Mehr als 1.900 Menschen sind allein in Berlin offiziell obdachlos, und müssen daher auf der Straße leben. Dies ergab eine systematische Zählung Ende Januar diesen Jahres. Die Dunkelziffer jedoch liegt vermutlich weitaus höher, denn die Zahlen beschränken sich auf öffentlich zugängliche Orte. Jetzt, ein halbes Jahr später und ca. 30 Grad wärmer, wird sich daran wenig verändert haben. Dennoch ist es nötig, Obdachlose auch vor Hitze zu schützen.

So hilfst Du Menschen auf der Straße gegen die Hitze

Obwohl der Sommer das Problem der ständigen Kälte für obdachlose Menschen beseitigt, hat auch die Hitze ihre Tücken. Wer schon einmal barfuß über aufgeheizten Asphalt laufen durfte, weiß das. Aber Du musst nicht tatenlos zuschauen!

1. Frag nach!

Bei den folgenden Tipps musst Du wahrscheinlich erst spekulieren, was obdachlosen Menschen fehlen könnte. Damit magst du häufig richtig liegen, manchmal vielleicht aber auch nicht. Deswegen ist es wichtig, die Personen direkt anzusprechen und nachzufragen, ob und wie Du helfen kannst. Dabei schenkst du ihnen gleichzeitig auch etwas Aufmerksamkeit – ein nicht selten unterschätztes Bedürfnis!

2. Spende Wasser!

Wenn Du das Haus verlässt, wirst Du wahrscheinlich eine Wasserflasche dabei haben. Warum nicht gleich eine zweite einpacken und sie einem durstigen Menschen schenken? Falls Du kein abgefülltes Wasser kaufen magst, kannst Du auch anders helfen: Weise obdachlosen Menschen den Weg zum nächsten Brunnen. Diese findest Du ganz einfach auf der Website der Berliner Wasserbetriebe oder direkt in der App.

3. Verschenke Sonnenschutz!

Wenn Du das nächste Mal eine Drogerie betrittst, kannst Du bspw. eine zweite Sonnencreme, eine Sonnenbrille oder Hygieneartikel wie Feuchttücher und Deos in Deinen Einkaufskorb legen. Mindestens genauso gut helfen allerdings auch Hüte, kleine Schirme oder sogar ein Schlafsack – so müssen obdachlose Menschen im Sommer nicht direkt auf dem erwärmten Boden liegen.

4. Spende Geld!

Für den Fall, dass Du nicht extra einkaufen gehen kannst oder möchtest, sind kleine Spenden auch eine gute Lösung. So gibst du den Empfänger*innen die Möglichkeit eigenverantwortlich zu handeln und sich vor der Hitze zu schützen.

5. Falls nötig: Wähle den Notruf!

Sind Personen bereits nicht mehr ansprechbar, solltest Du im Zweifelsfall immer den Notruf 112 wählen – der Tod durch Hitze ist bei obdachlosen Menschen eine durchaus ernstzunehmende Gefahr.

Finde Dein Projekt und hilf obdachlosen Menschen!

Es gibt viele Möglichkeiten aktiv zu werden. Die meisten kosten Dich nichts außer ein wenig Zeit oder einem zweiten Griff beim Einkaufen und können bei einer*m Obdachlosen  einen großen Unterschied bewirken. Aber auch spezielle Fähigkeiten werden in der Obdachlosenhilfe immer gebraucht. Wichtig ist nur, dass Du aktiv wirst. Obdachlose brauchen natürlich nicht nur an heißen Tagen Hilfe!

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Falls Dich das Thema interessiert, findest Du hier einen Artikel zum Solidarischen Schluck – das ist eine Aktion der Organisation Strassen Blues aus Hamburg, bei der Thermosflaschen an obdachlose Menschen verteilt werden, um sie vor der Hitze zu schützen.