Seit 2013 steigt die Zahl obdachloser Frauen: Heute leben rund 110.000 Frauen auf deutschen Straßen. Doch wie viele Menschen in Deutschland wirklich auf der Straße leben – das lässt sich nur schätzen. Viele Schicksale lassen sich nur schwer erfassen, denn vor allem Frauen gehen mit ihrer Situation häufig nicht öffentlich um.

Neben den undurchsichtigen Zahlen und Fakten muss zudem zunächst zwischen Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit unterschieden werden. Grundsätzlich wird der Status in drei Gruppen unterschieden:

1. Manifest wohnungslose Frauen, die „Platte machen“,

2. verdeckt wohnungslose Frauen, die nach privaten Lösungen suchen und

3. latent wohnungslose Frauen, die in einer Partnerschaft ohne Mietvertrag leben.

Bei latent wohnungslosen Frauen handelt es sich nicht nur um Frauen, die aktuell obdachlos sind. Als „latent wohnungslos“ gelten diejenigen, die unmittelbar vor der Obdachlosigkeit stehen oder in unzumutbaren Wohnverhältnissen leben. Diese Wohnverhältnisse sind von außen nur schwer erkennbar und machen es sehr schwierig konkrete Zahlen und Statistiken zur aktuellen Situation der Frauen festzumachen.

Obdachlose Frauen sind zudem häufig psychischer und physischer Gewalt ausgesetzt. Durch die verdeckte und latente Wohnungslosigkeit können sich schnell Abhängigkeiten in einer Partnerschaft entwickeln. Betroffene Frauen sehen daraus meist keinen Ausweg und trauen sich nicht mit ihrem Problem an die Öffentlichkeit zu gehen.

Durch diese und andere Umstände in der Lebensgeschichte (wie Machtungleichheit, Ohnmacht-Situationen oder Traumata) entwickeln sich gewisse Verhaltensmuster. Diese Muster und Strategien zur Bewältigung können jedoch auch Nachteile haben, obwohl sie jahrelang das Leben der Frauen gesichert haben. Häufig werden dann Hilfsangebote aus Angst vor einer möglichen Abhängigkeit abgelehnt, da sie für die Betroffenen die negativen Gefühle aus der Vergangenheit erneut hervorbringen.

Auch das alltägliche Leben auf der Straße ist besonders für Frauen sehr hart. Sie müssen sich nicht nur vor Übergriffen schützen. Sie sind durch ein von Abhängigkeit und Gewalt geprägtes Leben gesundheitlich meist vorbelasteter als Männer.

Aber auch weniger dramatisch klingende gesundheitliche Probleme, wie die Versorgung mit Hygiene-Artikeln mindern die Lebensqualität der obdachlosen Frauen. So ist etwa das Thema „Menstruation“ für viele obdachlose Frauen jeden Monat eine schwierige Herausforderung. Viele Frauen müssen sich einmal im Monat entscheiden, ob sie teure Hygiene-Artikel oder etwas zu essen kaufen. Leider gibt es dafür noch keine staatlich geförderten Stellen, die die Frauen dabei unterstützen und Artikel kostenlos ausgeben.

Die hier angesprochenen Aspekte machen nur einen kleinen Teil des ganzen Themas aus. Es muss noch vielen weiteren Punkten Aufmerksamkeit geschenkt werden, um die Frauen in ihrem Alltag zu unterstützen. Das wollen wir auch in den nächsten Wochen weiter tun. Erfahre in einem Interview mit Lisa Riewe, wie Du wohnungslosen Frauen helfen kannst.

Falls das Thema aber schon jetzt Interesse bei Dir geweckt hat und Du dich aktiv einbringen möchtest, schau Dir einfach unsere Projekte an, die sich für obdachlose Frauen engagieren!

Sieh Dir noch mehr Projekte zum Thema „Armut & Obdachlosigkeit auf unserer Seite GoVolunteer.com an!

Finde jetzt Dein Engagement!

Caro

Caro ist Praktikantin bei GoVolunteer. Seit vielen Jahren engagiert sie sich aktiv für obdachlose Menschen.