6 Tipps, wie Du Fake News erkennen kannst
Kennst Du das Gefühl, wenn Du einen Artikel teilen willst – und kurz zögerst, weil Du Dir nicht sicher bist, ob er wirklich stimmt? Falschmeldungen und Desinformation sind heute allgegenwärtig: auf Social Media, in Familienchats, in den Kommentarspalten der Nachrichtenportale. Und sie sind oft erschreckend gut gemacht. Die gute Nachricht: Fake News erkennen ist erlernbar. Mit dem richtigen Blick und ein paar einfachen Prüfschritten kannst Du Falschinformationen im Internet zuverlässig entlarven – und aktiv dazu beitragen, ihre Verbreitung zu stoppen. In diesem Artikel zeigen wir Dir sechs konkrete Prüfkriterien, erklären den Unterschied zwischen Desinformation, Deepfakes und Falschmeldungen – und zeigen Dir, wie Du Dich direkt engagieren kannst.
So funktionieren Fake News
Falschmeldungen können Diskurse manipulieren – besonders dann, wenn sie strategisch und in hoher Zahl verbreitet werden. So entsteht ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit, das nicht die tatsächliche Meinungsverteilung abbildet. Oft sind Positionen kleinerer, aber lauterer Gruppen dadurch überproportional präsent. Zusätzlich sehen sich vulnerable Gruppen immer häufiger mit gezielten, personalisierten Falschinformationen konfrontiert.
Wer regelmäßig online unterwegs ist, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits mit Fake News in Berührung gekommen – ob als Post auf Facebook, als weitergeleitete Nachricht im Familienchat oder als virales Video auf Instagram. Die Echtheit von Informationen einzuschätzen ist dabei gar nicht so einfach. Für „alte Medien“ wie Fernsehen und Zeitungen gibt es bereits etablierte Kriterien zur Vertrauensbewertung. Die gemeinnützige Organisation codetekt überträgt genau diese Kriterien auf Online-Inhalte – und lässt sie von einer Community freiwilliger Detektiv:innen überprüfen.
Das Geschäftsmodell Sozialer Medien beschleunigt die Verbreitung von Falschmeldungen – ob beabsichtigt oder nicht. Plattformen wollen, dass Nutzer:innen möglichst lange in ihren Apps bleiben, um über Werbung und Daten Geld zu verdienen. Dafür eignen sich vor allem Inhalte mit hohem Neuigkeitswert und emotionaler Aufladung – Stichwort Clickbaiting. Solche Posts werden häufiger geteilt und werden schnell zu viralen Hits. Wie das in der Praxis aussieht, erzählt Dir Volunteer Daniel in seiner Geschichte über seinen Kampf gegen Falschmeldungen.
Fake News, Desinformation, Deepfake: Was ist was?
Der Diskurs um Fake News ist noch relativ jung, und die Forschungslage entwickelt sich stetig weiter. Oft werden die Begriffe synonym verwendet – dabei haben sie unterschiedliche Bedeutungen und Wertungen. Hier sind die wichtigsten Definitionen kompakt erklärt.
Warum gefährden Fake News die Demokratie?
Immer mehr Menschen informieren sich online – auf Social-Media-Plattformen oder Nachrichtenportalen, bei denen vor der Veröffentlichung oft kein Faktencheck stattfindet. Das hat konkrete Folgen: Falschinformationen verzerren den Meinungsbildungsprozess, der für Demokratien und Wahlen unverzichtbar ist. Sie greifen damit das Fundament demokratischer Systeme an – indem sie Wahlentscheidungen beeinflussen und das Vertrauen in Politik und Institutionen untergraben. Bekannte Beispiele sind die US-Wahl 2016 oder die Versuche der Einflussnahme auf die französische Präsidentschaftswahl 2017.
Dazu kommt: Deepfakes nehmen massiv zu. Demokratiefeindliche Akteur:innen – von Extremist:innen bis zu staatlich gesteuerten Netzwerken – nutzen die bekannten Schwachstellen Sozialer Medien gezielt aus, um Desinformation unentdeckt zu streuen. Auch Falschinformationen in bestimmten Themenbereichen nehmen zu, wenn man die Reichweite entsprechender Telegram-Kanäle und Social-Media-Accounts als Maßstab nimmt.
Medienkompetenz – also die Fähigkeit, Informationen kritisch einzuordnen und auf ihre Glaubwürdigkeit zu prüfen – ist deshalb heute eine der wichtigsten demokratischen Grundkompetenzen. Und sie ist lernbar. Wie Du Dich außerdem gegen andere Formen von Diskriminierung im Netz engagieren kannst, zeigen wir Dir in unserem Artikel über Antisemitismus und was Du dagegen tun kannst.
Prüfkriterien: So erkennst Du Fake News
Du weißt jetzt, wie Falschmeldungen funktionieren und warum sie gefährlich sind. Die entscheidende Frage ist: Wie identifizierst Du sie konkret, wenn sie Dir über den Weg laufen? Gemeinsam mit codetekt haben wir sechs Prüfkriterien zusammengestellt, mit denen Du die Vertrauenswürdigkeit von Informationen systematisch untersuchen kannst.
So kannst Du aktiv werden
Fake News erkennen ist wichtig – aber Du kannst noch einen Schritt weitergehen: Du kannst Dich direkt gegen ihre Verbreitung einsetzen. Eine einfache und wirkungsvolle Möglichkeit ist das Ehrenamt bei codetekt. Dort wirst Du Teil einer Community freiwilliger Detektiv:innen, die anhand der sechs Prüfkriterien Falschnachrichten im Internet aufdecken. Das Ganze ist kostenlos, anonym – und macht sogar Spaß: Du sammelst Punkte, steigst in höhere Level auf und schaltest neue Funktionalitäten frei. Angefangen als Lupenhalter:in bis zum Detective Superintendent.
Du fragst Dich, wie so ein digitales Ehrenamt überhaupt funktioniert? Dann lies erst dort rein – und entscheide dann, ob codetekt zu Dir passt. Wer weiß: Vielleicht entdeckst Du dabei auch andere Formen des Online-Engagements, die Dich begeistern. Wer sich gegen Desinformation engagiert, findet zum Beispiel auch im Online-Engagement gegen Rassismusein starkes Wirkungsfeld – denn Falschmeldungen und Diskriminierung hängen eng zusammen.
Du willst jetzt loslegen?
Möchtest Du noch mehr entdecken? Auf GoVolunteer findest Du eine Vielzahl von Projekten rund um Medienkompetenz, Demokratieförderung und gesellschaftliches Engagement. Oder starte direkt mit unserem Wunsch-Ehrenamt-Tool: Es schlägt Dir basierend auf Deinen Interessen und Deiner Verfügbarkeit passende Projekte vor – in wenigen Minuten. Denn eine starke Demokratie braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen – und das fängt damit an, Falschmeldungen zu erkennen und nicht weiterzuverbreiten. Los geht’s!

