Das Ehrenamt im Lebenslauf ist laut einer Studie Faktor #1, um zum Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden. Wir erklären Dir, wie du das anstellst.

Du bewirbst Dich auf einen Job und möchtest Dein Ehrenamt im Lebenslauf erwähnen. Doch wie am besten? Immerhin sind die Bewerbungsunterlagen das Erste, was ein Personaler oder eine Personalerin von Dir in der Hand hat und dementsprechend wichtig. Laut einer Studie fällt es Personaler*innen besonders positiv auf, wenn in Deinem Lebenslauf ein Ehrenamt aufgeführt ist. Wie Du Deine Chancen auf ein Bewerbungsgespräch erhöhen kannst, indem Du Dein Ehrenamt im Lebenslauf richtig platzierst, erklären wir Dir hier.

Und was springt für mich dabei raus?!

Seien wir doch einmal ehrlich, die wenigsten üben ein Ehrenamt aus, ohne darüber nachzudenken, wie sie persönlich davon profitieren können. Klar, viele Menschen helfen gerne und oft. Doch ein Ehrenamt ist zeitaufwendig und geht darüber hinaus, der alten Frau von nebenan die Einkäufe hochzutragen.

Doch der Mehrwert von gesellschaftlichem Engagement ist zum Glück sehr vielfältig. Vielleicht erhoffst Du Dir neue Menschen zu treffen oder etwas Neues zu lernen. Es gibt Studien darüber, dass freiwillige Arbeit glücklich macht und fit hält und oft kannst Du ein Ehrenamt auch mit dem eigenen Hobby verbinden.

Leider ist nicht das ganze Leben Freizeit, Hobby, Ehrenamt. Irgendwann müssen wir alle einen Beruf ergreifen oder zumindest einen Brotjob machen, denn von irgendetwas will der Mensch ja leben. Und was kommt vor dem Job? Richtig, die Bewerbung samt Lebenslauf.

Ehrenamt im Lebenslauf: Oldie but Goldie

Und jetzt halt Dich fest. Genau dafür ist Dein Ehrenamt jetzt Gold wert. Denn neue Forschungsergebnisse bestätigen: Ein soziales Ehrenamt ist der Faktor #1, um zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden. Und das heißt, Dein Ehrenamt gehört in jedem Fall in Deinen nächsten Lebenslauf!

Es ist kein Wunder, dass das erwähnte soziale Engagement im Lebenslauf Vorteile bringt. Nun steht das in einer Studie des renommierten Bildungsökonomen Ludger Wößmann auch schwarz auf weiß. Insbesondere für Bewerber*innen auf Lehrstellen spielt die Erwähnung des Ehrenamts im Lebenslauf eine außerordentliche Rolle.

Personalerinnen und Personaler lesen das Ehrenamt im Lebenslauf als deutliches Anzeichen für die sozialen Fähigkeiten der Bewerberin bzw. des Bewerbers.

„Ein Ehrenamt im Lebenslauf vorzuweisen erhöht bei Lehrstellenbewerbern die Wahrscheinlichkeit, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, um so viel wie eine um zwei Notenstufen bessere Realschulabschlussnote“

heißt es in der im Februar 2018 veröffentlichten Studie.

Doch auch für Hochschulabsolventen erhöht ein erwähntes soziales Engagement im Lebenslauf die Chance zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Das Ehrenamt gehört in den Lebenslauf, aber wo?

Das Ob ist nun geklärt. Jetzt geht es um das Wie, denn es macht einen Unterschied, auf welche Weise Du Dein soziales Engagement im Lebenslauf präsentierst. Viele machen den Fehler, das soziale Engagement irgendwo zwischen den Hobbies und den Sprachkenntnissen zu verstecken. Doch zum einen handelt es sich bei sozialem Engagement um eine praktische Tätigkeit und nicht um theoretische Kenntnisse. Und zum anderen stellst Du das Licht des Engagements dadurch unter den Scheffel.

Deine Freiwilligenarbeit ist viel mehr als nur ein Hobby. Die Angabe des Ehrenamtes im Lebenslauf gibt nicht nur einen Anhaltspunkt über Deine Interessen. Sie ist auch der Beweis für Deine sozialen und praktischen Fähigkeiten. Deshalb kannst Du es an gegebener Stelle zu Deiner Arbeitserfahrung oder den Praktika schreiben. In jedem Fall sollte die Angabe des sozialen Engagements mit einer eigenen Angabe zum Zeitraum versehen sein.

Passt das Ehrenamt im Lebenslauf in jedem Fall zur Bewerbung?

Wo und wie genau Du Dein Engagement erwähnst, hängt sehr davon ab, auf was für eine Stelle Du Dich bewirbst. Außerdem ist wichtig, um was für eine Freiwilligenarbeit es sich bei Deinem Engagement handelt. Wenn es einen fachlichen Bezug zwischen beidem gibt, dann kannst Du das Ehrenamt mit in die Arbeitserfahrung einreihen. Bewirbst Du Dich allerdings auf einen Posten als Buchhalter*in und gehst in Deiner Freizeit mit Hunden aus dem Tierheim Gassi, musst Du das Ehrenamt im Lebenslauf anders erwähnen.

In vielen Fällen sind keine fachlichen Kompetenzen ersichtlich, die Du aus Deinem Engagement mitnimmst. Aber allein aufgrund des sozialen Mehrwerts kannst Du es immer nennen. In diesem Fall lohnt es sich, dem Ehrenamt eine eigene Rubrik im Lebenslauf zu geben. Im Anschreiben kannst Du dann auf die persönlichen Erfahrungen eingehen, die Du daraus gezogen hast. Die Rubrik kannst Du  „Ehrenamtliche Tätigkeit“ oder auch „Engagement und Aktivitäten“ nennen und sie sollte mindestens zwei Unterpunkte enthalten.

In welchem Fall schadet die Nennung des Ehrenamtes im Lebenslauf?

Es gibt wenige Fälle, in denen Du Dir mit der Erwähnung von sozialem Engagement im Lebenslauf ein Eigentor schießt. Das kann zum Beispiel passieren, wenn Du zu dick aufträgst. Nur weil Du Deine beste Freundin mal zu ihrem Verein begleitet hast, ist das noch keine Erwähnung in der Bewerbung wert.

Sobald Du Deine freiwillige Arbeit nachweisen kannst, sollte ihrer Erwähnung jedoch nichts im Weg stehen. Achte darauf, sie so zu beschreiben oder zu erwähnen, dass Du Nachfragen im Bewerbungsgespräch beantworten kannst. Nichts ist peinlicher, als wenn Du beim Vorstellungsgespräch nichts zu Deinen eigenen Angaben im Lebenslauf sagen kannst.

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass die Angabe politischer oder religiöser Tätigkeiten nicht immer gut ankommt. Bewirbst Du Dich zum Beispiel bei einer SPD-nahen Stiftung, kann es irritierend sein, wenn Du ausgerechnet einer Partei angehörst, die sich eher zum anderen Ende des politischen Spektrums bekennt.

Authentizität siegt!

Wenn Du Deine Bewerbung schreibst, frag Dich selbst, ob Du Dich mit allem was Du hineinschreibst identifizieren kannst. So abgedroschen es klingt, Ehrlichkeit währt am längsten. Versuch also nicht irgendetwas in den Lebenslauf zu schreiben, und sei es auch ein Ehrenamt, nur weil es gut aussieht.

Steht ein Ehrenamt im Lebenslauf, hast Du verdammt gute Chancen, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Den Job bekommst Du aber nur, wenn Du so bist, wie Du im Lebenslauf schreibst.

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