Raphaela und Klara wollen Kreativität für alle

Published On: 07.12.2022|Kategorien: Menschen helfen, Volunteers kennenlernen|15 min read|

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In unserer Gesellschaft fehlen Räume für Kinder und Jugendliche! Es fehlen Möglichkeiten, sich kreativ auszuprobieren und auszuleben! Das ist eine traurige Tatsache, mit der sich die meisten Menschen abgefunden haben – jedoch nicht Klara und Raphaela! Unsere Impact-Scouts und Event-Organisatorinnen möchten Kindern und Jugendlichen Platz für Kreativität bieten und ihnen die Möglichkeit geben, ihre Talente zu entdecken. Dafür haben die beiden einen Raum im Multikulturellen Jugendzentrum in München zur Verfügung gestellt bekommen. In einem ersten Schritt wollen sie diesen mit jungen Teilnehmenden kreativ gestalten und den Raum langfristig anderen Menschen für spannende Aktionen anbieten. In einem Interview erzählen die beiden uns von ihrer Idee für ihre Mitmach-Aktion.

Der Fokus von unserem freiwilligen Engagement liegt auf Anti-Adultismus Arbeit und wir versuchen, Räume für junge Menschen und Kinder zu schaffen. Ihnen Raum geben, kreativ zu gestalten, ohne dass es die Aufsicht von Erwachsenen gibt. Zudem wollen wir ihnen den Einstieg in die Kulturszene ermöglichen.

1. Klara und Raphaela wollen jungen Menschen Raum geben

Klara und Raphaela leben in München. Klara, die 21 Jahre alt ist, studiert Kostüm und Bühnenbild an der Akademie der bildenden Kunst. Raphaela ist 21 und studiert Theatherwissenschaft und Komparatistik an der LMU.

Die beiden sind nebenbei noch im Jugendtheaterrat tätig. Die Gruppe von jungen Menschen setzt sich besonders verstärkt mit Adultismus auseinander. Adultismus beschreibt das ungleiche Machtverhältnis zwischen Erwachsenen und jüngeren Menschen.

Der Jugendtheaterrat versucht, gegen die Mechanismen von Adultismus in Kulturinstitutionen vorzugehen und kreative Teilhabe und Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen zu schaffen. Durch ihr Engagement in der Gruppe und ihre eigenen Erfahrungen mit den Grenzen, die von Erwachsenen gesetzt werden, entwickelte sich bei den beiden ein ganz konkreter Wunsch: Platz schaffen für die Kreativität von jungen Menschen.

Auf dem Bild sieht man Impact Scout Klara.

Der Hintergrund: Adultismus nervt!

Eine Sache fällt Klara und Raphaela bei ihrer Arbeit im Theater, aber auch privat immer wieder auf: Bei Treffen, an denen Erwachsene teilnehmen, sollen junge Menschen immer eine bestimmte Rolle einnehmen. Die beiden haben das Gefühl, dass Erwachsene versuchen Einfluss zu nehmen – sei es die Auswahl des Themas oder auch wichtige Entscheidungen. Die beiden wollten wissen, was es mit diesem Verhalten auf sich hat. Bei ihrer Recherche stoßen sie auf das Phänomen von Adultismus. Sätze wie „Du wirst das verstehen, wenn du älter bist“ sind typisch dafür, erzählt Klara. Auch Raphaela teilt ihre Erfahrungen mit uns:

In meinem privaten Umfeld, mit meinen Eltern, Großeltern war das auch immer voll das Thema für mich. Also ich hatte damals noch nicht den Begriff Adultismus dafür, aber ich bin auch richtig an meine mentalen Grenzen gestoßen. Das war super frustrierend, weil normale Fragen oder Forderungen nicht ernst genommen wurden, und das einzige Argument war ‘du bist zu jung, du verstehst das nicht, du bist zu jung, du bist zu jung…’

Durch ihre Arbeit am Theater wird ihnen klar, dass junge Menschen kaum Mitspracherecht haben. Raphaela und Klara wird immer bewusster, dass sich das Theater meist nicht an den Interessen von jungen Menschen orientiert und dass es an Räumen für junge Menschen fehlt – obwohl die jungen Menschen das Publikum der Zukunft sind! Und das lässt sich auch allgemein auf unsere Gesellschaft übertragen – genau deshalb muss sich etwas ändern! Raphaela und Karla fassen einen Schluss: Sie wollen, dass junge künstlerische Stimmen endlich mehr gehört werden. 

Die Umsetzung: Wie liefen die Mitmach-Aktionen ab?

Die Impact Scout Events von Raphaela und Karla waren ein voller Erfolg! Die beiden erinnern sich, dass sie eine interessante Entwicklung der Atmosphäre beobachten konnten. Am Anfang der Aktion waren die Teilnehmenden laut den beiden noch verhalten. Es wurde erst mit kleinen Stiften an die Wand gemalt, teilweise vorher skizziert. Raphaela und Klara denken an die Events zurück:

  • Im Hintergrund des Bildes ist eine weiße Wand, die gerade künstlerisch bemalt wird in Grün- und Blautönen. Davor sind zwei junge Mädchen bzw. Frauen und ein junger Mann, die mit dem Gesicht zur Wand gerade mit Pinseln die Wand bemalen. Im Vordergrund sind Kunstutensilien und mehrere Tische zu sehen.
  • Fünf Personen befinden sich in einem Raum, der aus weißen Wänden besteht, die gerade bemalt werden. Zwei Frauen stehen im Vordergrund, Raphaela und Klara, die drei Personen im Hintergrund haben Kunstutensilien in der Hand und verschönern die Wände.
  • Eine bemalte weiße Wand ist zu sehen. Davor hockt eine Frau vor einer Heizung, die sie gerade grün anstreicht.

Wir haben gemerkt, dass die Teilnehmenden erstmal reinkommen mussten in diese Aufgabenstellung. Dann haben sie langsam angefangen, immer größere Flächen zu bemalen. Und dann wurden Farbe auf den Boden geschüttet und diese Farbwalzen genommen und dann ging es so richtig los!

Genau das also, was Raphaela und Karla wichtig war: Den Teilnehmenden die Möglichkeit geben, gesetzte Grenzen zu überschreiten. Und sich darüber hinaus einmal in einem Raum zu befinden, in dem es keine von Autoritätspersonen gesetzten Grenzen gibt. Die beiden konnten spüren, wie die Teilnehmenden anfangs in ihren Denkmustern gefangen, immer versuchten, die Grenze zu finden und dann anfingen, Dinge nach ihrem eigenen Kopf zu machen. Klara beobachtet bei den Teilnehmenden:

Die dachten sich irgendwann ‘Ich hatte jetzt diese Idee und dazu stehe ich jetzt auch, z.B. dass ich die Wand jetzt krass bunt streichen möchte. Und niemand drückt mich jetzt weg und sagt mir ‘hey, das darfst du nicht.’ Dadurch wird auf jeden Fall das Selbstbewusstsein gestärkt.

Für uns steht fest: Klara und Raphaela haben Kinder und Jugendliche zusammengebracht und bewegt. Kreativität konnte sprudeln! Und genau durch solche Erfahrungen kann etwas Größeres ins Rollen gebracht werden. Deshalb sind das auch nicht die letzten Mitmach-Aktionen im Multikulturellen Jugendzentrum gewesen. Denn die Teilnehmenden und auch Klara und Raphaela haben Lust, aus den Mitmach-Aktionen ein langfristiges Projekt zu machen und so mit den Teilnehmenden zusammen noch das ein oder andere kreative Event zu starten. Wir freuen uns drauf!

Die Idee: Einen kreativen Raum für Kinder und Jugendliche schaffen

Schon in der Vergangenheit haben Klara und Raphaela eigene Aktionen und Workshops umgesetzt, um junge Menschen zu fördern. Auf diese Erfahrungen wollen sie jetzt aufbauen. Klara erzählt:

Wir haben uns natürlich gefragt, was sind unsere Kapazitäten, was ist etwas, das wir aus den bisherigen Aktionen mitnehmen, was so gebraucht wird, was man natürlich auch gut umsetzen kann. Dann sind wir darauf gekommen, dass zu wenig Raum da ist. Wir wollten einen Raum schaffen, der zugänglich ist.

Denn Ideen und motivierte Menschen gibt es viele. “Zum Beispiel gibt es Maren, die einen queeren Buchclub machen wollte und es gibt Radu, der eine kleine Jam-Session und Musikunterricht geben wollte“, erzählt Raphaela uns. Doch leider scheitert das Aktiv werden oft daran, dass einfach kein Platz dafür gemacht wird. Daraus entwickelte sich Klaras und Raphaelas Idee: Sie wollen einen Raum schaffen, der Kreativität ermöglicht – und zwar ganz ohne hierarchische Strukturen und Bevormundung durch ältere Menschen.  

Die Vision war da – nun sollte es an die Umsetzung gehen. Wie gut, dass eine Freundin Raphaela und Karla von unserem Impact Scout-Programm erzählt hat! So konnten sie das Netzwerk von GoVolunteer nutzen, haben den perfekten Raum gefunden und wurden in der Bewerbung des Projektes und bei der Planung und Durchführung von uns unterstützt. Klara erinnert sich:

GoVolunteer ist gut vernetzt und wir dachten, dass mit der Unterstützung, es schneller funktionieren würde, wir es schneller auf die Beine gestellt bekommen, als wenn wir es alleine gemacht hätten. Die Unterstützung, die uns gefehlt hat, konnte GoVolunteer bieten.

Und so kam das Projekt ins Rollen. Über das Netzwerk von GoVolunteer traten Raphaela und Klara in Kontakt mit Ismail Sahin vom Multikulturellen Jugendzentrum Westend, der den perfekten Raum für das Projekt anbieten konnte. Dann fand die erste Aktion statt und zwei Wochen später ging es direkt weiter. Es wurden Materialien gekauft, bzw. gespendet oder auch zusammengesucht – denn viel braucht es gar nicht, um kreativ zu sein! Die beiden merken an:

Unser Plan war und ist es keine Anweisungen zu geben, sondern nur kleine Inspirationen geben, an die Kinder und Jugendlichen.

Eine junge Frau (Raphaela) und ein Mann (Leiter des Multikulturellen Jugendzentrums München) lächeln und schauen in die Kamera.
Eine Gruppe junger Menschen steht in einem Raum vor einem Tisch, der mit Kunstutensilien gefüllt ist. Die Personen bemalen die weißen Wände im Hintergrund.

2. So kannst Du ähnliche Projekte unterstützen

Auch Du kannst Dich wie Klara und Raphaela für Kreativität einsetzen und Räume für Kinder und Jugendliche schaffen! Es gibt viele Projekte, die sich über Deine Unterstützung freuen. Supporte zum Beispiel eine dieser drei Organisationen:

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