Der Kreislauf des Lebens macht auch vor uns Menschen nicht halt. Es gibt deshalb gute Gründe, die Art und Weise zu verändern, wie wir unsere Produkte produzieren – indem wir sie zu 100 Prozent recyceln und in den Kreislauf zurückführen. Wir erklären Dir, warum die sogenannte Kreislaufwirtschaft, oder Circular Economy, eine verdammt gute Idee ist und wie Du Dich dafür engagieren kannst.

Was passiert eigentlich mit Deinem Müll?

Nachdem der Kaffee ausgetrunken ist, der Snack aufgegessen und die Himbeeren genüsslich verzehrt wurden, landet alles in der Tonne. Aber was genau? Der Pappbecher mit dem farbenfrohen Aufdruck und der Plastikdeckel, der verhindert, dass die heiße Flüssigkeit Deine Hände verbrennt. Deine zwei Bio-Schokoladencroissants waren in separaten Plastikfolien verpackt und die Himbeeren in einer stabilen Box aus Kunststoff, damit sie nicht zerdrückt werden. Im Handumdrehen hast Du bei Deinem köstlichen Snack Müll produziert.

Das Urteil: 450 Jahre Recyclinghölle

Doch eigentlich kann Müll nicht weggeworfen werden. Der Deckel vom Kaffeebecher besteht noch mindestens 450 Jahre, wenn er nicht in der dafür gekennzeichneten Tonne, sondern in der Umwelt landet. Wir beseitigen unseren Müll selten ordnungsgemäß. Meistens schaffen wir ihn einfach aus unserem Blickfeld. Auf riesigen Müllverbrennungsanlagen werden Produkte verbrannt, die noch in den Kreislauf hätten zurückgeführt werden können. Der Rest von den verbrannten Produkten, die sogenannte Schlacke, wird zuerst in Deutschland gelagert. Die Schlacke lässt sich gut als billiger Baustoff einsetzen. Doch die enthaltenen Schwermetalle sind problematisch.
Aber nicht alles wird verbrannt. Recycling-Gut wird auch in andere Länder verschifft, um recycelt zu werden. Jedoch sind in manchen Ländern die Auflagen nicht so streng wie in Deutschland und unser Müll landet dort auf Deponien. Diese Müllberge schädigen die ganze Welt. Wind und Unwetter befördern den Müll ins Meer. So ein Plastikdeckel kann dort dann schon mal bis zu 450 Jahre alt werden.

Schon mal was von Circular Economy gehört?

Eine Idee, um diese Entwicklung zu stoppen, ist Circular Economy. Circular Economy zielt darauf ab, alles so zu produzieren, dass es sich in Kreisläufe zurückführen lässt. Oft entstehen Nebenprodukte bei der Produktion von Gütern, welche sich nicht einfach in den Kreislauf zurückführen lassen. Die meisten Produkte sind noch nicht so weit entwickelt, dass sie sich zurückführen lassen. Alles, vom Inhalt des Produktes bis zur Verpackung, darf der Umwelt keinen Schaden zufügen. Ein Produkt sollte demnach sortenrein trennbar, schadstofffrei und bestmöglich reparierbar sein. Circular Economy bedeutet 100%ige technische und biologische Recyclebarkeit (Kompostierbarkeit)!

Deine Hose brennt

Heute sehen wir die Auswirkungen der Wegwerfgesellschaft. Selbst wenn versucht wird, richtig zu recyceln, ist es oft nicht möglich. Hast Du Dich auch schon mal gefragt, wo Du eigentlich Deine Stretchjeans entsorgen kannst? Ja ganz klar, im Restmüll. Der Restmüll wird in Deutschland immer verbrannt. Und Deine Hose mit den schönen Metallnieten und dem schönen tiefen blauen Farbton, kann bis zu 30% aus Plastik bestehen. Nicht einmal, wenn man sich ganz viel Mühe gibt, könnte man diese Hose sortenrein recyclen. Die feinen Plastikfäden sind mit den Stofffäden verwebt und lassen sich nicht mehr trennen. Recycling erstellt sich oft schwieriger als es am Anfang scheint. Daher sollte man schon beim Einkaufen Acht geben. Es gibt Alternativen! Eine davon nennt sich Mud Jeans. Das sind Jeans, die man leasen kann und hinterher 100% recyceln.

Wie Du Dich für die Kreislaufwirtschaft engagieren kannst

Für Dich als Verbraucher ist schwierig nachzuvollziehen, ob ein Produkt zu 100% recyclebar ist. Es gibt aber bereits Unternehmen, die versuchen, es besser zu machen. Zum Beispiel das Fairphone. Es ist zu 100% auseinanderbaubar, was das Recyclen wesentlich einfacher macht.
Doch die meisten Produkte sind verklebt, verschweißt und nur schwer auseinander zu nehmen. Das bedeutet auch, dass es schwieriger ist, ein Produkt zu reparieren. Oft ist es einfach billiger, sich das Gerät neu zu kaufen, als es zur Reparatur zu bringen. Anders ist es bei rebuy.de. Die Plattform kauft Deine gebrauchten Geräte, poliert sie wieder auf und verkauft sie gegen einen geringeren Preis und einer 36-monatigen Garantie. Das funktioniert sogar so gut, dass sie Plattform immer größer wird und mittlerweile echt viele Produkte anbietet, etwa Kopfhörer und Laptops.

Repariere was Dich glücklich macht

Pflege ist die halbe Miete. Auch bei Deinen Alltagsgegenständen. Wann hast Du das letzte Mal Deine Fahrradkette geölt, oder deine Kaffeemaschine entkalkt? Wenn Du solche Kleinigkeiten beachtest, hält Dein Produkt gleich viel länger und Du reduzierst Deinen Konsum.
Übrigens: In so gut wie jeder deutschen Stadt gibt es ein Repair-Café. Wenn mal wieder etwas kaputt ist, besuche doch mal eins dieser Cafés und lerne, wie Du Dir ganz einfach selber helfen kannst. Das macht sogar Spaß! Versprochen! Uuuuund bald findet in Berlin auch ein Reparaturfestival statt. Coole Sache!

Schonmal die Recycling-Kennzeichnung gesehen?

Damit Du beim Einkaufen nicht völlig verzweifelst, gibt es auf einigen Produkten Kennzeichnungen und Zertifizierungen zu sehen. Diese versprechen, dass das Produkt recyclebar ist, wenn Du es in die richtige Tonne wirfst. Hier eine Erklärung zu all den verschiedenen Zeichen.
Also: Geh ab jetzt aufmerksam durchs Leben. Selbst kleine Handlungen gegen den Klimawandel wirken sich aus. Beim nächsten Mal Einkaufen einfach auf die Symbole achten und sich im Vorhinein informieren, welche Unternehmen Du unterstützen möchtest. Du kannst den Unterschied machen! #VolunteerForFuture
Du möchtest noch mehr erfahren? Die Infos in diesem Artikel stammen von Sonja Esner, einer Expertin, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Sie unterrichtet Circular Design an der Fachhochschule in Salzburg. Auf ihrer Website oder auch hier findest Du weiterführende Infos.

Über die Autorin

Lisa Straßegger ist gerade mitten in ihrem Bachelorstudium für Design und Produktmanagement. Gerade das Thema Nachhaltigkeit spielt im Designprozesss eine große Rolle für sie. Schon beim Entwurf aller Produkte sollte auf Nachhaltigkeit geachtet werden. Deswegen ist Circular Economy für sie ein wichtiger Aspekt im Lehrplan und im täglichen Leben. Ihre Professorin Sonja Eser hat sie zu diesem Blogartikel inspiriert.