„Ich bin Daniel, 29 Jahre alt und komme ursprünglich vom Bodensee. Mit dem Thema Desinformation befasse ich mich schon relativ lange. Ich habe Kommunikationswissenschaften mit politischem Fokus studiert und schon damals fand ich das Phänomen interessant – vor allem die Herausforderung, die es für die Demokratie darstellt, fand ich sehr besorgniserregend. Nach meinem Master konnte ich mich dann sogar schon in verschiedenen Organisationen engagieren und an einer Lösung für das Thema arbeiten. Aktuell arbeite ich bei Twitter, wo ich auch mit diesen Themen konfrontiert bin.“

Ein Mann steht inmitten von grünem Gestrüpp.

Die Medien als vierte Gewalt der Demokratie

„Ein persönlicher Beweggrund, mich mit diesem Thema zu befassen, ist die Tatsache, dass meine Familie als Russlanddeutsche eine ganz andere Art des Medienkonsums in ihrer Diaspora haben. Durch diesen unterschiedlichen Medienkonsum entstehen dann häufig auch unterschiedliche Meinungen zu Themen oder sogar unterschiedliche Weltbilder, die aufeinanderprallen. Dann wird viel Mediationsarbeit benötigt und es kann schwierig werden, eine Person wieder „zurückzuholen“ aus ihrer Blase. Ein größerer Beweggrund, mich bei codetekt gegen Falschinformationen zu engagieren, ist unsere Demokratie, die darauf fußt, dass wir informierte Entscheidungen treffen können. Die Medien sind dabei sozusagen die vierte Gewalt, Instanz und Prüfungsorgan. Der Medienpluralismus und die Offenheit unserer Medien sind eigentlich eine große Stärke. Ich selbst nenne diese Offenheit jedoch in einem Artikel auch die Achillesferse der Demokratie, da wir durch sie angreifbar für Falschinformationen werden.“

Auf dem Bild ist ein Mann zu sehen. Im Hintergrund ist blauer Himmel mit Wolken zu sehen. Der Mann trägt ein dunkles Oberteil und schaut in die Luft.

Eine Idee, die aus Unsicherheit entstanden ist

„Letztes Jahr in der ersten Welle der Pandemie bin ich auf den #WirVsVirus Hackathon gestoßen, wo ich dann noch andere Leute getroffen habe, die Lust hatten, was zu dem Thema Falschinformationen zu machen. Ich selbst habe mich damals total hilflos in dem Bereich gefühlt. Alle waren unsicher, was das genau für ein Virus ist und wie damit umzugehen ist. Aber mit den Leuten, die ich dann da getroffen habe, kam so viel Motivation auf, sich für verlässliche Informationen in dieser Krisensituation einzusetzen. In diesem Hackathon ist dann die Idee entstanden, dass man doch gemeinsam als Community gegen Falschinformationen vorgehen kann. Wir entwickelten die Idee einer Plattform, auf der sich Menschen ehrenamtlich und gemeinsam gegen Falschinformationen stark machen und Nachrichten auf ihre Glaubwürdigkeit überprüfen – so ein bisschen im Wikipedia-Stil. Den Hackathon haben wir zwar nicht gewonnen, aber die Idee und der Wille etwas Positives zu bewirken blieb bestehen.“

Auf dem Bild ist ein Mann zu sehen. Er sitzt mit verschränkten Beinen auf dem Gras. Vor ihm kniet eine Person und schießt ein Foto. Im Hintergrund ist blauer Himmel mit Wolken zu sehen. Der Mann trägt ein dunkles Oberteil und schaut in die Luft.

Eine wachsende Bewegung

„Mittlerweile sind wir 15 Leute, die die Organisation und Plattform aufbauen und unglaublich viel leisten. Wir haben uns allerdings fast alle noch nie in echt gesehen, sondern bleiben seit anderthalb Jahren online in Kontakt. Wir konnten sogar schon Mitarbeiter:innen einstellen und eines der Highlights der Organisation war die Zusage des Fundings für unsere Idee. Da haben wir das erste Mal gemerkt: Krass, wir machen das hier nicht nur so zum Spaß, sondern wir haben jetzt Geld zur Verfügung, gründen einen Verein und können etwas bewirken.

Was das Mitmachen und Detektiv:in sein auf unserer Plattform betrifft, stehen wir noch am Anfang. Die Plattform befindet sich noch in einer frühen Version und wir sind gerade dabei ein neues Design und neue Features zu implementieren und längerfristig größer für die Plattform und das ehrenamtliches Engagement als Detektiv:in zu werben. Bisher haben wir aber trotzdem schon 40 bis 50 Detektiv:innen in unserer Community. Ehrenamtlich mithelfen bei uns kann man einerseits in der Organisation selbst oder als Detektiv:in, der/die einen Account hat, Nachrichten überprüft, dadurch Punkte sammeln kann und gegen Falschinformationen ein Zeichen setzt.“

Du möchtest Dich auch engagieren?

Auf GoVolunteer.com findest du eine Vielzahl an Projekten in verschiedenen Bereichen, bei denen Du Dich engagieren kannst. Schau gerne vorbei!

Finde jetzt Dein Engagement!