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Imkern gegen die Isolation

Published On: 18.01.2021Kategorien: Volunteers of Berlin

Johannes kümmert sich mit dem Projekt “Kleine Imkerei” des Türöffner e.V. um Bienen

„In erster Linie habe ich Spaß am Ehrenamt. Ich hab‘ da richtig Bock drauf. Wenn ich ins Flüchtlingsheim komme, bin ich inzwischen richtig bekannt. Die Kinder kommen immer sofort angerannt: ‚Gibt’s heute Honig?‘ Mit der “Kleinen Imkerei” schaffen wir ja nicht nur einen Lebensraum für Bienen, sondern geben gleichzeitig das Handwerk Imkerei an Geflüchtete weiter. Die Reaktionen erfüllen mich tatsächlich. Weil ich merke: Das, was ich mache, das kommt an, da wo’s ankommen soll. Ich mach‘ für die Leute, die hier wohnen – und ja, das macht mich glücklich.“ 

Johannes Türöffner e. V. Volunteers of Berlin 3
Johannes Türöffner e. V. Volunteers of Berlin 1

„Ich hab‘s nicht bereut“

„Zu dem Projekt bin ich zufällig gekommen über einen Bekannten, der auch seit vielen Jahren imkert. Über die Stiftung des 1. FC Union Berlin hatte er sich schon länger in dem Übergangswohnheim engagiert und schließlich schlug er mir vor, dieses Projekt aufzubauen, durchzuführen und dazu den Workshop im Wohnheim zu geben. Da ich tatsächlich Luftlinie 200 Meter entfernt wohne und kiezverbunden bin, war meine Antwort für mich relativ schnell klar. Ich habe mich engagiert, ohne eigentlich genau zu wissen, worauf ich mich einlasse. Das hat sich eigentlich erst so richtig mit der Zeit ergeben. Aber ich hab‘s nicht bereut.“ 

Johannes Türöffner e. V. Volunteers of Berlin 2
Johannes Türöffner e. V. Volunteers of Berlin 4

Ein Stück Normalität in Corona-Zeiten

„Ich glaube, dass ich sehr viel Glück in meinem Leben gehabt habe. Dass ich ein privilegiertes Leben führen darf, was ich nicht als selbstverständlich erachte. Und ich weiß, dass es einfach viele Menschen gibt, die ganz andere Päckchen mit sich rumtragen müssen: Da will ich eine Perspektive geben und Selbstverantwortung fördern. Ich bin in meinem Leben auch vielfach gefördert worden, habe viel Zuspruch erfahren. Jetzt bin ich selber in einer Position, wo ich mich angekommen fühle in meinem Leben, wo ich sozusagen Ressourcen freihabe, um der Gesellschaft einfach was zurückzugeben. Weil es die Bienen im Wohnheim gibt, darf ich als einziger, der nicht dort wohnt oder arbeitet, auch in Corona-Zeiten zu Besuch kommen. Dadurch habe ich ein Stück Normalität hier in die Einrichtung bringen können und das haben die Bewohner auch immer zu schätzen gewusst. Also ich kann eigentlich nur alle Menschen aufrufen, sich zu engagieren in den unterschiedlichsten Bereichen. Dadurch zaubert man tatsächlich ein Lächeln auf die Lippen, bei denjenigen, die man unterstützt.“