Jede:r kennt das. Zu viele Gedanken schwirren einem durch den Kopf. Manchmal sind das auch Gedanken, die uns Angst und Sorgen bereiten. Allerdings ist es auch nicht immer leicht über schwierige Situationen zu sprechen – vor allem, wenn sie einen selbst betreffen. Ob Familienkrach, Herzschmerz oder psychische Probleme, die Telefonseelsorge Berlin e.V. ist für alle Krisensituationen der Anrufenden da. Eine der Stimmen am Telefon ist Lisa. Wir haben mit ihr gesprochen und erfahren, was für sie hinter ihrem Engagement steht.

“Ich bin Lisa und arbeite hier als ehrenamtliche Telefonseelsorgerin. Hauptberuflich arbeite ich als Klimaschutzreferentin in der Verwaltung. Ich habe Pflanzenproduktion und Umwelt studiert.”

Mich interessiert jede einzelne Geschichte

“Ich glaube viele Faktoren haben mich zum Ehrenamt motiviert. Ich mochte es schon immer, engagiert zu sein und habe das, glaube ich, schon ein bisschen eingeimpft bekommen. Alle Frauen in meiner Familie sind super hilfsbereit in ihren Gemeinschaften. Ich habe mich in Rostock dann in einer studentischen Organisation engagiert. Dann bin ich nach Berlin gezogen und hatte schon länger so ein bisschen im Kopf – Telefonseelsorge, das könnte was für mich sein! Dann hab ich das recherchiert und mich hier für die Ausbildung beworben. Mich interessieren die Geschichten von den Menschen, also von jeder:jedem Einzelnen. Das war was, bei dem ich mir dachte: Es gibt so viele Menschen, die sicherlich ihre Geschichten erzählen möchten, aber vielleicht niemanden haben, der ihnen zuhört. Dafür gibt’s ja auch die Telefonseelsorge. Deswegen wollte ich Teil davon sein.”

Lisa engagiert sich in der Telefonseelsorge
Lisa engagiert sich in der Telefonseelsorge

Wirklich zu einer Perspektive beitragen

“Etwas ganz besonderes ist es, wenn man den Anrufer:innen helfen kann eine Perspektive auf etwas zu entwickeln, die sie so vorher noch nicht hatten. Dann hat man das Gefühl  – Wow, man konnte irgendwie tatsächlich aktiv ein bisschen dazu beitragen, dass die Anrufer:innen ein bisschen näher zu dem kommen, wo sie hin möchten.”

Einfach da um da zu sein

“Mein Kollege sagte mal zu mir, dass sich für ihn Ehrenamt immer so hochtrabend anhört, er sehe sich eher als professionellen Mitmenschen – Das finde ich auch. Wir sind hier, wir sind die Menschen, die einfach sonst nicht direkt greifbar sind – ja wir sind einfach da, um da zu sein. Also wenn man was im Kopf hat, dann einfach den Kontakt aufnehmen, recherchieren oder die Leute, die daran beteiligt sind, fragen –  sag mal, wie ist das? Und dann kann man für sich selbst überlegen, ob man das auch machen kann. Hier in Berlin finde ich ganz toll, dass es wie bei euch von GoVolunteer verschiedene Anlaufstellen gibt mit einer größeren Vielfalt an möglichen Ehrenämtern. Also wo man auch merken kann – uh, das wäre vielleicht was für mich, was ich vorher vielleicht noch gar nicht gesehen habe.”

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