Die Medien sind unser Tor zur Welt. Über unseren persönlichen Bekanntenkreis hinaus erfahren wir die Welt durch Social Media, Zeitungen, Radio, Film und Fernsehen. Und die Vorurteile und Verzerrungen, die in diesen Medien über die Wirklichkeit gelegt werden, bestimmen unsere Wahrnehmung der Realität. Was geschieht also, wenn verbale Gewalt gegen Frauen und Sexismus in den Medien allgegenwärtig sind? Unter anderem wird Gewalt gegen Frauen dadurch normalisiert, verbreitet, beschönigt und verharmlost. Und viele Frauen werden durch Diskriminierung in den Medien und verbale Gewalt gegen Frauen in den Medien unmittelbar verletzt.

So muss sich im Internet nicht nur Renate Künast übelst beschimpfen lassen. Amnesty berichtet, dass ein Viertel aller Frauen online Belästigungen ertragen muss, die in der Hälfte aller Fälle Stress, bis hin zu Panikattacken, ein verringertes Selbstwertgefühl und langfristige Störungen der Konzentration nach sich ziehen. Der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) berichtet ebenfalls, dass Gewalt gegen Frauen in den sozialen Medien immer häufiger als Problem in ihren Beratunsgesprächen angesprochen wird.

Dieser Sexismus und die mediale Diskriminierung von Frauen sind strukturell verankert. Eine Analyse von Pro Quote zeigt, dass Frauen in fast allen deutschen Medienhäusern, selbst wenn sie die Hälfte der Belegschaft stellen, auf der Führungsebene und in Schlüsselpositionen unterrepräsentiert sind. Da ist es wenig überraschend, dass verharmlosende Darstellungen von Gewalt gegen Frauen wie “Familiendrama” statt “Mord” oder “Sex-Attacke” statt “Vergewaltigung” in den Medien weit verbreitet sind.

Aber das muss nicht so bleiben! Du kannst etwas dagegen unternehmen! Hier stellen wir Dir 3 Projekte vor, bei denen Du Dich gegen verbale Gewalt gegen Frauen und Seximus in den Medien engagieren kannst.

1. Gender Equality Media e. V. (deutschlandweit)

Gender Equality Media analysiert deutschlandweit Diskriminierung in den Medien und setzt sich dafür ein, Sexismus in der medialen Berichterstattung zu bekämpfen. Dabei kannst Du sie auf viele Weisen unterstützen: Hilf bei ihren täglichen Medienscreenings, in denen Gender Equality Media Sexismus in den Medien aufdeckt und anprangert; unterstütze ihre Social Media Arbeit, trag meinungsstarke Blogartikel bei oder hilf ihnen beim Fundraising durch Förderanträge und Crowdfunding. Es gibt viel zu tun!

2. Pro Quote Film (Berlin)

Pro Quote Film setzt sich für eine faire Repräsentation von Frauen in den Schlüsselpositionen der Film- und Fernsehbranche ein und sucht für ihre Arbeit nicht nur neue Mitglieder, sondern auch Unterstützer*innen, die den “Arbeitskampf” oder die Vorbereitung von Panels und Debatten bspw. auf Filmfestivals mit ermöglichen.

3. European Youth Press (Berlin)

Du  kannst auch dafür sorgen, dass es in Zukunft besser wird, indem Du Dich bei European Youth Press engagierst, einem Netzwerk junger Medienorganisationen. Dort kannst Du bspw. die Arbeit der Geschäftsführung unterstützen, für deren Blog und Magazin schreiben und Dich dafür einsetzen, dass zukünftige Medienschaffende für Sexismus in den Medien sensibilisiert sind und sich mit Dir gegen verbale Gewalt gegen Frauen in den Medien einsetzen.

Über den Autor

Sebastian ist Praktikant im Communications Team bei GoVolunteer. Nachdem er Philosophie und Psychologie studiert hat, ist er jetzt einer von denen, die neu nach Berlin gekommen sind. Er interessiert sich für Literatur, Debatten, Philosophie – für alles mit Worten und Sprache.

Dieser Artikel ist Teil des Themenmonats zu Feminismus und Gleichberechtigung, der gemeinsam mit der Initiative Wer braucht Feminismus gestaltet wurde. Möchtest Du und Deine Organisation mit uns gemeinsam auf eines unserer Engagement-Themen aufmerksam machen? Melde Dich bei uns: info@govolunteer.com