Hanau gedenken: Engagier Dich gegen das Vergessen

Published On: 16.02.2022|Kategorien: Menschen helfen, Sofort helfen|18.2 min read|

Am 19. Februar jährt sich der rechtsextremistische Terroranschlag in Hanau. Im Jahr 2020 wurden dort aufgrund rassistischer Motive neun junge Menschen getötet. Die Überlebenden, Angehörigen der Opfer sowie Unterstützer:innen fordern weiterhin eine lückenlose Aufklärung des Attentats und der Arbeit der Behörden. Engagiere Dich dafür, dass es endlich politische Konsequenzen gibt und die Opfer von Hanau nicht vergessen werden. Wir zeigen Dir Möglichkeiten, wie Du Hanau gedenken kannst:

1. Erinnere an die Opfer des Anschlags in Hanau

Wir dürfen die Opfer des rassistischen Terroranschlags niemals vergessen! Sowohl am 19. Februar als auch an den anderen 364 Tagen im Jahr müssen wir der Opfer des Anschlags in Hanau gedenken: 

Gökhan Gültekin, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Ferhat Unvar und Said Nesar Hashemi.

#SayTheirNames so laut Du kannst!

  • Auf dem Foto sind die Porträts der 9 Opfer des rassistischen Anschlags in Hanau zu sehen. Die Porträts sind in drei Dreier-Reihen angeordnet. Im Hintergrund ist auf pinkem Hintergrund ein schwarzes Herz zu sehen. Mit dem Plakat kannst Du Hanau gedenken.
  • Auf dem Bild ist in schwarz und weiß das Porträt von Gökhan Gültekin abgebildet. Er wurde in Hanau am 19. Februar 2020 ermordet.
  • Auf dem Bild ist in schwarz und weiß das Porträt von Fatih Saraçoğlu abgebildet. Unten im Bild ist in schwarzer Schrift sein Name geschrieben. Er wurde in Hanau am 19. Februar 2020 ermordet.
  • Auf dem Bild ist in schwarz und weiß das Porträt von Sedat Gürbüz abgebildet. Unten im Bild ist in schwarzer Schrift sein Name geschrieben. Er wurde in Hanau am 19. Februar 2020 ermordet.
  • Auf dem Bild ist in schwarz und weiß das Porträt von Mercedes Kierpacz abgebildet. Unten im Bild ist in schwarzer Schrift ihr Name geschrieben. Sie wurde in Hanau am 19. Februar 2020 ermordet.
  • Auf dem Bild ist in schwarz und weiß das Porträt von Kaloyan Velkov abgebildet. Unten im Bild ist in schwarzer Schrift sein Name geschrieben. Er wurde in Hanau am 19. Februar 2020 ermordet.
  • Auf dem Bild ist in schwarz und weiß das Porträt von Hamza Kurtović abgebildet. Unten im Bild ist in schwarzer Schrift sein Name geschrieben. Er wurde in Hanau am 19. Februar 2020 ermordet.
  • Auf dem Bild ist in schwarz und weiß das Porträt von Vili Viorel Păun abgebildet. Unten im Bild ist in schwarzer Schrift sein Name geschrieben. Er wurde in Hanau am 19. Februar 2020 ermordet.
  • Auf dem Bild ist in schwarz und weiß das Porträt von Ferhat Unvar abgebildet. Unten im Bild ist in schwarzer Schrift sein Name geschrieben. Er wurde in Hanau am 19. Februar 2020 ermordet.
  • Auf dem Bild ist in schwarz und weiß das Porträt von Said Nesar Hashemi abgebildet. Unten im Bild ist in schwarzer Schrift sein Name geschrieben. Er wurde in Hanau am 19. Februar 2020 ermordet.
  • Das Bild ist ein Plakat. Der Hintergrund ist dunkelgrau. Im Vordergrund ist in weißen Balken die schwarze Schrift "Erinnerung, Gerechtigkeit, Aufklärung, Konsequenzen" zu lesen. Oben steht in weißer Schrift in schwarzen Balken "Zwei Jahre nach dem rassistischen Anschlag:" und unten im gleichen Design "Initiative 19. Februar Hanau 19feb-hanau.org"

Leider ist der rassistisch motivierte Anschlag kein Einzelfall – rechtsextremer Terror ist in Deutschland ein großes Problem. Denn das Attentat von Hanau schließt sich anderen rechtsextremistischen Taten wie dem Anschlag auf die Synagoge in Halle 2019 oder dem Mord des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke desselben Jahres an. Diese schrecklichen Morde dürfen nicht vergessen werden. Wir müssen zusammenstehen, an die Taten erinnern und laut werden, damit sich endlich etwas verändert!

2. Zeige Solidarität

Auf dem Foto ist ein Plakat zu sehen. Auf dem braunen Hintergrund steht in schwarzen Buchstaben "No Justice No Peace".

Du kannst den Überlebenden und Angehörigen auf viele verschiedene Arten signalisieren, dass Du den Terroranschlag in Hanau nicht vergessen hast. Zeige zum Beispiel Solidarität in Präsenz, indem Du zu Kundgebungen gehst oder online, indem Du auf Social Media darauf aufmerksam machst.

Geh auf die Straße

Neun junge Menschen haben durch das rassistische Attentat ihr Leben verloren. Du kannst den Angehörigen bei Gedenkveranstaltungen zeigen, wie viele Menschen immer noch an ihre Liebsten denken. Werde laut, geh auf die Straße und setze dadurch ein Zeichen gegen Rechtsterrorismus.

Deutschlandweit finden am 19. Februar und an den Tagen davor und danach in über 40 Städten Gedenkfeiern, Kundgebungen und Demonstrationen statt. Die Initiative des 19. Februar hat die Veranstaltungen für Dich gesammelt:

Zur Terminübersicht

Falls in Deiner Nähe noch nichts geplant ist, kannst Du selbst eine Veranstaltung organisieren. Setz Dich dafür zuerst mit Deiner Behörde in Verbindung. Beachte im nächsten Schritt die aktuellen Hygiene- und Abstandsregelungen und lass die Veranstaltung unter ​​info(at) 19feb-hanau.org auf die Liste setzen. Die Initiative des 19. Februar stellt Materialien wie Plakate mit den Porträts der Opfer und (ab dem 17. Februar) Audiodateien mit Stimmen aus Hanau für die Veranstaltungen zur Verfügung.

Schaffe online Aufmerksamkeit

Wir müssen laut werden und möglichst viele Menschen über die schreckliche Tat und ihre Folgen aufklären. Das geht auf der Straße, aber auch online.

Veröffentliche dazu zum Beispiel Materialien der Initiative 19. Februar Hanau auf Deinen sozialen Medien. Außerdem kannst Du passende Beiträge teilen, um Dich zu solidarisieren. Benutze dabei die Hashtags #HanauIstÜberall, #HanauWarKeinEinzelfall und #Hanau1902. Dadurch wird Deine Solidarität für die Angehörigen der Initiative 19. Februar sichtbar.

Du kannst außerdem die Kampagne der hessischen Beratungsstelle für Betroffene von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt unterstützen. Mach unter dem Hashtag #IstAlltag auf Facebook, Instagram und Twitter darauf aufmerksam. Denn rassistische Gewalt ist ein gesellschaftliches Problem!

3. Unterstütze in Hanau mit Deiner Spende

Auf einem Schild steht Donate

Neben diesen Möglichkeiten für Dein Engagement kannst Du außerdem mit Deiner Spende unterstützen. Denn bis heute kämpfen Angehörige und Überlebende für eine lückenlose Aufklärung der Geschehnisse. Dieser Kampf kostet viel Geld. Außerdem kannst Du mit Deiner Spende Hilfsangebote unterstützen. Dadurch können diese weiterhin ihre Aufklärungsarbeit und Unterstützung anbieten. 

Die Spenden können die Opfer des Anschlags nicht mehr zurück bringen. Doch sie können dafür sorgen, dass endlich Konsequenzen aus der Tat gezogen werden. Dadurch können zukünftige rechtsextremistische Attentate verhindert werden.

Spende für die lückenlose Aufklärung

Das Leben vieler Menschen in Hanau ist seit dem 19. Februar 2020 nicht mehr dasselbe. Zwei Jahre nach der Tat sind viele Fragen zum Tathergang, zur Beschaffung der Schusswaffe und zum Beitrag der Behörden immer noch nicht geklärt. 

Weil der Attentäter tot ist, gab es keinen Prozess, um die Fragen der Angehörigen zu klären und Lehren aus den Antworten zu ziehen. Auch das Verhalten der Behörden vor, während und nach der Tat wird von den Angehörigen kritisiert und aktuell sogar in einem Untersuchungsausschuss vor dem Hessischen Landtag verhandelt.

Die Angehörigen und Überlebenden benötigen Spenden, um aufwändige Gutachten und Rekonstruktionen im Untersuchungsausschuss zu präsentieren. Nur so können sie die „Kette des Versagens” bei Behörden und Polizei beweisen. Du kannst sie dabei unterstützen! 

Spende für lückenlose Aufklärung

Die Initiative 19. Februar Hanau wurde von Angehörigen der Opfer und Überlebenden des Attentats gegründet. Am Heumarkt, einem der Tatorte, haben sie einen Ort der Begegnung und des Vertrauens geschaffen. Zeige Solidarität und unterstütze die Initiative mit Deiner Spende!

Unterstütze Hilfsangebote für Betroffene rassistischer Gewalt

Hilfe, Unterstützung und Zusammenhalt sind nach einer traumatisierenden Tat wie dem Anschlag in Hanau für Überlebende und Angehörige besonders wichtig. Einige Unterstützungsangebote wie den Weissen Ring und die Hanauer Hilfe gab es schon vor der Tat. Andere Initiativen wie die Bildungsinitiative Ferhat Unvar oder die Initiative 19. Februar Hanau wurden nach der schrecklichen Tat gegründet. Verschaff Dir einen Überblick über alle Hilfsangebote und unterstütze ihre wichtige Arbeit mit Deiner Spende.

 

4. Informier Dich und hör zu!

Auf dem Foto ist eine Person zu sehen. Sie trägt einen gelben Pulli und sitzt an einem Tisch. Auf dem Tisch steht ein Laptop, auf dem die Person tippt.

Um der Opfer aus Hanau gedenken zu können, solltest Du Hintergrundwissen sammeln, Überlebenden und Angehörigen zuhören und die Entwicklungen nach dem Attentat verfolgen. Was ist in der Tatnacht passiert? Wer waren die Opfer? Welche Fehler haben die Behörden gemacht? Was waren die Hintergründe der Tat und welche Konsequenzen wurden aus dem Attentat gezogen? 

Das sind nur einige von vielen Fragen, mit denen Du Dich beschäftigen kannst, um der Opfer in Hanau zu gedenken. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an Medien wie Podcasts, Dokus, Reportagen und Zeitungsartikel, die Antworten auf Fragen wie diese liefern. 

Hier findest Du Tipps für den Einstieg:

Bitte beachte, dass Betroffene keinen Bildungsauftrag haben. Direkte Nachfragen können demnach retraumatisierend wirken. Mache Dir das bitte bewusst!

5. Engagier Dich langfristig gegen Rassismus

Auf dem Foto sind Menschen zu sehen, die gegen Rassismus demonstrieren. Im Vordergrund ist ein Plakat mit einer Faust zu sehen, die nach oben zeigt. Es ist die "Schwarze Faust", die Solidarität, Stärke oder Widerstand signalisieren soll.

Der Terrorist von Hanau war ein Rassist. Leider gehört Rassismus auch in Deutschland weiterhin zum Alltag vieler betroffener Menschen. Dieser traurige Fakt wurde nicht zuletzt durch den rassistischen Angriff auf die 17-jährige Dilan Sözeri in Berlin deutlich. Das darf nicht sein und muss endlich aufhören! 

Um wirklich etwas zu verändern, ist es wichtig, dass wir nicht nur heute der Opfer in Hanau gedenken. Vielmehr müssen wir uns langfristig gegen Rassismus und Rechtsterrorismus einsetzen.

Diese 3 Projekte brauchen Deine Unterstützung:

Auf dem Foto ist ein Junge von der Seite zu sehen. Er trägt ein gelbes Oberteil. Auf seinem Kopf hat er eine schwarze Virtual Reality Brille, die er mit seiner rechten Hand festhält.

Unterstütze BrückenBauen bei Diversity Trainings mithilfe von Virtual Reality und sensibilisiere dadurch für Diskriminierungssituationen.

Mehr zum Projekt
Auf dem Foto sind drei Menschen von hinten zu sehen, die auf einem Gitter sitzen. Eine Person hat eine Flagge in Regenbogenfarben um sich gehängt. Der Himmel im Hintergrund ist blau und es sind weiße Wolken zu sehen.

Hilf bei der Planung der jährlichen UN-Wochen gegen Rassismus in Deutschland. Damit förderst Du antirassistische Projekte.

Mehr zum Projekt
Auf dem Foto ist ein Plakat des Weissen Rings zu sehen. Der Hintergrund des Bildes ist grau. Rechts ist in weiß eine Deutschlandkarte zu sehen, auf der die Stellen des Weissen Rings mit Punkten markiert sind. Links oben ist das Logo des Weissen Rings zu sehen. Das Logo zeigt in weißer Schrift die Worte "WEISSER RING Wir helfen Kriminalitätsopern." auf blauem Hintergrund. Links im Logo ist ein weißer Kreis zu sehen. Links unten steht auf dem Plakat in schwarzer Schrift: "18 Landesverbände, 400 Außenstellen, 2.900 Mitarbeiter*innen".

Schenke Opfern von Straftaten und ihren Angehörigen Zuwendung und menschlichen Beistand.

Mehr zum Projekt

Sei antirassistisch!

Wir alle müssen deutlich machen, dass es für schreckliche Taten wie das rechtsterroristische Attentat von Hanau keinen Platz in Deutschland geben darf! Deshalb ist es wichtig die Tat aufzuarbeiten, Konsequenzen daraus zu ziehen und dafür zu sorgen, dass sich ein Terroranschlag wie dieser nicht wiederholt.

Es ist unsere Aufgabe uns gemeinsam gegen Rassismus einzusetzen. Wenn schreckliche Taten wie der Anschlag in Hanau geschehen, reicht es nicht einfach nur „nicht rassistisch” zu sein. Denn Menschen in Deutschland müssen immer noch jeden Tag rassistische Erfahrungen machen. Vielmehr müssen wir unseren Teil zur Aufklärung und zum Abbau strukturell-rassistischer Instanzen beitragen. Kurz gesagt: Wir müssen antirassistisch sein! Mehr Infos und wichtige Links für Dein Engagement gegen Rassismus findest Du in diesem Artikel.

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