“Mein Name ist Clara, ich bin 20 Jahre alt. Ich sage immer gerne, das ich hauptberuflich auf einer Intensivstation arbeite und nebenberuflich Vollzeit fürs Klima engagiert bin. Ich bin Pressesprecherin bei Fridays for Future und vor allem aktiv in Berlin. Als Pressesprecherin ist es Deine Aufgabe die Bewegung oder die Organisation für die Du stehst zu vertreten. Das heißt, sich immer wieder intensiv mit ganz verschiedensten Seiten der Bewegung auseinanderzusetzen, zu schauen was intern gerade so passiert und was interessant für die Öffentlichkeit sein könnte und unsere Message so gut wie möglich in der Öffentlichkeit zu platzieren.“

Clara engagiert sich mit Fridays for Future für den Klimaschutz
Clara engagiert sich mit Fridays for Future für den Klimaschutz

Wir sind in diese Klimakrise reingeboren 

“Wir sind in diese Klimakrise letztendlich reingeboren – meine Generation. Wir sind aufgewachsen mit Videos in den Tagesthemen von schmelzenden Gletschern, von zunehmenden Naturkatastrophen, Wetterextremen, von Überschwemmungen, von Dürre, von Hurricanes, von Stürmen, von steigenden Meeresspiegeln. Diese Krise schien immer übermächtig und vor allem auch zu weit entfernt als das ich vor dem Fernseher etwas hätte ändern können. Deswegen hatte ich diese Krise aus meinem Kopf verdrängt obwohl ich total Angst davor hatte. Doch dann habe ich die ersten Streiks von Greta mitbekommen und plötzlich war mir bewusst wie viel Power wir haben, wenn wir diese Krise zusammen angehen”

Clara engagiert sich mit Fridays for Future für den Klimaschutz

Fridays for Future gibt jungen Menschen eine Stimme

“Als Fridays for Future plötzlich von ein paar streikenden Teenagern zu unglaublich bekannt wurde, war das für alle die mitorganisiert hatten ein Hochgefühl. Und das ist es eigentlich immer noch. Wir haben ohne die Unterstützung von Erwachsenen diese Demos auf die Beine gestellt und einfach alles organisiert von Technik bis hin zu Mobi-Material, bis hin zu Druck von Plakaten, bis hin zu allem eigentlich. Das haben wir einfach als Schüler:innen auf die Beine gestellt. Dass das so eine mediale und gesellschaftliche Relevanz hätte, hat glaube ich keiner davor so denken können. Was mich vor allem emotional berührt ist, dass unsere Generation immer als diese Politik-desinteressierte Generation verschrien wurde. Das war aber glaube ich nie der Fall. Aber wenn Dir und Deinem Umfeld politisch nicht zugehört wird, hörst du auf zu sagen, was du zu sagen hast. Fridays for Future hat die Politik gewissermaßen gezwungen uns zuzuhören. Wir waren zu viele. Gerade das hat Fridays for Future möglich gemacht. Dieses Empowerment von jungen Menschen.””

 

270.000 Menschen fürs Klima auf einer Fridays for Future-Demo 

“Der Streik am 20.09.19. Dieses Datum werde ich ewig in Erinnerung halten. Ich dachte 30.000 Menschen werden kommen. 30.000 ist schon sehr ambitioniert. Und ich fahr zur Demo und ich komme nicht durch die Polizeiabsperrung. Überall sind Menschen und ich komme nicht durch. Es waren schon 30.000 Menschen da und eine halbe Stunde später kommt  die nächste Zählung. Es waren 80.000 Menschen da. Und irgendwann kommt raus das es 270.000 Menschen sind. Ich steige auf die Balustraden. Ich sehe bis zum Horizont nur Menschen. Das war der tollste Moment. Wir hatten so viel Zeug in diese Demo reingesteckt und überall waren Menschen. Das war so ein tolles Gefühl.”

Clara engagiert sich mit Fridays for Future für den Klimaschutz
Clara engagiert sich mit Fridays for Future für den Klimaschutz

Mit einem realistischen Blick für das Klima handeln

“Ich würde schon sagen, dass mein Blick auf die Welt realistischer geworden ist. Das wir  fundamentale Änderung dieses Systems brauchen. Natürlich ist es schöner zu denken die Welt sei gut so und es gäbe keine Ungerechtigkeiten, in der eigenen „perfekten“ Bubble zu leben. Aber es ist ein Privileg so zu denken. Zu denken die Welt sei gut und alle Fehler seien auch wirklich Fehler und sicher keine Absicht.. Das ist nur den wenigsten Menschen vergönnt. Alle die, die strukturelle Diskriminierung erfahren, sei es aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Herkunft, oder ihrer Sexualität, erfahren häufig die Ungerechtigkeiten im System, die in den seltensten Fällen nicht mit Absicht eingebaut wurden. Im Zusammenhang mit der Klimakrise höre ich häufig „the System is broken“. Aber die Politiker:innen haben die Klimakrise nicht vergessen. Sie haben sie zugunsten von Firmeninteressen und Geld entstehen lassen. Wenn also in anderen Ländern Regenwald für unser Fleisch gerodet wird, wenn Kohlestrom subventioniert und Arbeitsplätze in der Windkraftbranche abgebaut werden, wenn mehr auf Autolobbyisten als auf Flutopfer gehört wird, dann ist das pure Absicht.“

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