Die Hamburger Wohnbrücke unterstützt Menschen mit Fluchthintergrund bei der Suche nach einem richtigen Zuhause abseits der Not- und Sammelunterkünfte. Getragen wird das Projekt dabei zu großen Teilen von Engagierten. Was genau sie machen und wie Du auch selbst bei der Hamburger Wohnbrücke aktiv werden kannst, haben sie Dir in einem Gastartikel zusammengefasst: 

Auf der Suche nach einem neuen Zuhause

Eine Wohnung zu haben ist weit mehr als nur ein Dach über dem Kopf. Eine Wohnung ist ein Zuhause, ein Ort der Ruhe, bedeutet ein selbstbestimmtes Leben – und ist noch so vieles mehr. Gerade jetzt, wo es draußen kalt und dunkel ist, wird vielleicht dem einen oder der anderen der Wert der eigenen Wohnung einmal mehr bewusst.

Die Menschen, die aus Kriegs- und Krisenregionen nach Deutschland geflüchtet sind, erhalten von den Städten und Kommunen durch die Unterbringung in Geflüchtetenunterkünften das dringend benötigte Dach über dem Kopf in einem sicheren Land. Aber können sie in den Sammelunterkünften auch richtig in der neuen Gesellschaft ankommen?

Weil aller Anfang Wohnung ist

„Weil aller Anfang Wohnung ist.“ ist das Motto der Lawaetz GmbHs. Der Hamburger Träger setzt seit über 25 Jahren unterschiedliche Projekte für Personen mit besonderen Zugangsproblemen zum Hamburger Wohnungsmarkt um – seit November 2015 auch das Projekt „Wohnbrücke Hamburg“, das Geflüchtete bei der Wohnungssuche unterstützt.

In allen Projekten wird der Leitsatz spürbar: In dem Moment, wo Menschen, die zuvor in einem Frauenhaus, einer Wohnungsloseneinrichtung, betreutem Jugendwohnen oder einer Geflüchtetenunterkunft gelebt haben, ihre erste eigene Wohnung beziehen können, beginnt das Leben für sie noch einmal neu.

Das Ehrenamt ist das Herzstück der Wohnbrücke

Die Wohnbrücke Hamburg setzt bei dem Ankommen im neuen Zuhause vor allem auf die Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer_innen, die die geflüchteten Haushalte begleiten und durch das Team der Wohnbrücke zu Wohnungslots*innen geschult werden. Mit den Lotsenschulungen bereitet das Team die Ehrenamtlichen auf ihre Tätigkeit vor und sensibilisiert u.a. für kulturelle Unterschiede hinsichtlich des Wohnens. Denn eines wurde schnell deutlich: Wohnen ist überall auf der Welt anders – sowohl die unausgesprochenen Regeln des nachbarschaftlichen Miteinanders, als auch die Beschaffenheit von Wohnraum und die Mieterpflichten. Ehrenamtliche können helfen, dass sich die Neuhamburger*innen gut zurechtfinden und willkommen fühlen. Sie sind wahre „Türöffner“ bei den Vermieter*innen und in die Nachbarschaft hinein.

(Fast) jede*r kann Wohnungslotse*in werden

Du kennst eine geflüchtete Familie oder Einzelperson, die eine Wohnung in Hamburg sucht? Vielleicht würdest du dich gar nicht als Ehrenamtliche*r bezeichnen, weil die Wohnungssuchenden deine Freunde, Fußballkollegen aus dem Team o.ä. sind?

Während anfangs viele Ehrenamtliche in den Geflüchtetenunterkünften engagiert waren, hat sich das Engagement dort heute normalisiert. Das bedeutet aber nicht, dass sich keine Ehrenamtlichen mehr bei der Wohnbrücke melden würden – sie nennen sich nur nicht mehr so! Immer häufiger führen persönliche Begegnungen im Alltagsleben dazu, dass engagierte Hamburger*innen die Wohnbrücke kontaktieren, um einem geflüchteten Haushalt bei der Wohnungssuche unterstützend zu begleiten – zum Beispiel, weil man sich über die gemeinsame KITA, den Praktikums- oder Arbeitsplatz, die Kirchengemeinde oder den Sportverein kennengelernt und angefreundet hat.

Jetzt Geflüchteten helfen, in Hamburg eine Wohnung zu finden

Die Wohnbrücke Hamburg freut sich über jede neue Anfrage engagierter Hamburger*innen, die Wohnungssuchende mit Fluchthintergrund begleiten möchten. Melde dich gerne bei uns, wenn du geflüchtete Bekannte unterstützen möchtest!

Darüber hinaus ist die Wohnbrücke immer auf der Suche nach Wohnungen aller Größen und berät Wohnungsgebende gerne umfassend. Sprich‘ uns an, wenn du über eine Vermietung an Geflüchtete nachdenkst!

Du hast weder Zeitkapazitäten, um ehrenamtlich aktiv zu werden, noch eine freie Wohnung in Hamburg, möchtest aber dennoch unterstützen? Die Stiftung Wohnbrücke Hamburg freut sich über kleine und große Spenden, um die Unterstützung der ehrenamtlichen Wohnungslots*innen bedarfsgerecht fortführen zu können – Hier kannst Du direkt online spenden!

Engagiere Dich jetzt bei der Hamburger Wohnbrücke