als je zuvor sich mit Anderen zu vergleichen: Werbeplakate, Fernsehen und Soziale Medien wie Facebook, Youtube oder Instagram. Dabei hat nicht nur das Vergleichen zugenommen, sondern auch das Bewerten. Besonders im Bereich Körperwahrnehmung. Das hieraus entstandene Phänomen nennt sich Bodyshaming.

Was ist Bodyshaming?

Bodyshaming ist die Abwertung oder Diskriminierung von Personen aufgrund ihres Erscheinungsbildes. Davon betroffen sind nicht nur vermeintlich „dicke“ Menschen, sondern auch „Dünne“ oder Menschen mit Behinderungen. Das Schlimme daran ist, egal wo wir hinschauen, bekommen wir Botschaften wie: „In 10 Wochen zum Traumgewicht“ oder „So wirst du deine Cellulite los“. Dabei fangen wir an diese Botschaften zu verinnerlichen.

Wir sind alle unterschiedlich und das ist auch gut so.

Nur weil jemand vermeintlich schlank ist, bedeutet es nicht, dass diese Person glücklich und erfolgreich ist. Selbstzufriedenheit kommt von Innen. Es ist das Wertschätzen und Wahrnehmen deines Körpers. Alles was er jeden Tag für dich leistet. Und deinen Körper für das zu lieben was er ist. Dafür steht die Body Positivity (BOPO) Bewegung.

Wie kannst du die Body Positivity Bewegung unterstützen?

Unterstützen kannst du die Bewegung, indem du dich in Vereinen engagierst. Hier nun drei Projekte:

1. AnyBody Deutschland

Dich stört die eindimensionale Darstellung von Individuen im Hinblick auf Körper, Ethnie, Alter, Gender, etc.? Dann werde Teil von der Initiative AnyBody Deutschland. Sie ist Teil des internationalen Endangered Bodies-Netzwerkes, das sich für mehr körperliche Vielfalt in Medien, Werbung und Gesellschaft einsetzt.

2. ARGE Dicke Weiber

Die ARGE Dicke Weiber bezeichnet sich selbst als feministische Initiative dicker Frauen. Sie setzten sich ein gegen Gewichtsdiskriminierung und Schlankheitsterror, für Vielfalt und ein positives Selbstbild.

3. Accept Every Body

Für eine Website, welche frei von jeglichen Körperbewertungen ist, kann ein “Accept Every Body”-Banner verliehen werden. Somit wird gekennzeichnet, dass sich die Website für die Vielfalt der Körper einsetzt. Möglich wird dies durch die gleichnamige Initiative.

Autorinnen: Clara und Nina von “Wer braucht Feminismus?”